Mühlviertler Missionar in Südafrika ermordet

1. Juni 2009, 13:16
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Engagierter und beliebter Priester Ernst Plöchl wurde erdrosselt, nachdem er die Lohngelder für die Arbeiter der Mission "Maria Zell" abgeholt hat

Linz - Der 78-jährige Mühlviertler Missionar Ernst Plöchl aus Neumarkt im Mühlkreis (Bezirk Freistadt) ist am Wochenende in Südafrika ermordert worden. Die Obduktion wurde für Donnerstag angekündigt. Am Freitag soll der Geistliche begraben werden.

Der 78-Jährige wurde erdrosselt, bestätigte Provinzial Pater Guy Cloutier in einem E-Mail. Demnach überfielen Plöchl vorerst unbekannte Täter, raubten ihn aus und brachten ihn um.

Nachdem Pater Plöchl am Sonntag nicht zur Heiligen Messe erschienen war, suchte eine Reinigungskraft nach ihm und fand ihn regungslos am Boden des Badezimmers liegend. Er war an einen Handtuchhalter gefesselt, um den Hals hatte er einen Strick. In den Mund des Toten war ein Stück Stoff gestopft, so Pater Guy Cloutier vom Orden der Missionare von Mariannhill.

Laut Zeugenaussagen soll Plöchl zuvor auf der Bank gewesen sein, um den Monatslohn für die Arbeiter der Mission "Maria Zell" abzuholen. Die Räuber dürften ihm aufgelauert und ihn ins Haus gedrängt haben. Dann zwangen sie den Geistlichen, den Tresor zu öffnen. Laut Guy Cloutier haben sie aber weder den Laptop noch das Scheckbuch mitgenommen.

Für den Provinzial liegt es nahe, dass der Tote in Südafrika, wo er mehr als 40 Jahre arbeitete, begraben wird. Er habe den Großteil seines Lebens dort verbracht und sei tausenden Menschen ein Begriff gewesen. Im oberösterreichischen Heimatort des Geistlichen herrscht seit Bekanntwerden seines Todes große Trauer. Viele hatten Plöchl persönlich gekannt und der Mission Besuche abgestattet. In Neumarkt findet am Freitag um 19.30 Uhr ein Trauergottesdienst statt. (APA)

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