Komplementärmedizin

O wie Osteopathie

Regina Philipp, 16. Juni 2009, 15:14
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    foto: andreas kainz

    Primär geht es bei der Ostopathie um die Anregung zur Selbstheilung.

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    foto: andreas kainz

    Andreas Kainz ist seit 1992 der Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Wilhelminenspital. Als Diplomosteopath hat er auch die Leitung dse Zentrums für medizinische Osteopathie und Wirbelsäulenerkrankungen inne.

Wunderheiler ist der Osteopath keiner, er fühlt aber Dinge, die dem Schulmediziner verborgen bleiben

„Patienten die vom Schulmediziner mit der Diagnose - ‚Damit müssen sie leben' - kommen, sind mir am liebsten", erzählt Andreas Kainz, Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Wiener Privatklinik und Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Osteopathie. Da wo die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt, fängt für ihn als Osteopathen die Arbeit erst an.

Schmerzpatienten und Menschen, die unter unerklärlichen Brustsymptomen leiden, zählen zu häufigen Beschwerdebildern in der osteopathischen Praxis. So mancher Patient wird dabei infolge normaler Laborwerte, Herzparameter und unauffälliger psychiatrischer Anamnese vom klassischen Mediziner zum Hypochonder gemacht. „Oft handelt es sich um ein rein funktionelles Problem im Bereich der Brustwirbelsäule", weiß Kainz, der seinerseits Störungen im Organismus Störungen findet, die sich mit Hilfe konventioneller Untersuchungsmethoden nicht aufstöbern lassen.

Die Verschränkung von Hülle und Inhalt ist es also, die den Osteopathen vornehmlich interessiert. Denn so wie die Brustwirbelsäule gelegentlich Herzbeschwerden macht, kann umgekehrt ein inneres Organ eine Funktionseinschränkung am Bewegungsapparat erzeugen. Der Osteopath beurteilt von außen was sich drinnen im Körper tut und verwendet als diagnostisches Werkzeug dabei nur seine Hände.

Berührung mit Zauberhand?

Mitnichten, denn hinter diesem Hauch von Magie, steckt ein Fasziensystem, das sämtliche Organe und Gewebe im menschlichen Organismus untereinander verbindet. Dieses Netzwerk aus Bindegewebe zeigt sich für die Verlagerung von Schmerzen, Spannungen oder Funktionsstörungen an andere Körperregionen verantwortlich. Der Osteopath weiß es für sich zu nützen und behandelt nicht selten an einer völlig anderen Stelle, als es die Symptomatik ursprünglich erwarten ließe.

Nun gut, auch dem manuellen Mediziner, Chiropraktiker und Physiotherapeuten ist die Behandlung mit den Händen vertraut. Der Unterschied zur Osteopathie ist dennoch gegeben. „Dem Osteopathen stehen zahlreiche Techniken zur Verfügung, dadurch ist es ihm möglich sehr diffizil zu arbeiten", so Kainz. Große Manipulationen wie sie der Chiropraktiker, im Volksmund auch Knocheneinrenker genannt, macht, sind hier allerdings nicht erforderlich. Oft genügen bereits kleine Gelenkseinstellungen um dem Körper zu seinem ursprünglichen Gleichgewicht zu verhelfen. Eine feine, sehr subtile Arbeit, die sich für jede Altersgruppe eignet und selbst Erkrankungen wie die Osteoporose von einer Behandlung nicht ausschließt.

Anregung zur Selbstheilung

„Wunderheiler ist der Osteopath nicht. Er gibt dem Körper nur die Information, wie er sich selbst wieder gesund machen kann", nimmt Kainz der Osteopathie noch den letzten Zauber. Konkret geht es, wie bei vielen anderen komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden, um die Anregung zur Selbstheilung. Sie macht es auch erforderlich größere zeitliche Abstände zwischen den einzelnen Behandlungen einzuhalten, damit das Gewebe die erhaltenen Informationen umsetzen kann.

„Ein guter Osteopath respektiert die Größe des Gesamtsystems und sieht sich selbst nur als Mittel zum Zweck", wird Kainz abschließend philosophisch, um dann noch zu betonen wie wichtig eine fundierte und langjährige Ausbildung ist. Der Begriff Ausbildung ist dabei, so Kainz, nicht ganz korrekt, denn tatsächlich handelt es sich bei der Osteopathie um eine Fortbildung und keine Berufsausbildung im eigentlichen Sinne. In Österreich, wie in den meisten anderen europäischen Ländern auch, ist deshalb eine physiotherapeutische Grundausbildung oder eine Medizinstudium als Vorraussetzung zwingend. (Regina Philipp, derStandard.at, 16.06.2009)

Kommentar posten
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Barbarin (vorm. L.Sonnenschein)
11
11.10.2010, 16:50
Ich bin etwas spät dran...

