Straffer Zeitplan für GM-Insolvenz

2. Juni 2009, 16:17
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Der Konzern will das Insolvenzverfahren bis Ende August anschließen, der US-Staat pumpt mehr als 50 Milliarden Dollar in den Autobauer

New York - Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer General Motors (GM) hat vor dem Insolvenzgericht erste Erfolge für den erhofften raschen Neustart erzielt. Zum Auftakt des am Montag in New York eröffneten Verfahrens legte der Richter einen straffen Zeitplan fest. Zur rettenden Finanzierung gab er bei der Anhörung zudem eine erste Tranche von 15 Mrd. Dollar (10,54 Mrd. Euro) für den führenden US-Hersteller frei.

Der gut 100 Jahre alte Traditionskonzern GM will die Insolvenz binnen 60 bis 90 Tagen erfolgreich abschließen - also spätestens etwa Ende August. Das Verfahren läuft rechtlich als Auktion, weitere Kaufangebote neben dem Regierungsplan werden aber nicht erwartet.

Im größten Gläubigerschutz-Verfahren der US-Industriegeschichte soll der Konzern weitgehend verstaatlicht und gesundgeschrumpft werden, Zehntausende Jobs gehen nochmals verloren. Die bisherige 100-Prozent-Tochter Opel wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Strudel der Insolvenz abgeschirmt. GM zieht sich bei Opel auf einen Anteil von 35 Prozent zurück und gibt die Mehrheit an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und dessen russische Partner ab.

50 Milliarden Dollar

Der Staat pumpt mehr als 50 Mrd. Dollar in GM, inklusive schon gezahlter 20 Mrd. Dollar. Zur weiteren Finanzierung seien exakt 33,3 Mrd. Dollar vorgesehen, gab GM bekannt. Der Konzern hat den Insolvenzunterlagen zufolge mehr als 100.000 Gläubiger. Einen ersten Schuldenkompromiss gibt es zwar mit einer Mehrheit der Kreditgeber, aber viele könnten sich noch querlegen.

Das Insolvenzgericht gab bereits grundsätzlich grünes Licht zur Aufspaltung in einen überlebensfähigen Konzernteil und Altlasten wie etwa 14 Werke, vier Marken (Hummer, Saturn, Saab, Pontiac) und Tausende Händler. Einwände gegen die geplante Übernahme durch Regierung, Gewerkschaft und Gläubiger müssen nun bis zum 19. Juni erhoben werden, eine Anhörung dazu ist für den 30. Juni angesetzt.

Die Zukunft von GM-Chef Fritz Henderson ist unterdessen offen. Der frühere Konzernvize hatte das Steuer erst vor zwei Monaten übernommen und soll GM nun auch durch die Insolvenz führen. Über einen späteren Wechsel an der Spitze wird aber immer wieder spekuliert.

Chrysler-Chef tritt ab

Beim Wettbewerber Chrysler tritt Chef Robert Nardelli zum Ende des Insolvenzverfahrens ab. Mit dem zur Rettung geplanten Einstieg des Fiat-Konzerns soll dessen Chef Sergio Marchionne auch bei Chrysler am Steuer sitzen. Der rasche Ablauf der Insolvenz beim drittgrößten US-Hersteller gibt GM Hoffnung auf ein ebenfalls zügiges Verfahren.

Die USA und Kanada sollen zunächst 72 Prozent an GM übernehmen, die Gewerkschaft UAW bekommt für Milliarden-Zugeständnisse 17,5 Prozent. Die Gläubiger, denen GM 27 Mrd. Dollar schuldet, sollen zunächst zehn Prozent erhalten und später auf bis zu 25 Prozent aufstocken können. (APA/DPA)

 

 

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