Japan plant eigenes Raketen-Frühwarnsystem

2. Juni 2009, 13:38
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Tokio setzt Neuausrichtung seiner Verteidigungspolitik um

Tokio - Die japanische Regierung hat am Dienstag Pläne für ein Raketen-Frühwarnsystem gebilligt. Das Vorhaben ist Teil einer Neuausrichtung der Verteidigungspolitik, die erst seit einem Jahr die Nutzung des Weltraums zu militärischen Zwecken erlaubt. Die Zustimmung zu den Plänen kommt zum Zeitpunkt einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, Nordkorea plane den Test einer Mittelstreckenrakete. Mit einer Reichweite von 1000 bis 1400 Kilometer könnte diese weite Teile Japans erreichen.

Einige japanische Abgeordnete der regierenden konservativen Liberaldemokratischen Partei sprachen sich zudem dafür aus, dass Japan künftig nordkoreanische Schiffe durchsuchen solle, in denen Teile von Massenvernichtungswaffen vermutet werden. Japan hat sich einer entsprechenden US-Initiative angeschlossen, bisher aber wegen seiner pazifistisch ausgerichteten Verfassung keine Inspektionen von nordkoreanischen Schiffen vorgenommen.

Südkorea hatte kürzlich angekündigt, ebenfalls nordkoreanische Schiffe durchsuchen zu wollen. Dies war mit einer Kriegsdrohung von Pjöngjang quittiert worden. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche eine Atombombe und mehrere Kurzstreckenraketen getestet und war dafür international gerügt worden. (APA/Reuters)

 

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