I love Osteopathie und "meinen" Oteopathen und bin ihm sowas von dankbar, dass ich dafür keine passenden Worte habe!!!

presonic
31
17.6.2009, 17:38
die USA und australien sind uns um einiges voraus:

http://www.oego.org/index.php?id=44&L=0

Godesberg
01
18.6.2009, 09:16

Und irgendwann wird man in Europa auch verstehen dass die Ausbildung zum "Doctor of Osteopathic Medicine (D.O.)" etwas anderes ist als das was man in Europa darunter versteht.

In den USA handelt es sich um ein nahezu vollwertiges Medizinstudium, in dem die Osteopathie nur einen relativ kleinen Teil ausmacht.

In Deutschland z.B. lernt man das an Heilpraktikerschulen im Wochenendkurs.

E.B.
01

deshalb kommen die deutschen ja zur ausbildung nach ö.
http://www.wso.at/neu/html/... ldung.html
und diese ausbildung ist weit besser als die in den usa.

presonic
00
11.8.2009, 20:42

zum glück. ich verstehe allerdings bis heute nicht, warum die osteopathie unter alternativmedizin fällt. sie ist anerkannt, es gibt eine tolle ausbildung, viele leiden könnten billiger und schmerzfrei behoben werden (v.a. die des bewegungsapparates)....
oh. ich vergaß. viele ops würden dann nicht stattfinden..... da würde die ärztekammer laut aufschreien.

A Voice
13
18.6.2009, 17:39
bitte

ganz so ist dieser Kurs nicht - erstens sind Heilpraktiker was ganz anderes, zweitens dauert dieser Wochenendkurs etwa 6 Jahre - immer wieder geblockt.

presonic
12
18.6.2009, 16:10

1. wir leben in österreich, auch wenn du das schon wieder vergessen hast.
2. warum glaubst du, plädieren leute wie ich auf eine ordentliche ausbildung der osteopathen?

Godesberg
21
18.6.2009, 16:25

1. "Zurzeit werden in Österreich verschiedenste Aus-/Fort- und Weiterbildungen auf dem Gebiet der Osteopathie angeboten. Die Osteopathie unterliegt derzeit noch keiner gesetzlichen Reglementierung."

2. Entschuldigung, aber Leute wie Sie nehme ich nicht ernst. In den USA wird den Osteopathen zum Beispiel im Studium beigebracht dass Impfungen ein Segen sind. Dagegen würden Sie doch auch wieder Sturm laufen.

Glauben Sie mir, wenn die Osteopathen in Österreich die gleichen wären wie die in den USA würden Sie die auch in Schublade Pharmamafia stecken und nicht unter Alternativmediziner laufen lassen.

presonic
32
18.6.2009, 16:29

wenn du mich nicht ernst nimmst, warum antwortest du dann immer auf meine postings? ich frage mich schon schön langsam, ob du einfach zu viel zeit hast oder irgendeinen schaden.

1. bestätigt genau, was die www.oego.org fordert!
heilpraktikerschulen gibt es in österreich nicht, genau wie heilpraktiker. das ist was rein piefchinesisches.

zu deinem letzten satz: ja ich will ja, dass die osteopathie künftig unter "schulmedizin" fällt und von den kassen bezahlt wird. die pharma wird das nicht interessieren, da es in der osteopathie keine medikation gibt.

Godesberg
20
18.6.2009, 17:10

Wie utarefson schreibt, in Österreich bekommen sie alles mögliche diplomiert, in Deutschland haben wir dafür die HP-Schulen.

Godesberg
12
18.6.2009, 17:08

Wenn Sie unter "Schulmedizin" fallen soll, muss sie sich den gängigen Kriterien stellen. Und da ist sie bereits durchgefallen. Da haperts an der Plausibilität und an dem Nachweis.

Ich antworte Ihnen weil es vielleicht Leute gibt die Sie ernstnehmen. Und ich finde es sinnvoll, dass diese den Müll den Sie so den lieben langen Tag von sich geben nicht ungefiltert als Wahrheit übernehmen.

Keine Sorge, an Ihnen liegt mir rein gar nichts.

presonic
02

ich kennen keinen schulmediziner, der die osteopathie und deren wirksamkeit bezweifeln würde.

