VIG nach Millionen-Sparprogramm auf Kurs

2. Juni 2009, 09:27
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Nach 100-Millionen-Einsparung sieht sich der Versicherungskonzern "kostenmäßig gut aufgestellt"

Wien - Im laufenden 2. Quartal ist die Vienna International Group (VIG) versicherungstechnisch weiter gut unterwegs, sagt VIG-Chef Günter Geyer. Im Ausland verzeichne man auf lokaler Währungsbasis positive Zuwachsraten - teils auch zweistellig. In Österreich könne man sich jedoch dem negativen Trend im Autobereich und dem Rückgang bei den Einmalerlägen in Leben nicht entziehen. Die Combined Ratio - Kosten und Schäden gemessen an den Einnahmen - solle wieder deutlich unter 100 liegen, sagte Geyer. Im 1. Quartal waren es knapp über 96 Prozent.

Das Autogeschäft sei abhängig von den Neuzulassungszahlen, und die würden weiter nach unten zeigen. Dies bedeute weniger Kasko-Geschäft. Vielfach gebe es auch einen Rückzug von Voll- auf Teilkasko. Die Auto-Haftpflicht sei davon nicht betroffen. Im sonstigen Sachgeschäft spüre man keine deutliche Änderung, Sach insgesamt (inklusive Auto) wachse sogar leicht. Die private Krankenversicherung sei derzeit der einzige echte Wachstumsbereich. In der Lebenssparte gebe es weiterhin ein Wachstum bei den Zukunftsvorsorge-Verträgen, im 1. Quartal betrug es bei der VIG immerhin 15 Prozent. Allerdings gebe es auch vermehrt Kundenwünsche nach Prämienruhestellungen.

Änderung bei Zukunftsvorsorge

Zuversichtlich ist Geyer, der auch Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes ist, dass es bei der Zukunftsvorsorge in den nächsten Wochen zu einer Änderung bezüglich des verpflichtenden Aktienanteils kommt. Es habe diesbezüglich gute Gespräche mit dem Finanzministerium gegeben. Derzeit ist für diese staatlich geförderte Altersvorsorge bei der Veranlagung ein Aktienanteil von 40 Prozent vorgeschrieben. Dieser soll nun in Abhängigkeit vom Alter in Richtung Pension hin auf bis zu 10 Prozent gesenkt werden.

Bei ihrem Sparprogramm, das auch Stellenstreichungen mit sich bringt, setzt die VIG stark auf natürliche Abgänge. Von den durch Umstrukturierung in Österreich betroffenen 400 Mitarbeitern würden rund 150 Personen den Konzern durch normale Fluktuation verlassen, auch Pensionierungen, "da bleiben nur noch 250". Davon werde einem Großteil eine andere Arbeit angeboten, "eine zumutbare", so der VIG-Generaldirektor. Dabei sei zum Beispiel an den Verkauf gedacht. Mit dem 100-Millionen-Euro-Sparprogramm, das ab 2010 nachhaltig voll wirksam sein soll, sei die VIG dann "kostenmäßig sehr gut aufgestellt", orientiert am besten Branchen-Viertel.

Stellenstreichungen

Vom Gesamtbetrag entfallen - bereits ab heuer effektiv - 40 Mio. Euro auf Sachkosten und 60 Mio. Euro auf das Personal. Insgesamt könnten rund 1.500 Mitarbeiter im Konzern betroffen sein, mit etwa 1.100 der Großteil im CEE-Raum, sehr stark in Rumänien, aber auch in Polen und Bulgarien sowie in geringerem Ausmaß in der Slowakei. Straffungen soll es hauptsächlich in den Back-office-Bereichen geben.

Beraten lässt sich die VIG bei den Sparbemühungen von McKinsey. Bis Ende Juni will der Vorstand entscheiden, welche Empfehlungen umgesetzt werden. Ende März zählte der VIG-Konzern 25.044 Mitarbeiter, davon 6.296 in Österreich und 18.748 im Ausland. (APA)

 

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    Günt

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