25 Prozent

Wahlbeteilung auf Tiefststand

von Anita Zielina  |  29. Mai 2009, 10:53
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Nur etwa jeder vierte Student hat von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht

2009 wollten noch weniger Studierende von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als bisher. Wenn man von den bisher fertig ausgezählten 18 Unis ausgeht, wird sie bei rund 25 Prozent liegen. Damit wäre das "All time low" bei der Studierenden-Beteiligung erreicht.

Geringes Interesse

Generell ist das Interesse an den ÖH-Wahlen seit Anfang der siebziger Jahre eher gering. Bei der ersten Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 lag die Wahlbeteiligung noch bei 77 Prozent, 1999 gaben nur noch 27,53 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme für das österreichweite Studentenparlament, ab - womit ein absoluter Tiefstand erreicht wurde. Das war also der bisher unterste Wert - Bei den Wahlen 2003, den ersten nach Wieder-Einführung der Studiengebühren, stieg die Beteiligung auf 29,9 Prozent.

Diesmal hat sich also durchschnittlich nur jeder vierte Student zu den Wahlurnen aufgemacht. Und das, obwohl als einer der Hauptgründe für die Einführung des E-Voting die leichtere Zugänglichkeit zur Wahl (und damit die Hoffnung auf eine höhere Wahlbeteiligung) genannt wurde. Wissenschaftsminister Johannes Hahn sieht mit der Teilnahme von knapp 2.200 der 230.000 Wahlberechtigten am E-Voting sein Ziel von einer Beteiligung von einem Prozent "knapp erreicht".

Hahn: "Nicht optimal"

Zu derStandard.at sagte Hahn am Wahlabend, die Wahlbeteiligung sei "nicht optimal". Mit dem E-Voting-Projekt zeigt er sich zufrieden. Da liege die Beteiligung "bei dem, was wir uns erwartet haben". Drei Prozent der tatsächlichen Wähler hatte man sich als Grenze gesetzt. Die Legitimation der ÖH als Studentenvertretung sieht Hahn auch durch die geringere Wahlbeteiligung nicht in Frage gestellt: "Sie ist die gewählte, öffentlich-rechtliche Studentenvertretung", sagte er zur APA -  egal ob sie von 24 oder 40 Prozent der Studenten gewählt werde.

Spannend ist übrigens auch, dass die Entwicklung der Beteiligung an den 21 Unis durchaus unterschiedlich aussieht. WählerInnen eingebüßt haben einige der großen Standorte - etwa die Uni Klagenfurt, die WU Wien oder die Uni Salzburg. Am stärksten zulegen konnten etwa die Uni für Bodenkultur, die MedUni Wien oder auch die Montanuni Leoben. (az, derStandard.at, 29.5.2009)

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Pyotr Alexeyevich
30.05.2009 01:34
Wahlkampfthemen: E-Voting und Wahlanfechtung

Wenn E-Voting und Wahlanfechtung die einzigen Wahlkampfthemen sind die nennenswerte Medienberichterstattung erhalten, wundert mich die Wahlbeteiligung nicht.

Markus Griesser
29.05.2009 16:42
bei den Grazer Unis

Eine Sache die mir aufgefallen ist, ist die niedrige Wahlbeteiligung bei allen Studien die nun in Kooperation zwischen KFU und TU durchgeführt werden - NAWI (bspw. Chemie, Molekularbiologie...).

Dort ist die Wahlbeteiligung extrem niedrig (bspw. StV Molekularbiologie an der TU nur 7% Chemie ist auch stark gesunken). Grund hier dürfte sein, dass auch alle Mitbeleger wahlberechtigt sind und entweder nicht wissen dass sie an beiden Unis wählen können oder vielleicht auch "zu faul" sind.

Andreas Kainer
30.05.2009 07:14

Absolut. Der Großteil der Studierenden hat das auch nicht gewusst, dass sie doppelt wahlberechtigt sind.

Bei meinem Studium ist das auch krass: Die Geodäsie hatte 147 Wahlberechtigte, davon 125 Leute im "klassischen" Studium inskribiert, der Rest im NAWI-Master GST, bis auf 2 Leute alle an der KFU inskribiert. Beteiligung gesamt: 42%, aber ich kenn keinen GST-ler von der KFU, der auf der TU wählen war. Chemie und MolBio waren ganz ähnlich, wobei die MolBio besonders arg auffällt.

