DDR-Regisseur Hans Dieter Mäde gestorben

2. Juni 2009, 12:20
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Er leitete von 1976 bis zum Anfang des Wendejahrs das DEFA-Studio für Spielfilme

Berlin - Der langjährige Generaldirektor der früheren staatlichen DDR-Filmgesellschaft DEFA, Hans Dieter Mäde, ist tot. Er starb am vergangenen Freitag (29. Mai) im Alter von 79 Jahren, teilte sein Sohn Michael am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "junge Welt". Mäde gehörte dem Zentralkomitee der SED an und war als langjähriger Theaterregisseur auch Mitglied der Ost-Berliner Akademie der Künste.

Der aus Krakow am See in Mecklenburg stammende Mäde gehörte bereits in den 50er Jahren zu den bekanntesten Regisseuren der DDR. So inszenierte er, wie die "junge Welt" hervorhebt, gegen starke Widerstände 1958 Heiner Müllers Stück "Der Lohndrücker" am Berliner Maxim-Gorki-Theater. Wenige Jahre nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 geschrieben, handelt es von den Geburtswehen des ersten sozialistischen "deutschen Arbeiter- und Bauernstaates" und blieb in der DDR lange Zeit verboten. Von 1961 bis 1966 leitete Mäde das Schauspiel Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), danach bis 1972 die Dresdner Theater. Mäde wirkte auch in der Deutschen Shakespeare- Gesellschaft und trat mit Inszenierungen von Stücken des englischen Dramatikers hervor.

Mäde leitete von 1976 bis Jänner 1989 das DEFA-Studio für Spielfilme mit dem Hauptstudio in Potsdam-Babelsberg auf dem Gelände der früheren Ufa-Filmstudios, heute wieder Schauplatz internationaler Filmproduktionen. In seine DEFA-Zeit fielen auch die letzten Versuche einer künstlerisch-politischen Öffnung des DDR-Filmstudios mit Filmen wie "Einer trage des anderen Last" von Lothar Warneke von 1987 oder einer stärkeren Annäherung an westliche Filmproduktionen wie mit Peter Schamonis "Frühlingssinfonie" (1982) mit Nastassja Kinski und Herbert Grönemeyer oder mit der Gaunerkomödie aus den ersten Nachkriegsjahren, "Der Bruch" (1988) von Frank Beyer mit Götz George, Rolf Hoppe und Otto Sander nach einem Buch von Wolfgang Kohlhaase. (APA/dpa)

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