Doppelmord in Heurigem

2. Juni 2009, 11:49
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Unbekannter erschoss Wirtsehepaar - Tochter schwer verletzt - Motiv unklar

Bei einem Heurigen in Pachfurth (Bruck an der Leitha) haben sich in der Nacht dramatische Szenen abgespielt. Ein Wirt und seine Ehefrau wurden nach Betriebsschluss von einem unbekannten Täter erschossen. Der Unbekannte feuerte mehrere Schüsse auf den 50-jährigen Besitzer des Lokals und seine 49-jährigen Gattin ab, beide erlagen ihren Verletzungen. Die Tochter des Wirts-Ehepaars wurde schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Der Schütze ergriff mit einem weißen Peugeot 205 die Flucht, berichtete Oberst Ernst Schuch, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes NÖ. Ein Motiv für die Tat stand nach seinen Angaben vorerst nicht fest.

Zu dem Verbrechen war es am Sonntag gegen 22.50 Uhr gekommen. Die 21 Jahre alte Tamara T. und ihr Freund hatten sich bereits im Wohnbereich im ersten Stock aufgehalten, als sie Hilfeschreie aus dem Heurigenlokal im Erdgeschoß vernahmen. Beide hielten Nachschau und sahen einen Fremden mit einer Faustfeuerwaffe in der Hand. Als die 21-Jährige wieder nach oben laufen wollte, wurde sie im Stiegenaufgang von einem Projektil in den Rücken getroffen und schwer verletzt. Für die Eltern der jungen Frau gab es keine Hilfe mehr. Der 50-jährige Christoph T. war von vier Projektilen, seine Ehefrau Monika (49) einmal getroffen worden, so Schuch. Das Ehepaar starb noch am Tatort.

Operation der Tochter

Die 21-jährige Tochter wurde ins Landesklinikum Mödling eingeliefert, wo sie laut dem Oberst operiert werden musste. Nach Auskunft des Krankenhauses bestand keine Lebensgefahr. Der Freund der jungen Frau blieb unverletzt.

Bei der Tatwaffe habe es sich um eine Pistole gehandelt, sagte der Oberst. Das Kennzeichen des weißen Peugeot 205 sei nicht bekannt. Rätsel gab den Kriminalisten vorerst das Motiv für das Verbrechen auf. Raubmord werde nicht ausgeschlossen, so Schuch. Mit Mitarbeitern in dem Heurigenbetrieb sei diesbezüglich noch der Geschäftsgang vom Pfingstmontag zu rekonstruieren.

Unklar blieb zunächst auch, wie der Täter in das Lokal gelangt war. Die Eingangstür sei am späten Montagabend jedenfalls bereits versperrt gewesen. Der vorerst Unbekannte könnte sich demnach durch Klopfen Zutritt verschafft haben. Eine weitere Möglichkeit sei der Hintereingang, sagte Schuch. Dass es sich beim Täter um den letzten Gast gehandelt hatte, werde ausgeschlossen.

Ortsbewohner fassungslos

In der Marktgemeinde Rohrau, zu der auch die Katastralgemeinde Pachfurth gehört, hat am Dienstag gleichermaßen Fassungslosigkeit wie Verunsicherung geherrscht. Das Verbrechen "kommt einer Hinrichtung gleich", sagte Bürgermeister Herbert Speckl (V). Niemand habe auch nur annähernd eine Idee, was hinter der schrecklichen Tat stecken könnte, betonte der Ortschef.

Viele Menschen seien am Tatort am Ort des Verbrechens zusammengekommen. Überhaupt nicht vorstellbar sei, dass die in der Gemeinde überaus beliebte Familie Feinde gehabt haben könnte. "Mir fehlen die Worte", sagte Speckl. "Wer immer der Täter war", das Verbrechen sei "unvorstellbar". In Teilen der Bevölkerung - "hier kennt jeder den anderen" - herrsche nunmehr sogar "massive Angst". (APA/red, derStandard.at, 2. Juni 2009)

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    Ein unbekannter Täter hatte mehrere Schüsse auf den 50-jährigen Besitzer eines Heurigenlokals und seine 49-jährigen Gattin abgefeuert - beide starben; die Tochter wurde schwer verletzt.

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