Nur etwa jeder vierte Student hat von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht
2009 wollten noch weniger Studierende von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als bisher. Wenn man von den bisher fertig ausgezählten 18 Unis ausgeht, wird sie bei rund 25 Prozent liegen. Damit wäre das "All time low" bei der Studierenden-Beteiligung erreicht.
Geringes Interesse
Generell ist das Interesse an den ÖH-Wahlen seit Anfang der siebziger Jahre eher
gering. Bei der ersten Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 lag die
Wahlbeteiligung noch bei 77 Prozent, 1999 gaben nur noch 27,53 Prozent der
Wahlberechtigten ihre Stimme für das österreichweite
Studentenparlament, ab - womit ein absoluter Tiefstand erreicht wurde. Das war also der bisher unterste Wert - Bei den
Wahlen 2003, den ersten nach Wieder-Einführung der
Studiengebühren, stieg die Beteiligung auf 29,9 Prozent.
Diesmal hat sich also durchschnittlich nur jeder vierte Student zu den Wahlurnen aufgemacht. Und das, obwohl als einer der Hauptgründe für die Einführung des E-Voting die leichtere Zugänglichkeit zur Wahl (und damit die Hoffnung auf eine höhere Wahlbeteiligung) genannt wurde. Wissenschaftsminister Johannes Hahn sieht mit der Teilnahme von knapp 2.200 der 230.000 Wahlberechtigten am
E-Voting sein Ziel von einer Beteiligung von einem Prozent "knapp erreicht".
Hahn: "Nicht optimal"
Zu derStandard.at sagte Hahn am Wahlabend, die Wahlbeteiligung sei "nicht
optimal". Mit dem E-Voting-Projekt zeigt er sich zufrieden. Da liege die
Beteiligung "bei dem, was wir uns erwartet haben". Drei Prozent der
tatsächlichen Wähler hatte man sich als Grenze gesetzt. Die Legitimation der ÖH als Studentenvertretung sieht Hahn auch durch die geringere Wahlbeteiligung nicht in Frage gestellt: "Sie ist die gewählte, öffentlich-rechtliche Studentenvertretung", sagte er zur APA - egal ob sie von 24 oder 40 Prozent der Studenten gewählt werde.
Spannend ist übrigens auch, dass die Entwicklung der Beteiligung an den 21 Unis durchaus unterschiedlich aussieht. WählerInnen eingebüßt haben einige der großen Standorte - etwa die Uni Klagenfurt, die WU Wien oder die Uni Salzburg. Am stärksten zulegen konnten etwa die Uni für Bodenkultur, die MedUni Wien oder auch die Montanuni Leoben. (az, derStandard.at, 29.5.2009)