Wissenschaftsvermittlung per Physikmobil

3. Juni 2009, 12:23
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"Science Busking": Forscher präsentieren Naturwissenschaft und Experimente aus der Welt der Physik in Parks und Fußgängerzonen

Wien - Bernhard Weingartner, Physiker der Technischen Universität (TU) Wien und Gewinner des Kommunikationswettbewerbs "FameLab 2008", zieht seit einigen Wochen mit einem Team rund zweimal pro Woche durch die Straßen, Parks und Fußgängerzonen der Bundeshauptstadt und präsentiert unterhaltsam Experimente aus der Welt der Physik. Wer in Wien also ein 80 Jahre altes Lastenfahrrad mit Holzkiste und Aufschrift "Physikmobil" sichtet, hat es mit "Science Busking", also Wissenschaftsvermittlung per Straßenkunst, zu tun.

Plastikflaschen werden zu Hochleistungsraketen

So werden leere Plastikflaschen zu Hochleistungsraketen, ein alter Grillrost eröffnet neue Klangwelten und mit zwei umfunktionierten Spritzen wird das Prinzip des Hydraulikbaggers veranschaulicht. "Es sind vor allem einfache Experimente unter Verwendung von Alltagsmaterialien", so Weingartner. Mit den PassantInnen möchte man die physikalischen Phänomene "interaktiv erleben, diskutieren und verstehen". "Wir gehen bewusst in Gegenden, wo wir bildungsferne Menschen und/oder solche mit Migrationshintergrund treffen", so der Projektinitiator.

Nachwuchsförderung

Dabei ist auch die Nachwuchsförderung Ziel: Kindern und Jugendlichen, vor allem auch Mädchen, soll Lust auf eine Ausbildung im Bereich der Naturwissenschaft und Technik gemacht werden. In Zusammenarbeit mit dem Verein Wiener Jugendzentren werden so etwa auch in den Jugendzentren thematische Workshops veranstaltet.

Das Konzept "Science Busking" (Übersetzung: to busk - Straßenmusik machen, Anm.) stammt ursprünglich aus Großbritannien. Es werde dort seit einigen Jahren sehr erfolgreich durchgeführt, um Passanten zur Beschäftigung mit Naturwissenschaft und letztlich auch zum kritischen Hinterfragen von vorgefertigten "Expertenmeinungen" zu motivieren, so Weingartner. Sein "Physikmobil" wird vom Wissenschaftsministerium, der Industriellenvereinigung Wien und der Arbeiterkammer Wien unterstützt. Ab Herbst bzw. im kommenden Jahr will man auch in anderen Bundesländern unterwegs sein. (APA)

 

  • Mit den PassantInnen möchte man die physikalischen Phänomene "interaktiv erleben, diskutieren und verstehen".
    foto: physikmobil.at

    Mit den PassantInnen möchte man die physikalischen Phänomene "interaktiv erleben, diskutieren und verstehen".

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