Übernächstenliebe

2. Juni 2009, 19:14
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Zuerst sind wir uns die Nächsten und lösen die Probleme, die uns unsere Übernächsten bereiten

Der einzige Parteichef weit und breit, der sich auch als Comic-Held verdingt, hat soeben - möglicherweise als Folge seiner privaten Fortbildung in religiösen Belangen - die Grenzen christlicher Nächstenliebe bestimmt.

Mit geografischen und moralischen Grenzen und deren Überschreitung kennt sich seine Partei ja schon länger aus. Denen da draußen sind unsere Grenzen schon markiert; denen da herinnen, überhaupt jenen in hohen Ämtern, keine gesetzt.

Nun, dank EU-Wahl-bedingten Erörterungen des Bekenners zu "christlich-abendländischen Werten" (Heinz-Christian Strache), wissen wir auch noch, wo Nächstenliebe zu enden hat.

Natürlich auch an einer Grenze - und zwar dort, wo die "Übernächstenliebe" (Strache) begänne. Die Reihenfolge ist doch ganz einfach: Zuerst sind wir uns die Nächsten und lösen die Probleme, die uns in blauen Augen unsere Übernächsten bereiten ("Asylmissbrauch" ).

Und dann kommen die Überübernächsten, "dann können wir gerne auch allen Menschen und Völkern dieser Welt helfen" .

Bis dahin gibt es sicher auch viel Neues im Abendland. Die übernächste Politikergeneration zum Beispiel. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2009)

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