Neuer Verlagsriese

Styria-Moser-Deal: Politik "ohne Konzepte"

2. Juni 2009, 18:53
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    Rechnen mit keinerlei Problemen durch das Kartellrecht: Styria-Chef Horst Pirker soll 70 Prozent am neuen Verlagsriesen halten und hat damit mehr das Sagen als Moser-Chef Hermann Petz.

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    Der neue Verlagsriese.

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    Das Verlagsgebäuder des Styria Medien Verlags in Graz (oben) und der Eingangsbereich des Sitzes der Tiroler Moser Holding in Innsbruck.

Styria und Moser bestätigten STANDARD-Infos offiziell - Gemeinsame regionale Aktivitäten will die Wettbewerbsbehörde genau prüfen

Wien - Vergangene Woche dementierte die Styria noch. Jetzt bestätigt die Verlagsgruppe offiziell STANDARD-Infos über Verflechtungen mit der Tiroler Moser Holding. Die Styria Medien AG soll rund 70 Prozent am gemeinsamen Unternehmen halten, in das sie die Kleine Zeitung einbringt, weiters die Antenne-Radios in der Steiermark und Kärnten sowie Druckereien. Überregionale (Presse, Wirtschaftsblatt) und internationale Aktivitäten sind nicht Teil des Deals.

Mit dem Zusammengehen überholen Styria und Moser die Mediaprint als zweitgrößtes heimisches Medienunternehmen, Dimensionen, die die Bundeswettbewerbsbehörde kartellrechtlich bewilligen muss. "Merkwürdig", findet es dann Behördensprecher Stefan Keznickl, dass eine Anmeldung zur Prüfung noch ausblieb.

Unübliche Verzögerungen 


Verzögerungen gab es etwa bei AUA-Übernahme oder Stromlösung, sie gelten aber als eher unüblich. "Normalerweise gibt es Vorgespräche mit der Bundeswettbewerbsbehörde. Wir haben von der Sache aus den Medien erfahren", wundert sich Keznickl. Das dürfte den Konzernchefs kein Kopfzerbrechen bereiten. Sie rechnen mit einer Zustimmung, ließen Styria-Boss Horst Pirker und Hermann Petz von der Moser Holding via APA ausrichten. Die Behörde will den Antrag "aufmerksam lesen und prüfen", verspricht Keznickl.

Der Gesamtkonzern Styria meldete im STANDARD-Umsatzranking 486 Millionen Euro, davon 136 im Ausland. 221 Millionen Euro setzt laut Konzernangaben die Moser Holding um.

Gegengewicht zur Krone

Dem hochkonzentrierten Medienmarkt steht damit ein ereignisreicher Herbst bevor. Mit dem bis Herbst erwarteten Rückkauf der WAZ-Anteile durch Hans Dichand könnte der Mediaprint die Kronen Zeitung abspringen. Pirker will "ein glaubwürdiges Gegengewicht zur auch demokratiepolitisch belastenden Dominanz von Kronen Zeitung und Mediaprint bilden". Kurier und Krone gehört der Verlagsriese Mediaprint mit 485 Umsatzmillionen.

Fehlende Regulatoren

Auswirkungen auf Österreichs Medienlandschaft durch die gegenwärtigen Verwerfungen beurteilt der Medienforscher Hannes Haas vom Wiener Publizistikinstitut allerdings kritisch. Er ortet vor allem Fehlleistungen der Medienpolitik: "Der mediale Wandel wurde unterschätzt, das Internet einfach verschlafen." Gefunden habe man "offensichtlich die alten Modelle: Ankauf, Zusammenschluss, Marktbereinigung". Haas bemängelt fehlende Regulatoren in der heimischen Medienpolitik: "Die strategische Ausrichtung der österreichischen Medienunternehmen folgt dem biblischen Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben."

