Künftig weniger und größere Player

2. Juni 2009, 16:46
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In der Medienlandschaft werden Karten neu gemischt - Synergienutzung ist logischer Schritt

Sollte die Kartellbehörde dem Joint Venture von Styria Medien AG und Moser Holding grünes Licht erteilen, würden "die Karten in der heimischen Medienlandschaft neu gemischt" werden, ist Kommunikationswissenschafter Hannes Haas überzeugt. Dass sich die Verlage zusammentun wollen, hält Haas für "einen logischen Schritt - es werden sich in Österreich künftig weniger und dafür größere Player herauskristallisieren".

Diese Synergienutzung sei vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und den grundsätzlichen Herausforderungen der Verlage wie etwa die Integration von Internet, die Gratiskultur und die möglichen Werbeeinbrüche sinnvoll. "Man muss versuchen, sich gemeinsam fit zu machen", so Haas. Für kleinere Verlagshäuser bedeutet das, dass sie entweder ebenfalls nach Kooperationsmöglichkeiten suchen müssen oder sich in ihrer "stand-allone-Stellung" neu definieren und vor allem auf Qualität setzen müssen.

Presseförderung nach Qualität

Angesichts dieser Marktklärung sei auch die Medienpolitik gefragt, etwa das Modell der Presseförderung neu zu überdenken, findet der Medienexperte. Wenn die Politik die Medienvielfalt fördern wolle, dürfe sie nicht grundsätzlich alle Player fördern, um es allen recht zu machen. Sie müsse deutlich mehr Geld in die Hand nehmen und etwa nach Qualitätskriterien fördern. Haas denkt dabei zum Beispiel an die Schaffung einer neuen Korrespondentenstelle nach dem Motto, "wer seine Infrastruktur und die Zahl seiner Quellen erweitert, hat zusätzliche Förderung verdient".

Aber nicht nur für die kleineren Marktteilnehmer, sondern auch für den ORF wäre der neue Medienriese ein mehr als ernstzunehmender Konkurrent. Durch das Joint Venture entstehe für den ORF ein größerer Mitbewerber etwa auf dem Onlinesektor. Für die Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") seien die Folgen aufgrund des Vorhabens von Hans Dichand, die deutsche WAZ aus der "Kronen Zeitung" auszukaufen, schwer abschätzbar. Sollte Dichand die Kooperation im Rahmen der Mediaprint aufkündigen, würde das dem neuen Unternehmen aus Styria - Moser Holding sicher zugutekommen, so Haas. (APA)

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