Wenn man diese Effekte rausrechnet, und das muss man meiner Meinung nach tun, dann ist insgesamt die Beteiligung an der TU Graz deutlich gestiegen.

byron sully
29.05.2009 14:28
das ist schwerst bedenklich,

ich würd's ja noch verstehen, wenn das motiv für's nichtwählen ein bewußter protest gegen das fragwürdige wahlrecht (e-voting; keine direktwahl der bundes-öh; ausschluß von nicht-eu-studentInnen vom passiven wahlrecht) wäre. das würde ich verstehen, glaube aber kaum, daß das bei wem das motiv war. ebenso hab ich verständnis dafür, wenn "karteileichen" nicht wählen gehen, weil es für sie bei einer öh-wahl um nichts geht. ebenso, wenn wer grad ein auslandssemester oder ähnliches macht und deswegen nicht die möglichkeit zum wählen hat (außer mittels eines kurztrips nach österreich mitten unter der woche, was ja nicht von allen verlangt werden kann, oder per schwerst bedenklichem e-voting)

bei allen ander kann ich aber nur den kopf schütteln.

klar kent 
29.05.2009 15:54

das liegt vielleicht daran, weil die ÖH scheinbar mehr als kinderspielplatz, sprungbrett für die mutterpartei dient, als eine tatsächliche studentenvertretung? man denke nur z.b. an die farce bei der letzten abwahl.

des weiteren, wo hat die ÖH überhaupt mmitbestimmungsrecht bzw. instrumente diese druckvoll auch einzusetzen? man denke nur letztes jahr als der hahn, zwar geduldig das anliegen der ÖH "angehört" hat, aber schlussendlich doch das gemacht hat, was er wollte.

es gibt noch zu genüge weitere bsp.

kein wunder, dass viele studenten die ÖH nicht ernst nimmt.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
29.05.2009 14:06
Wenn die Leute nicht zur Wahl gehen ...

... gibt es offensichtlich nichts zu wählen!

zB. EU-Parlament:
Was soll man bei einem Parlament wählen, dass nicht einmal Gesetzesentwürfe einbringen kann?

Scheinwahlen sind keine Demokratie!

NONE 
29.05.2009 13:43

Hahn argumentiert merkwürdig:

"Sie ist die gewählte, öffentlich-rechtliche Studentenvertretung", sagte er zur APA - egal ob sie von 24 oder 40 Prozent der Studenten gewählt werde.

Es macht einen Unterschied wenn keiner wählt oder wenn viele wählen. Denn in einem Fall gibt es eine Legitimation, im anderen Fall nicht.

Hahn sollte einmal darüber nachdenken.

hcl
29.05.2009 14:03

Nein, da hat er meiner Meinung nach ausnahmsweise recht. Wer sich selbst aus dem demokratischen Prozeß herausnimmt, illegitimiert nicht die Teilnahme anderer an diesem Prozeß.

»Pythagoras«
29.05.2009 15:44

d'accord

klar kent 
29.05.2009 12:17
kein wunder...

...bei dem kindergarten (siehe streit bzgl. ehemaligen vorsitzenden), das scheinbar als sprungbrett in die parteipolitik dient.

Rafael Correa
29.05.2009 11:16
Desinteresse

Irgendwo ist es schon verständlich wenn die Leute keinen Sinn darin sehen wählen zu gehn.
Ich hab echt versucht mich zu informieren und man gewinnt einfach den Eindruck,dass alle Fraktionen sowieso mehr oder weniger das Gleichte wollen.Die Unterschiede je nach parteilichen oder ideologischem Hintergrund sind quasi zu vernachlässigen.
Da ist es irgendwo klar,dass die Wahlen niemanden interessieren.

tramezzino
29.05.2009 13:21

tolle einstellung !

tramezzino
29.05.2009 13:55

ja, tolle begründung. ach, was solls. strache & co freuen sich über so "engagierte" bürger.

Rafael Correa
29.05.2009 14:22
Ja..

und Sie gehören bestimmt zu den besonders engagierten Besserwissern wie?Die so bescheuerte Analogien aufstellen ohne drüber nachzudenken...

Die Thematik der ÖH-Wahl hat nicht das geringste mit Strache&Co. zu tun!Auf Österreichebene sind die Parteien (mehr oder weniger)klar zu differenzieren und wenn sie sich-zwischen 2 super engagierten Demos und Flugbalttaktionen- mal kurz mit der Wahl beschäftigt hätten wär ihnen das auch aufgefallen.
Ich hab nur gesagt wies ist und wenn ich der Einzige wär der so denkt dann wär die Wahlbeteiligung ja wohl höher oder?
p.s..und ich hab übrigens gewählt.

NONE 
29.05.2009 13:45

Er hat begründet und argumentiert, im Gegensatz zu ihnen.

tramezzino
29.05.2009 11:15
soviel

zum demokratieverständnis unserer lieben studenten und studentinnen. viele vom sternzeichen krokodil?

NONE 
29.05.2009 13:44

Ich müsste also Parteien wählen? Ideen darf man auch wählen? Ich müsste e-voting akzeptieren? Ich müsste glauben das diese Wahlen Ergebnisse bringen würden?
Ich dürfte nichts daran kritisieren?

