103 neue Fälle an einem Tag

2. Juni 2009, 15:24
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Weltweit wurden bisher 17.032 Fälle registriert - In Europa sind es 578

Experten "schielen" derzeit etwas bang nach Australien, wo sich die Zahl der Fälle alle zwei Tage - und dort bricht bald der Winter an - verdoppelt. Bis Montag um 17.00 Uhr waren weltweit 17.032 Schweinegrippe-Fälle registriert worden, davon in Europa 578, in Österreich ist bisher nur eine Erkrankung aufgetreten. "In Europa hat sich die Situation rund um die Schweinegrippe vorübergehend beruhigt. Ich hoffe, es ist nicht die 'Ruhe vor dem Sturm'", sagte am Dienstag der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, Hubert Hrabcik.

In Australien steigt die Zahl der Erkrankungen (401) derzeit jeden Tag schnell an. Binnen 24 Stunden waren dort 103 neue Fälle registriert worden. Alle zwei Tage verdoppelt sich die Zahl. Mit dem Übergreifen auf Australien könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eventuell auch eine echte Pandemie (Stufe 6) ausrufen.

Das Problem: Die Skala wurde für Fälle wie die Vogelgrippe (H5N1) geschaffen und stellt vor allem auf die Verbreitungen auf den verschiedenen Kontinenten ab. Auf die Schwere der Erkrankungen nimmt sie wenig Rücksicht. H1N1-Erkrankungen verlaufen aber bisher zumeist relativ mild. Das Ausrufen der Pandemie-Stufe 6 hätte praktisch sofortige Auswirkungen, indem dann wohl eine Impfstoffproduktion empfohlen bzw. angeordnet würde.

Genaue Beobachtung

Die Situation in Australien wird von den Experten auch deshalb so genau beobachtet, weil mit dem Übergang in den Winter dort die Influenza eine zunehmend bessere Chance auf Verbreitung erhält. H1N1 vom neuen Typ könnte danach wieder auf die Nordhalbkugel überschwappen und "gut" zur klassischen Grippezeit eintreffen. In Australien wird übrigens bereits überlegt, von der Isolierung von Kontaktpersonen von Erkrankten abzugehen, weil die Mittel dazu fehlen bzw. man eine Eindämmung nicht schafft. Die Erkrankten sollen einfach behandelt werden.

Hrabcik: "In Europa ist die Situation in Großbritannien bemerkenswert. Dort entfallen schon mehr als 60 Prozent der Erkrankungen (578 bis Montagnachmittag, Anm.) auf Übertragungen im eigenen Land." Zunehmend würden Reisende aus Nordamerika das Virus nach Europa mitbringen.

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