Schal, Schuh, Schwein oder Schwengel?

29. Mai 2009, 16:04
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Besuch bei der Millionenshow

Vor ein paar Tagen habe ich mir Slumdog Millionär im Kino angesehen. Kein guter Film, wenn Sie mich fragen, weil ästhetisch anspruchslos, sentimental und inhaltlich an den Haaren herbeigezogen. Andererseits gibt es Punkte, die für den Streifen sprechen: Slumdog Millionär hat viel Lokalkolorit und ist oscarprämiert und auch einprägsam.

Einprägsam jedenfalls für mein Unbewusstes. Zwei Nächte nach der Vorführung träumte ich, ich sei in die (österreichische) Millionenshow gekommen. Herr Assinger musterte mich aus seinem treuherzigen Kärntner Sportlerauge und konfrontierte mich mit der ersten Batterie von Null- oder Idiotenfragen, die ritualhaft am Anfang jeder Millionenshow-Folge stehen. Die Nullfragen dienen dazu, Fälle von klarem Kandidatenkretinismus aufzuzeigen oder aber gleich eingangs die Neigung zu peinlichen Fehlverdrahtungen im Hirn zu orten, vor denen auch intellektuell satisfaktionsfähige Teilnehmer nicht gefeit sind. In meinen schlimmsten Albträumen fragt mich Herr Assinger, wie der österreichische Bundespräsident heißt, und ich antworte prompt mit: Barack Obama.

Die erste Nullfrage von Herrn Assinger aber lautete: Herr Winder, was wickelt man sich denn in der kalten Jahreszeit um den Hals? a) den Schal. b) den Schuh. c) das Schwein. d) den Schwengel. Nun ja, den Schal natürlich, weil es sich bei den anderen Objekten um keine wirklich wickelbaren Alternativen handelt. Erster Punkt, hundert Euro. Herr Assinger war begeistert.

Auch die nächste Frage meisterte ich bravourös. Was für ein Europäer ist Ernst Strasser? a) Ein blühender Europäer. b) Ein fliehender Europäer. c) Ein ziehender Europäer. d) Ein glühender Europäer. Auch hier arbeitete ich nach dem Ausschlussprinzip: Strasser flieht nicht, Strasser zieht nicht, blühen tun nur die Blumen und der Unsinn, also ist Strasser ein glühender Europäer. Abermals gewonnen. Assinger gratulierte.

So ging mein Siegeszug weiter, bis wir schließlich bei der Millionenfrage landeten: Wofür steht die Abkürzung FPÖ? a) Fromme Partei Österreichs. b) Faschistische Partei Österreichs. c) Fetzenschädel-Partei Österreichs d) Freiheitliche Partei Österreichs. Eine hochgradig vertrackte Entscheidung. Gerade als ich meinen Telefonjoker Dr. Graf, einen FPÖ-Spezialisten, anrufen wollte, auf dass er mich über die Identität der Partei aufkläre, wachte ich auf. Sehr schade. Ich hätte die Million gut brauchen können. (Christoph Winder, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 30./31.05. & 01.06.2009)

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streichen'S bitte das

"KandidatenKRETINISMUS"


grauslich

Wenn man der SRA-Datenbank trauen kann ...

... spielt Herr Winder Querflöte. Quer-Flöte. Instrumentale Programmatik, wenn man so will. Ich wünsche ihm jedenfalls ein Millionenpublikum und schon Hunderttausende wären mehr, als die tantiemenirrelevante Handvoll hier.
Lob in höchsten Tönen, gepiffen und getrillert.

Insider-Stichwort: Memphis Underground in Innerbraz.

Oje, an das Konzert erinnere

ich mich ja überhaupt nicht mehr ;-)
Schönen Gruß nach Vorarlberg (?)!

Ok, Wembley wars ja wirklich net ... aber für die an ekstatischer Anämie laborierende Region immerhin der Lichtblick in Jahr des Herrn 1979. Ich bediente übrigens das Fender Rhodes, eine Art stationäre Ziehharmonika.

Hm.Und der Name der Band

begann mit P.?

... freilich. War aber nicht die Standardbesetzung, die in der SRA dokumentiert ist.

Dann also: F.M.! Hab ich

recht?

Gratuliere, Watson!

Fein, dass Du meine Auslassungen

liest! Wir sollten auf ein Biwo gehn, wenn ich das näxte Mal in Breagaz bin. Aja: Und Gratuliere zu Deinem Nick - sehr gut ;-)

Ok, das machen wir!

Würde Deine Texte trotzdem eher als 'Einlassungen' verstehen wollen. Go on.

Vielleicht sogar

Zulassungen! LG aus Wien!

... solang man uns den Schmähführerschein nicht abnimmt.

LG,
Ihre Provinz

Warst Du nicht in Deiner

Jugend Go-Kart-Fahrer?

In der Tat, aber nur bis zum schicksalhaften 4. September 1970, wo ich auf der Pista Azurra, dem berüchtigten Sandplatz von Jesolo einen Spirz drehte. Mit verwegenen 29km/h und ohne kohlefaserverstärktes Verbundcockpit kein Ding der Leichtigkeit zu überstehen.
Ähnlich dem guten Niki, brannten auch mir die Ohren,
aber in meinem Fall waren es die Watschen meines gestrengen Vaters.
Als am nächsten Tag, gerade mal 270km entfernt, auch noch Jochen Rindt seinen Knüppel abgab, wars mit meiner Karriere auch schon vorbei.
Was solls, Batik ist auch ein schönes Hobby.

Ich lüge wie gepostet.

Ach ja, das schicksalhafte

Jahr 1970! Wenn ich mich recht erinnere, war da ja auch der Stern von H.P.Martin schon schwer am Aufgehen.

... gut möglich. Vermutlich arbeitete der damals Dreizehnjährige an einem Buch, um seine Familie auffliegen zu lassen.

Stimmt!.Aber leider ist es dann doch wieder

nur die EU geworden.
Buenas noches!

herzallerliebste

doppelconferénce - sollten sie öfter machen...

der kommentar ist so schlecht und unlustig, wie jede sendung, die assinger moderiert.

Misanthropie

ist ein schweres Leiden.
Mein Beileid!

JA, Pfingsten ist nicht für jeden gleich gut verlaufen.

Hau´n Sie dem Winder ruhig eine eini, wenn es Ihnen dann besser geht, im Nehmen ist er schon große Klasse!

... ich finde ihn sogar im geben eine Kapazität.

Entschuldigung, Slumdog Millionaire erzählt ein Märchen. Wenn man das nicht mitkriegt oder akzeptieren kann, hat der Film natürlich schlechte Karten.

Mit anderen Worten: Leute, denen ein Film nicht gefällt, den Sie lieben, sollen sich gefälligst mehr zusammenreißen. Oder?

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