Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Vor ein paar Tagen habe ich mir Slumdog Millionär im Kino angesehen. Kein guter Film, wenn Sie mich fragen, weil ästhetisch anspruchslos, sentimental und inhaltlich an den Haaren herbeigezogen. Andererseits gibt es Punkte, die für den Streifen sprechen: Slumdog Millionär hat viel Lokalkolorit und ist oscarprämiert und auch einprägsam.
Einprägsam jedenfalls für mein Unbewusstes. Zwei Nächte nach der Vorführung träumte ich, ich sei in die (österreichische) Millionenshow gekommen. Herr Assinger musterte mich aus seinem treuherzigen Kärntner Sportlerauge und konfrontierte mich mit der ersten Batterie von Null- oder Idiotenfragen, die ritualhaft am Anfang jeder Millionenshow-Folge stehen. Die Nullfragen dienen dazu, Fälle von klarem Kandidatenkretinismus aufzuzeigen oder aber gleich eingangs die Neigung zu peinlichen Fehlverdrahtungen im Hirn zu orten, vor denen auch intellektuell satisfaktionsfähige Teilnehmer nicht gefeit sind. In meinen schlimmsten Albträumen fragt mich Herr Assinger, wie der österreichische Bundespräsident heißt, und ich antworte prompt mit: Barack Obama.
Die erste Nullfrage von Herrn Assinger aber lautete: Herr Winder, was wickelt man sich denn in der kalten Jahreszeit um den Hals? a) den Schal. b) den Schuh. c) das Schwein. d) den Schwengel. Nun ja, den Schal natürlich, weil es sich bei den anderen Objekten um keine wirklich wickelbaren Alternativen handelt. Erster Punkt, hundert Euro. Herr Assinger war begeistert.
Auch die nächste Frage meisterte ich bravourös. Was für ein Europäer ist Ernst Strasser? a) Ein blühender Europäer. b) Ein fliehender Europäer. c) Ein ziehender Europäer. d) Ein glühender Europäer. Auch hier arbeitete ich nach dem Ausschlussprinzip: Strasser flieht nicht, Strasser zieht nicht, blühen tun nur die Blumen und der Unsinn, also ist Strasser ein glühender Europäer. Abermals gewonnen. Assinger gratulierte.
So ging mein Siegeszug weiter, bis wir schließlich bei der Millionenfrage landeten: Wofür steht die Abkürzung FPÖ? a) Fromme Partei Österreichs. b) Faschistische Partei Österreichs. c) Fetzenschädel-Partei Österreichs d) Freiheitliche Partei Österreichs. Eine hochgradig vertrackte Entscheidung. Gerade als ich meinen Telefonjoker Dr. Graf, einen FPÖ-Spezialisten, anrufen wollte, auf dass er mich über die Identität der Partei aufkläre, wachte ich auf. Sehr schade. Ich hätte die Million gut brauchen können. (Christoph Winder, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 30./31.05. & 01.06.2009)
Eine Anleitung zur Rechtschaffenheit
Versäumnis auf dem Techno-Sektor
Szenarien für schwarz-blaue Biopics
Die männliche Unterhaltungskultur
Wider das Gröscherlwerk in der EU
Was wir über Narzissten wissen
Wie das ALBUM einen Habsburg adelte
Der Sexus meldet sich zurück
Zusteller an der Spitze
Gute Zeiten für Promi-Spechtler
Milliarden im Vergleich
... spielt Herr Winder Querflöte. Quer-Flöte. Instrumentale Programmatik, wenn man so will. Ich wünsche ihm jedenfalls ein Millionenpublikum und schon Hunderttausende wären mehr, als die tantiemenirrelevante Handvoll hier.
Lob in höchsten Tönen, gepiffen und getrillert.
Insider-Stichwort: Memphis Underground in Innerbraz.
In der Tat, aber nur bis zum schicksalhaften 4. September 1970, wo ich auf der Pista Azurra, dem berüchtigten Sandplatz von Jesolo einen Spirz drehte. Mit verwegenen 29km/h und ohne kohlefaserverstärktes Verbundcockpit kein Ding der Leichtigkeit zu überstehen.
Ähnlich dem guten Niki, brannten auch mir die Ohren,
aber in meinem Fall waren es die Watschen meines gestrengen Vaters.
Als am nächsten Tag, gerade mal 270km entfernt, auch noch Jochen Rindt seinen Knüppel abgab, wars mit meiner Karriere auch schon vorbei.
Was solls, Batik ist auch ein schönes Hobby.
Ich lüge wie gepostet.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.