Abwesende Medienpolitik

Die Abwesenheit österreichischer Medienpolitik zeichne sich bereits als Konstante ab. Haas sieht die Zukunft düster: "Sollten bei drastisch verschlechtertem Umfeld Medienunternehmen Staatsgelder verlangen, wird man überrascht, aber bemüht sein. Und ohne Konzepte, denn diese müssten jetzt erarbeitet werden. Der Medienforscher fordert eine Reform der Presseförderung mit klaren medienpolitischen Zielen, "etwa der Förderung von Vielfalt und der Unterstützung bei Investitionen in die Infrastruktur für Qualität.

Gewerkschaft "leicht besorgt"

"Leichte Besorgnis" meldete nach Bekanntwerden der Pläne die Journalistengewerkschaft an. Da es sich bei den beiden Verlagen laut Gewerkschaftsvorsitzendem Franz C. Bauer um "Kollektivvertrags-Brecher" handle, sei man besorgt. "Wir gehen davon aus, dass die beiden in einem gemeinsamen finanzkräftigen Unternehmen den Kollektivvertrag ernst nehmen werden", so Bauer. Grundsätzlich begrüße die Gewerkschaft aber "jeden Schritt, der geeignet ist, die österreichischen Medien zu stärken". (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 3.6.2009, online ergänzt: APA)

Kommentar posten
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kbust
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wißt ihr worum es wirklich geht? um inseratenkunden bzw. die möglichkeit österreichweite inseratenpackete anbieten zu können. auf dieser ebene will man die krone angreifen. that´s it...

http://internetsperren.at
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Ich bin froh dass die österreichische Politik ihre Lektion daraus, dass sie den marktbeherrschenden Riesen Mediaprint nicht verhinder hat, offensichtlich gelernt hat, und noch einen noch größeren Moloch ohne Probleme durchwinken wird.

isker
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Von wegen ÖVP – so ein Blödsinn…

Die Styria Medien AG ist katholisch – nicht mehr und nicht weniger. Indirekt steht sie im Einfluss der Diözese Graz-Seckau, da nämlich jene Privatleute, die den beiden Stiftungen vorstehen, die gemeinsam 100% an der Styria Medien AG halten, aus der Diözese Graz-Seckau kommen. Jene Leute sind es, die die Weltanschauliche Ausrichtung des Konzerns bestimmen.

So gibt es eben auf Antenne Steiermark das Wort zum Sonntag und bei den diversen Zeitungen viele Interviews mit und Artikel über Bischöfe, Pfarrer und katholische Organisationen und Themenschwerpunkte an katholischen Feiertagen.

Otto Fishbine
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Na, dann . . .

. . . wird der Kanzler ja schon vor der geballten Medienmacht der Tiroler Tageszeitung und des Kleinen Provinzblatts zittern. Tschuldigung: Die ganz extrem einflussreichen und meinungsbildenden Bezirksblätter hatte ich kurzfristig vergessen. Und wie der in die Knie gehen wird . . .

Ava Tar
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logische Konsequenzen ?

wird die Landbevölkerung nun noch verdummter, oder hab ich es falsch verstanden ?

Juergen Hoffmann
 
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nur die ohne Internet und bei diesen ist es sowieso fraglich...

Hernie Hells
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Es wäre nun Aufgabe der Medienpolitik diesen Irrsinn zu verhindern. Zur Info an die zuständigen Herren aus dem Bundeskanzleramt: Hier ensteht ein schwarzes Mega-Meinungs-Imperium, dass es nur so raschelt. Täte sich also fast auszahlen, hier mal fest auf die Bremse zu treten.

Maria Leiter
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Kaufens doch die Kronenzeitung,...

dann entziehen Sie sich diesem schwarzen Meinungsimperium!

drKannibalFekter
 
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Was soll die Geheimniskrämerei?

Angeblich ist es klar. dass Petz CEO der neuen Holding? AG? ... wird. Das war der Lohn des für den hervorragenden Deal. Für die Styria.

suboptimal
 
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Der erinnert mich immer an Tullius Destructivus, der überall wo er auftaucht, für Intrigen und Verwirrung sorgt

Objektiv1
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einer muss ja

einen vorteil haben zumindest auf dem gehaltszettel und bei den prämien. bezahlen werden das dann die ganz normalen leute die ihren job verlieren oder ausgelagert werden.

