Adidas, Nike & Co profitieren von der Urwaldzerstörung im Amazonas-Regenwald - Achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche werden für die Rinderzucht verwendet
Sao Paulo/Bonn - Was haben Unternehmen wie Adidas, Nike, Timberland, Clarks, Carrefour, Honda, Gucci oder IKEA gemeinsam? Sie alle profitieren laut UmweltschützerInnen von günstigem Leder aus Regionen in Brasilien, wo für extensive Rinderzucht der Urwald zerstört wird. Das ist das Ergebnis des umfassenden Reports "Slaughtering the Amazon", den die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu Beginn der zweiwöchigen Bonner UN-Klimaverhandlungen in Sao Paulo veröffentlicht hat.
So werden etwa achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche in Amazonien als Weideland für die Rinderzucht verwendet, hieß es am Dienstag in einer Aussendung von Greenpeace. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika selbst konsumiert wird, exportiert man das Leder nach Italien, China und Vietnam. Und dort ließen die großen Schuhfirmen dann auch für den europäischen Markt produzieren.
"Unreflektiertes Konsumverhalten"
"Wer den Urwald in Brasilien zerstört, schädigt das Klima auf der gesamten Welt", so Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl, "und gerade wir Europäer sollten uns die globalen Auswirkungen unseres oftmals unreflektierten Konsumverhaltens bewusst machen", mahnt der Experte. Schinerl fordert im Namen von Greenpeace, dass die genannten Firemen ihren Kunden und Kundinnen gegenüber sicherstellen, dass sie nicht weiter zur Urwaldzerstörung beitragen.
Brasilien ist nach
China, den USA und Indonesien der viertgrößte Treibhausgas-Emittent
der Welt, und etwa drei Viertel aller brasilianischen Emissionen
stammen aus der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Bis zum Sommer letzten Jahres wurden
bereits 74 Millionen Hektar der Urwälder komplett vernichtet - was
fast einem Fünftel ihrer ursprünglichen Fläche entspricht, berichtet Greenpeace. Greenpeace fordert die Industrienationen auf, einen
internationalen Urwald-Fonds einzurichten, der Regenwald-Anrainern
wie Brasilien ausreichend Geld für den Schutz ihrer Wälder und damit
auch Schutz für das globalen Klima bietet. (APA, red)