Greenpeace

Leder-Industrie profitiert von Urwaldzerstörung

02. Juni 2009 12:29

Adidas, Nike & Co profitieren von der Urwaldzerstörung im Amazonas-Regenwald - Achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche werden für die Rinderzucht verwendet

Sao Paulo/Bonn - Was haben Unternehmen wie Adidas, Nike, Timberland, Clarks, Carrefour, Honda, Gucci oder IKEA gemeinsam? Sie alle profitieren laut UmweltschützerInnen von günstigem Leder aus Regionen in Brasilien, wo für extensive Rinderzucht der Urwald zerstört wird. Das ist das Ergebnis des umfassenden Reports "Slaughtering the Amazon", den die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu Beginn der zweiwöchigen Bonner UN-Klimaverhandlungen in Sao Paulo veröffentlicht hat.

So werden etwa achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche in Amazonien als Weideland für die Rinderzucht verwendet, hieß es am Dienstag in einer Aussendung von Greenpeace. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika selbst konsumiert wird, exportiert man das Leder nach Italien, China und Vietnam. Und dort ließen die großen Schuhfirmen dann auch für den europäischen Markt produzieren.

"Unreflektiertes Konsumverhalten"

"Wer den Urwald in Brasilien zerstört, schädigt das Klima auf der gesamten Welt", so Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl, "und gerade wir Europäer sollten uns die globalen Auswirkungen unseres oftmals unreflektierten Konsumverhaltens bewusst machen", mahnt der Experte. Schinerl fordert im Namen von Greenpeace, dass die genannten Firemen ihren Kunden und Kundinnen gegenüber sicherstellen, dass sie nicht weiter zur Urwaldzerstörung beitragen.

Brasilien ist nach China, den USA und Indonesien der viertgrößte Treibhausgas-Emittent der Welt, und etwa drei Viertel aller brasilianischen Emissionen stammen aus der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Bis zum Sommer letzten Jahres wurden bereits 74 Millionen Hektar der Urwälder komplett vernichtet - was fast einem Fünftel ihrer ursprünglichen Fläche entspricht, berichtet Greenpeace. Greenpeace fordert die Industrienationen auf, einen internationalen Urwald-Fonds einzurichten, der Regenwald-Anrainern wie Brasilien ausreichend Geld für den Schutz ihrer Wälder und damit auch Schutz für das globalen Klima bietet. (APA, red)

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14 Postings
blubblub
10.06.2009 14:45
so ein blödsinn

wo kommen diese zahlen her? 80% der abgeholzten fläche für die rinderzucht hergenommen wird, wo wird dann der soja angebaut der auch auf 80% der abgeholzten fläche angebaut wird?

Hans Kanns
09.06.2009 09:47

Na super! Dann können wir in einer mehrschichtigen Lederhaut herumlaufen! - ABER: Wo ist dann der Sauerstoff?????

der Zacharias
04.06.2009 21:00
...spricht Greenpeace und schreibt seinen Bericht auf der eben eingetroffenen Computer-Workstation...

Nicht böse sein, aber wenn jemand irgendeine Form von Konsumverhalten anprangert, dann müsste er doch als logische Konsequenz in die Tundra ziehen, oder?

Ich habe nur niemals irgendeinen Öko erlebt, der nur für die Prinzipien, nach denen er zu leben vorgibt, diese auch dort für sich selbst umsetzt, wo es für ihn selber vielleicht nicht schick oder gar unbequem werden würde. Und Südamerika ist schön weit weg, da lässt es sich leicht "aufrütteln".

flaute
03.06.2009 14:33

jeder der schon mal in einem tropischen regenwald war, versteht, wie schade es darum ist.
die anderen könnens nur erahnen... manche offensichtlich nicht.

chem
03.06.2009 09:03
Der Spendenmulti wieder einmal aktiv !

harald klauser
02.06.2009 18:00

ich find ja die ganze klimaschutzpolitik recht verlogen. solange nicht die regenwälder geschützt werden, kann das ja sowieso nicht funktionieren, weil ja dort das CO2 gespeichert wird.

joergipoergi
02.06.2009 15:39
Die Übererschrift müsste lauten:

Greenpeace profitiert von Urwaldzerstörung!


mfg

flaute
03.06.2009 14:35

genau,
und ein kinderarbeiter von nike profitiert auch von seiner arbeit.

kelte
02.06.2009 18:58

sidn sie von addidas gesponsert

PwnzOr
02.06.2009 13:05
Haha

Der "Amazon" link ist ja geil.

"Slaughtering the Online Shop"

Lord Chaos
02.06.2009 12:48


Ziemlicher Unsinn der Artikel. Leder ist ein ABFALLPRODUKT der Viehhaltung. Was nicht verkauft werden kann wird weggeschmissen. So gesehen ist es der Bekleidungsindustrie völlig wurscht ob in SA einige Rinder mehr oder weniger gehalten werden.

Freie Welt
02.06.2009 18:48
So einfach ist es nicht

Glauben Sie einem Ledertechniker:
Das Leder macht einen durchaus erheblichen Anteil der Gesamteinnahmen pro Rind aus. Dadurch kann das Fleisch noch billiger verkauft werden und der Anreiz zur Massentierhaltung auf gerodeten Waldflächen ist höher.

Die Leder verarbeitende Industrie profitiert mit niedrigeren Einkaufspreisen und höheren Gewinnspannen, kann sich dadurch noch leichter gegen kleinere Mitbewerber durchsetzen und gewinnt so ebenso an wirtschaftlicher Macht wie die großen Fleischproduzenten.
Der Effekt ist eine extreme Marktkonzentration und "nebenbei" die rasche Zerstörung von Umweltressourcen.
Unter dem Strich sinken die Preise und es gibt immer weniger konkurrenzfähige Hersteller.

DaChief
02.06.2009 17:13
Es sollte nicht um die wirtschaflichen Aspekte gehen

sondern um die erhaltung des Planeten. Nicht für uns sondern unsere Kinder!!!!!!

Während wir in unserem Luxsusleben dahinvegitieren werden die nächsten Generationen ohne das notwendigste dahinvegitieren!

Hanna Schwarz1
02.06.2009 15:17

Leder ist leider kein Abfallprodukt! Sondern ein ganz feiner wirtschaftlicher Zusatzfaktor, der die Produktion umso attraktiver macht. Lederexporte können nämlich viel viel teurer verkauft werden, als das ziemlich billige Rindfleisch! Weggeschmissen wird da gar nichts.

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