Marcus Octavio
 
11
wo ist das kartellamt?

österreich lernt es nie.

Objektiv1
10
denen müssen

sie erst mal erklären was das internet ist und wie sich die medienwelt in den letzten jahren gewandelt hat - aber wichtiger wäre die politik würde aufschreien aber raten sie mal wer berater bei der moserholding war bevor er wieder in der politik gelandet ist - ernst strasser - und noch viele andere bekannte politiker.

a las barricadas
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yo, mir kommen die tränen

die gewerkschaft ist besorgt. aber wenn die ederer gitti leut stanzt, dann gilt die internationale solidarität.

Superhead
 
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Raika und ÖVP haben wieder zugeschlagen

erwähnenswert wäre auch, dass die Raika und ÖVP an der Moser Holding mit fast 15% beteiligt sind.
"Die Moser Holding hatte Anfang November zur Gänze die "Oberösterreichische Rundschau" übernommen. Zuvor war hier die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich unter Generaldirektor Ludwig Scharinger mit 40 Prozent an Bord."http://diepresse.com/home/kult... =simarchiv am 16.12.2008

Jetzt sind die ÖVP- und Raikanahen Blätter endlich vereinigt!

HAGA10
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5 Prozent

Mit 5% Beteiligung wird Raiffeisen die neue Aktiengesellschaft sicher dominieren, oder???

pudelweiss
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zumindest die Linie abstimmen !!

Raiffeisen und ÖVP sind 2 Seiten eines Systems.
Das ist die Bauernbund-Akademiker-Gruppe die sind überall drin und koordinieren so ihre Geschäfte

da genügen auch 5 %

lemur
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an der neuen holding

ist die raika nur mit 5% dabei.... wohl zu oft den detailierten ausführungen des herrn strache gelauscht? klar dass scharinger 5 % reichen um mitreden zu können, das macht er fast überall so, aber in diesem fall ist alles recht um die dominanz des scheishäulsformats zu reduzieren..

Kernöl
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nur leider steht da oft was drinnen, was sich ide anderen schon gar nicht zu schreiben gedrauen - selbst die briefe treffen oft ins schwarze und rote und blaue - so abschaßsl´n darf man die krone auch nciht

Take your protein pills and put your helmet on
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Similia similibus curantur?

die kronen zeitung soll also durch einen noch größeren player "besiegt" werden? durch die gleichschaltung von medien und die damit einhergehende ausdünnung der medienlandschaft wird prinzipell garnichts erreicht, außer gewinnmaximierung. der kampf gegen die krone ist nur ein vorwand, um den eigenen einfluss auszuweiten. Weder hat die krone dadurch weniger leser, noch ändert sich was am stil der berichterstattung.

naso
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"scheishäulsformat" ?

habens schon einmal die die journalistische glanztat namens "bezirksblätter" (nachfolger der OÖ-Rundschau-regionalausgaben) kennen gelernt?
da müßte ihnen eine noch tiefere klassifizierung dazu einfallen.

ach so: um inhalt gehts ja nicht. nur um gewinn.
der wird sich aber bei diesem "postkastl-vollstopf-müll" auch bald aufhören. spätestens wenn die inserenten einmal selbst nachprüfen (und sich nicht von reichweiten-phantasiezahlen der werbewirtschaft einlullen lassen) wie die käseblatteln beim adressaten angenommen werden: unbetrachtet im müll entsorgt!

conmigo
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blöde frage...

wer ist eigentlich eigentümer der styria?

Michl52
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Eigentümer ist der katholische Preßverein bzw. heute eine gemeinnützige Stiftung.

http://www.styria.com/de/styria... tuemer.php

norwegian blue
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Der "Katholische Medien Verein - Privatstiftung" zu 98,3% (siehe dazu auch Wikipedia-Eintrag)...

lemur
00
Katholischer Medien Verein Privatstiftung

aber wer da dahintersteckt? der name sagt allerdings schon einiges

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