Ich bin ja nur froh kein Student zu sein. Meinungen wie ihre sind entbehrlich - einfach etwas "hinklatschen" und nicht diskutieren wollen.

vito don´s schwester
29.05.2009 13:08
irrtum

wenn wahlen ohnehin keine bedeutung für die situation der studierenden haben sind die wahlen umsonst. demokratie ist ein system der machtverteilung und wahlen das werkzeug.

Toni Blaher
29.05.2009 12:57

Was hat ÖH mit Demokratie zu tun? Ich werde dazu gezwungen für irgendwelche Deppen Geld zu bezahlen damit diese mir dann sagen, dass ich weiß, männlich und heterosexuell und daher ein "Untermensch" bin? Gut, dass ist jetzt ein wenig polemisch. Gibt ja noch die FLÖ. Aber was tut die ÖH für mich? Ich will nichts mit denen zu tun haben oder irgendetwas von denen bekommen. Gleiche gilt für Fachscahften usw.
Einzige Möglichkeit die ich habe ist nicht wählen zu gehen und das machen viele Studenten. Die ungültigen Stimmen interessieren sowieso keinen. Also warum muss ich bei einer Zwangsorgansiation wählen? Ich will nix von denen und will auch nicht dabei sein.
Sie haben das demokratische Verständnisses eines Schussnigs.

karakal 
29.05.2009 13:54
Tja...

Irrtum... ohne "die Deppen" hätte man Zustände wie auf einer FH. Wer nicht spurt, fliegt...
Das wäre wirklich besser? Was tun Sie dann auf einer Universität?

Toni Blaher
29.05.2009 20:43

Zustände wie auf der FH? Wo über die fachliche Qualfikation sogar die HTL-Leute zum Teil lachen(Nix gegen HTLs, war selbst dabei. Aber ansich sollte eine Hochschule schon besser sein.). Warum so mies? Weil sie nichts leisten müssen.
Also warum sollte es ohne die ÖH schlechter sein als jetzt? MIt Profs kann man normal reden und falls nicht kann man dagegen nichts tun wenn es hart auf hart kommt. Da kann die ÖH schei... gehen genau so wie Studiendekan usw.

Also was ist jetzt so schlimm auf den FHs? Fliegen tun da nicht so viele. Es wird nicht jeder genommen. Aber das ist auch gut so. Ich bin für eine Studieneingangsphase auf den Unis(1. 2 Semester zu Beginn). Wer das nicht hat kann nicht weiter machen.

karakal 
01.06.2009 12:11
Na toll...

Dabei wäre es für viele HTLer auch besser, sie würden den Mund nicht soweit aufreißen. Und dass man auf einer FH nichts leisten muss ist ein großer Irrtum. Das Niveau ist um etliches anspruchsvoller als auf einer HTL.
Aber egal, das ist nicht das Thema.
Die Professoren, mit denen man reden kann, sind auf Unis auch nicht das Problem. Aber soll ich Ihnen was sagen: Die sind in der Minderzahl. Ohne eine starke Vertretung der Studenten durch die ÖH wären die Zustände schlimmer.
Und wozu eine Studieneingangsphase? Durch meine Matura oder Studienberechtigungsprüfung habe ich schon BEWIESEN dass ich studieren kann. Die Lehrpläne gehören verbessert.
Aber es hat ja keinen Sinn, Sie haben keine Ahnung, was die ÖH macht und wollen es auch nicht wissen

Toni Blaher
01.06.2009 17:28

@ad Profs: Also es gibt sehr wenige die spinnen. Zumindest auf der TU und die Profs die spinnen... da kann die ÖH/Studienvertrtung sche**** gehen.

Matura/Berechtigungsprüfung ist wertlos! Meiner Meinung nach sollte jeder studieren gehen dürfen. Allerdings nur mit Studieneingangsphase.

Ich hab keine Ahnung und will es nicht wissen? Widerspruch... Ich weiß ganz genua was die ÖH Fuzzis machen. Nichts!

Toni Blaher
01.06.2009 17:26

Gut, es kommt auf die FH an... Aber ich habe da bereits Horrorgeschichten aus vertraulichen Quellen gehört.

jack johnson 
29.05.2009 14:24
@FH- Zustände

Zuerst aussieben, und diese Studenten dann in der vorgebenen Zeit zum Abschluss führen. Da werden auch negative Prüfungen noch ein Jahr später nachgeholt.
Die FH kann es sich ja nicht leisten, wenn 50 beginnen und nur 20 absolvieren. Dann würde sie sehr schnell eingestellt.

@Universität:
Primär ist man auf der Uni um zu lernen. Dies sollte auch die Priorität der ÖH sein. (z.B.: Studienpläne + Prüfungsordnungen iSd studenten kommentieren und verbessern)

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