Danube Private University akkreditiert

2. Juni 2009, 14:36
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Zahnmedizin-Studium in Krems - Rolle der Donau-Uni unklar - Kritik von ÖH

Wien/Krems - Der für die Anerkennung von Privatuniversitäten in Österreich zuständige Akkreditierungsrat hat in der Vorwoche die "Danube Private University" (DPU) akkreditiert. Ab Herbst will die DPU am Standort Krems ein Diplomstudium für Zahnmedizin anbieten. Ab Anfang kommenden Jahres sollen zwei Uni-Lehrgänge sowie ein Bachelorstudium "Medizinjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit" folgen.

Antragsteller für die Akkreditierung war die PUSH GmbH (Postgraduale Universitätsstudien für Heilberufe), die dabei mit der Donau-Universität Krems und dem Land NÖ kooperiert, wie PUSH-Geschäftsführer Jürgen Pischel gegenüber der APA erklärte. Seitens der Donau-Uni war bisher nicht zu erfahren, ob sie tatsächlich mit der neuen Privatuni zusammenarbeitet.

Zustimmung nach mehrmaliger Ablehnung

Bereits seit 2007 versuchte die PUSH die Anerkennung der DPU als Privat-Uni zu erreichen, der Antrag wurde aber mehrmals abgelehnt. Nun hat der Akkreditierungsrat zugestimmt, die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig und bedarf noch der Genehmigung des Wissenschaftsministers.

Die PUSH ist nach Angaben Pischels seit neun Jahren Partner der Donau-Uni Krems (DUK) bei den postgradualen Ausbildungsgängen im Bereich Zahnmedizin und sorge damit für "30 Prozent aller Einnahmen der DUK aus Studiengebühren". Insgesamt hätten rund 1.900 Personen diese Lehrgänge als Master of Science absolviert, derzeit seien mehr als 800 im Studium. Kürzlich sei ein weiterer zehnjähriger Kooperationsvertrag zwischen DUK und PUSH für alle zahnmedizinischen postgradualen Lehrgänge abgeschlossen worden.

24.000 Euro Studiengebühren pro Jahr

Die neue "Danube Private University" sieht Pischel nicht als Konkurrenz zur Donau-Uni, sondern "im Gegenteil als Ergänzung". Dies vor allem mit dem Diplomstudium Zahnmedizin, ein Grundstudium, das die Donau-Uni per Gesetz nicht anbieten darf. Für das zwölfsemestrige Diplomstudium haben sich laut Pischel bereits 200 Bewerber gemeldet, 40 wurden aufgenommen. Sie müssen pro Jahr 24.000 Euro bezahlen. Im Sommersemester soll ein weiterer derartiger Lehrgang, allerdings englischsprachig, mit ebenfalls 40 Teilnehmern starten.

Anfang 2010 sollen weiters in Kooperation mit der Donau-Uni zwei Universitätslehrgänge ("Funktion und Prothetik" und "Ästhetisch-rekonstruktive Zahnmedizin") starten. Zudem ist geplant, Anfang kommenden Jahres ein sechssemestriges Bachelor-Studium "Medizinjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit" anzubieten (Studiengebühren pro Jahr: 8.000 Euro), an das ein gleichnamiges Masterstudium anschließen soll.

Derzeit ist laut Pischel die DPU noch im Gebäude der Donau-Uni eingemietet, ein Neubau in unmittelbarer Nähe des DUK-Campus sei geplant. Mit der im Vorjahr diskutierten Ausgliederung der Medizin-Bereiche aus der Donau-Uni in eine eigene Gesellschaft und späteren Gründung einer Privat-Uni hat nach Angaben Pischels die "Danube Private University" nichts zu tun, diese Pläne seien vom Tisch.

Kritik der ÖH an neuer Uni

Kritik an der Akkreditierung der DPU und der Einführung eines privaten Zahnmedizin-Studiums kam am Dienstag von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). "Der akkreditierte Studienplan entspricht laut unseren Informationen nach wie vor in wesentlichen Punkten nicht den verpflichtend einzuhaltenden gemeinschaftsrechtlichen und innerstaatlichen zahnärzterechtlichen Anforderungen", hieß es in einer Aussendung. Dem widersprachen sowohl Pischel als auch die Geschäftsstelle des Akkreditierungsrats. In dem Anerkennungsverfahren sei "sehr sorgfältig und aufwendig" die Konformität mit den innerstaatlichen ausbildungsrechtlichen Anforderungen sowie mit der EU-Anerkennungsrichtlinie geprüft worden, hieß es seitens des Rates.

Pischel betonte, dass die DPU "alle Normen innerhalb des deutschsprachigen Raumes übererfüllt", alleine schon wegen der hohen Studiengebühren von 144.000 Euro für das gesamte Studium müsse die Uni hohe Qualität bieten. In diesem Zusammenhang verwies der PUSH-Chef, dass Österreich die Ausbildung eines Zahnmediziners an einer staatlichen Uni 260.000 bis 300.000 Euro koste.

Donau-Uni zeigt sich distanziert

Distanziert zeigte man sich seitens der Donau Universität Krems (DUK) am Dienstag auf Anfrage der APA gegenüber der neuen "Danube Private University" (DPU). Die DPU sei eine universitäre Einrichtung der PUSH-GmbH, "die Donau-Universität Krems ist nicht Betreiber der DPU und auch nicht an ihr beteiligt", wie es in einer Stellungnahme von DUK-Rektor Jürgen Willer heißt.

Es gebe jedoch seit 2001 eine Kooperation zwischen PUSH und dem Bereich Zahnmedizin der Donau-Uni bei der Durchführung postgradualer Studiengänge. In diesem Bereich werde die Donau-Uni auch mit der DPU kooperieren, "so wie wir dies auch mit vielen anderen Kooperationspartnern im In- und Ausland tun", so Willer.

(APA)

 

 

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