Meister will mit neuem Team auch in Europa reüssieren

1. Juni 2009, 15:44
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Nationaler Titel als Pflichtprogramm - Hochhauser verhandelt mit fünf neuen Spielern - "Geld spielt eine Rolle"

Salzburg - Es war die Pflicht - nicht mehr und nicht weniger. Red Bull Salzburg hat am Sonntag die Rückeroberung des österreichischen Fußball-Meistertitels von Rapid Wien gefeiert. "Wir müssen Meister werden, das ist unser Anspruch", gestand Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser, "auch im nächsten Jahr". Vorrangiges Ziel der Bullen ist allerdings die erstmalige Qualifikation für die Champions League.

Der ÖFB-Meister muss im reformierten Quali-System in der zweiten von vier Runden einsteigen, ist aber aufgrund mangelnder internationaler Erfolge bereits in der dritten nicht mehr gesetzt. Hochhauser hofft auf "etwas Auslosungsglück", so dass den Salzburgern zumindest in der dritten Runde ein großer Brocken erspart bleibt. Bei einem Aus in der vierten Runde würde wenigstens die Gruppenphase der neuen Europa League warten.

Zwei Zugänge bereits fixiert

An der neuen Mannschaft wird schon eifrig gebastelt. Mit ÖFB-Verteidiger Franz Schiemer und dem defensiven Mittelfeldspieler Thomas Augustinussen aus Dänemark sind bereits zwei Zugänge fixiert. Weitere Neuverpflichtungen werden intensiv mit Neo-Coach Huub Stevens abgestimmt, der das Training als Nachfolger seines niederländischen Landsmannes Co Adriaanse am 15. Juni aufnimmt.

"Wir verhandeln momentan mit fünf Spielern. Wenn wir drei davon bekommen, wäre ich sehr zufrieden", erklärte Hochhauser. Einer davon soll der Verteidiger Christian Schwegler von Young Boys Bern sein. Der 24-jährige Schweizer könnte den Ungarn Laszlo Bodnar ersetzen, der den Meister im Sommer verlassen dürfte. Auch der Verbleib von Stürmerstar Marc Janko und Offensivspieler Johan Vonlanthen ist trotz laufender Verträge nicht endgültig gesichert.

Bereits vor dem abschließenden Saisonspiel - einer 1:4-Blamage zu Hause gegen Absteiger Altach - hatte Red Bull fünf Spieler verabschiedet. Niko Kovac beendet seine Karriere, Torhüter Timo Ochs sowie die Verteidiger Remo Meyer und Ronald Gercaliu dürfen sich neue Clubs suchen. Spielmacher Vladimir Janocko hat einen solchen in Form von Zweitliga-Titelkandidat Admira bereits gefunden. Auf der anderen Seite kehren die zuletzt verliehenen Sasa Ilic (AE Larissa) und Mejdi Traoui (Al Wahda) nach Salzburg zurück.

Billiger als kolpotiert

Unbegrenzte finanzielle Mittel stehen laut Hochhauser nicht zur Verfügung. "Geld spielt eine Rolle. Wir gehen nicht mit Summen einkaufen, wie das immer kolportiert wird", betonte der Sportchef. Internationale Topspieler sind schwer zu bekommen. Ein bekannter Name hatte sich in der abgelaufenen Saison aber besonders in den Dienst der Mannschaft gestellt - Alexander Zickler.

Der ehemalige Bayern-Stürmer, in den vergangenen beiden Jahren noch Torschützenkönig, war im System von Adriaanse zugunsten von Janko ins zweite Glied gerückt, arbeitete als Vorbereiter auf der rechten Außenbahn. "Das ist sicher nicht meine Lieblingsposition, aber wir haben viele sehr gute Stürmer. Marc (Janko) hat noch eine große Karriere vor sich, ich nicht", meinte Zickler.

Der 35-Jährige wurde für seine Geduld mit einem speziellen Moment belohnt. Der Deutsche nahm den Meisterteller zum ersten Mal als Kapitän entgegen. "Das ist natürlich etwas Besonderes", versicherte Zickler, der sich nun nach internationalen Erfolgen streckt. "Es wäre ein großes Ziel, mit Salzburg noch einmal in der Champions League zu spielen." Gleiches gilt für Janko. Die Aussicht auf die europäische Eliteliga könnte gegen einen Wechsel des Bundesliga-Schützenkönigs (39 Tore) ins Ausland sprechen.

Vorerst freute sich Janko allerdings über den Meistertitel und die Auszeichnung als bester Spieler der Saison. "Diese Meisterschaft bedeutet mir um einiges mehr als 2007. Ich habe viel mehr dazu beigetragen", erklärte der Nationalstürmer. Der vergebenen Chance auf den Torrekord von Hans Krankl (41 Treffer 1977/78) trauerte der 25-Jährige nach dem Altach-Spiel nicht weiter nach. "Es war trotzdem eine unglaubliche Saison, die nur schwer zu toppen sein wird. Und der Meisterteller ist dort, wo er hingehört." (APA)

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    Heinz Hochhauser bastelt mit dem neuen Coach bereits fleißig an der Mannschaft der nächsten Saison.

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