Humanitäres Desaster im Swat-Tal

2. Juni 2009, 14:12
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Anti-Taliban-Offensive wirkte sich verheerend aus - Millionen Flüchtlingen fehle es am Nötigsten

Bonn - Als humanitäres Desaster beschreibt die Hilfsorganisation CARE die Lage der Flüchtlinge im umkämpften Swat-Tal an der pakistanisch-afghanischen Grenze. Millionen Flüchtlingen fehle es am Nötigsten, berichtete der Sprecher der Organisation in Deutschland, Thomas Schwarz, am Dienstag in Bonn nach seiner Rückkehr aus der Region. Vier Wochen nach Beginn der pakistanischen Armee-Offensive im Swat-Tal würden Kleinkinder, Kranke sowie Frauen nicht "akkurat versorgt", berichtete Schwarz.

Der Care-Sprecher appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich als "humanitäre Gemeinschaft zu beweisen und neben allen Finanz- und Wirtschaftskrisen nicht drei Millionen Menschen zu übersehen, die unverschuldet in einer vollkommen inakzeptablen Lage sind". Selbst in Flüchtlingslagern, in denen die Menschen registriert seien, fehle es hinten und vorne an professioneller Hilfe. Hilfsorganisationen, Vereinte Nationen, Regierung und auch das Militär arbeiteten bis an ihre Grenzen, sagte Schwarz. Allerdings reiche das nicht, die Vorräte gingen einfach zur Neige.

Vor den Kämpfen im Swat-Tal sind etwa drei Millionen Menschen geflohen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich "höchst besorgt" über die Lage. Am Wochenende hatte die pakistanische Armee erklärt, sie habe den Hauptort des Swat-Tals, Mingora, zurückerobert. (APA/dpa)

 

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