Ausbau der Transsib auf Schiene gebracht

1. Juni 2009, 18:50
6 Postings

Breitspurplanungsgesellschaft gegründet, Machbarkeitsstudie kostet sechs Millionen Euro

Sotschi - Russland macht bei der geplanten Verlängerung der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Wien Druck. Beim Forum "Strategische Partnerschaft 1520" in Sotschi wurde von der russischen, der österreichischen, der ukrainischen und slowakischen Eisenbahn ein Dokument zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet.

Die Breitspurplanungsgesellschaft, an der die Eisenbahnen je 25 Prozent halten, soll sich um die Erstellung einer Machbarkeitsstudie kümmern. Sie soll nach Wunsch der Russen in einem Jahr fertig sein. Die Gesellschafter zahlen jeweils 1,5 Millionen Euro in das Grundkapital ein, um die Kosten der Studie zu decken.

Geplant ist die Verlängerung der in Košice in der Slowakei endenden Transsib nach Wien. Die Spurbreite in Russland beträgt statt der in Europa üblichen 1435 Millimeter 1520 Millimeter. Die Kosten der 575 Kilometer langen Erweiterung werden auf rund vier bis fünf Milliarden US-Dollar geschätzt.

Experten erhoffen sich durch die einheitliche Spur eine Steigerung des Gütertransits aus Russland nach Europa um 60 Prozent. "Wenn eine Wirtschaftsmacht wie Russland hinter einem Projekt steht, dann sagt man nicht nein, sondern ist froh, an der Wertschöpfung teilzuhaben", sagte ÖBB-Vorstand Gustav Poschalko.

Die Hürden sind allerdings noch groß. Zum einen müssen Investoren gefunden, zum anderen politische Bedenken aus dem Weg geräumt werden. "Die Slowakei kann kein Interesse daran haben, dass der Güterverkehr nach Wien durchrauscht", sagte Miklós Révay von PricewaterhouseCoopers. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.6.2009)

Share if you care.