A Voice
23
17.6.2009, 15:08
Lustig,

genau der Fall war's bei mir auch - "Damit müssen Sie leben" und der Osteopath hatte es in 5 Sitzungen erledigt.
Wobei man sicher gut aufpassen muß, zu wem man geht (wegen der eventuell vorhandenen Esoteriknähe).

presonic
13
17.6.2009, 17:38

in österreich ist das relativ einfach. es gibt hier nämlich die österreichische gesellschaft für osteopathie. wer sich auf deren ärzteliste befindet, wurde auf herz und nieren geprüft und ist kein quacksalber.
hier der link: www.oego.org

A Voice
00
18.6.2009, 17:41
die persönliche Einstellung

kann dennoch Richtung Quacksalberei gehen. Die Damen und Herren werden in punkto ihrer Ausbildung überprüft - was würdig und recht ist. Wie man bei allen Berufsgruppen sieht, kann es auch hier dennoch gewaltige Unterschiede geben.

presonic
11
19.6.2009, 16:13

ist mir bei praktischen und frauenärzten sehr oft aufgefallen. die prüfung sagt noch nix über das können.
trotzdem ist es wichtig, einheitliche standards zu finden. oder?

utarefson
10
18.6.2009, 16:51
Traumtänzerin!

Haben sie schon mal nachgesehen, was alles mit Ärztekammerdiplomen diplomiert wird.
Sie sind ja sonst so kritisch, warum haben sie bis dato nicht gecheckt, daß die Ärztekammer die Interessen der Ärzte und nicht die der Patienten vertritt. Nur im Fernsehen vertritt die Kammer die Patienten

Kowosch
 
00
18.6.2009, 19:50

"daß die Ärztekammer die Interessen der Ärzte ... vertritt."

Auch das läßt sich so keineswegs verallgemeinern!

Kowosch
 
01
19.6.2009, 14:27
Sie haben mich gründlich mißverstanden...

Ich bin selbst (Pflicht-)Mitglied in dieser Kammer...

Kostet mich u.a. auch einen Haufen Geld.

Nur ist es halt so, daß längst nicht die Interessen aller Mitglieder gleichermaßen wahrgenommen werden, Stichwort z.B. niedergelassene vs. angestellte Ärzte usw.. Und häufiger spielt sich da die Entscheidungsfindung primär im Bereich des Lobbyismus ab.

Auch sind einige der Funktionäre wahre K*tzbrocken, die mehr auf (ihr) Image und ihre ÄK-Karriere als auf die Interessen der Ärzteschaft achten.

Na, und was dann da zum Teil als ÖÄK-Diplom angeboten und beworben wird, läßt jeden wissenschaftlich denkenden und arbeitenden Mediziner erschauern...

utarefson
00
19.6.2009, 09:53
Wen sonst bitte soll die Ärztekammer vertreten?

Machen sie doch einen Vorschlag!!!
Sind es vielleicht die Apotheker?
Oder die Krankenschwestern?
Argumentiert werden alles Wünsche natürlich mit der Gesundheit der Patienten

Kowosch
 
00
19.6.2009, 19:40

Ah - habe meine Antwort an Sie falsch verlinkt. Die steht also genau über Ihrem Beitrag...

snake
00
18.6.2009, 17:07

und was heißt das jetzt?
dass die ärztekammer plötzlich jemanden diplomiert, der quacksalbert? der ihnen oder der pharmazie nutzen bringt? oder was?
bitte erklären.

utarefson
21
19.6.2009, 09:51
Sie haben es gecheckt!

Diplom für Quacksalberei

Clemens Schwarz
24
17.6.2009, 12:51
Durch manuelle Therapien kann man viel bewirken. Ist nur ein anderer Zugang und im ersten Moment für unsere Kopflastige Welt etwas ungewohnt.

Ich persönlich war noch nie beim Osteopathen, habe aber selbst eine Ausbildung in so einem "esoterischen" Fach, das ebenfalls auf der Verbesserung der Regulation beruht. Diese kann nicht heilen. Der Klient heilt sich selbst, wenn die Regualtionsmechanismen wieder "anspringen". So sind ungleichlange Beine kein Problem und sind in der regel mit 2-3 Sitzungen erledigt usw... Der Zugang ist ein anderer. Man geht über den Körper zur Psyche anstatt von der Psyche zum Körper. Der Körper wird entstresst und die Psyche kann aufatmen und die Probleme besser angehen.
Ich finde es hochinteressant in den Bereich der Psyche-Körperbeziehung eintauchen zu dürfen.
Der Zusammenhang ist ja unbestritten.

Phosphoenolpyruvat
40
17.6.2009, 14:42
Ich bestreite den Zusammenhang

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