Constantia soll FMA mit falschen Unterlagen beruhigt haben

1. Juni 2009, 17:27
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Vor Verkauf der Immo-Aktien an Fries soll Constantia Privatbank Kauforders rückdatiert und ausgebessert haben

Wien - Rund um die Anzeige der niederländischen Constantia Packaging B.V. gegen den Ex-Vorstand von Immoeast und Immofinanz erschließen sich Details, die Licht in die hektischen Aktivitäten nach dem Kursverlust der Immoaktien ab 2007 bringen.

Bei Töchtern der Constantia Privatbank (CPB) waren ja Immoaktien geparkt, im Herbst 2007 begehrte die Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA Informationen dazu. Der Vorstand der Bank tat das, wie berichtet, am 29. November: Die Aktien gehörten Bankkunden, und zwar Kingsbridge Capital Participation Ltd., Rosehill Business Ltd. und Ridas AG; Letztere stehen dem damaligen CPB-Aufsichtsratschef, Prinz Michael von und zu Liechtenstein, nahe.

Der Bank-Aufsichtsrat (in dem auch Christine de Castelbajac saß; sie versuchte damals, die Bank zu verkaufen, und erhoffte 700 Mio. Euro Erlös) erfuhr im Dezember von dem Schreiben. "Der Inhalt entsprach dem Wissensstand des Aufsichtsrats", heißt es. Denn die B.V. habe über diese beiden Firmen schon eine Struktur aufgebaut, um die Immoaktien notfalls selbst zu übernehmen und die Bank davon zu befreien. (Dann fand sich aber die Fries-Gruppe.)

Dem Schreiben der Bank an die FMA sollen sogar Kauforders beigelegt worden sein, wonach die drei Gesellschaften die Aktien bereits ab Februar 2007 gekauft hätten. Der Vorwurf von involvierten Juristen: "Da wurden Originaltickets aus der Bank rückdatiert und ausgebessert." Wer konkret das getan haben soll, sei nicht klar. der Standard betont, dass die Unschuldsvermutung gilt. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 2.6.2009)

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