Rabbiner fordern vom Militär Befehlsverweigerung

28. Mai 2009, 10:35
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Bei Widerstand gegen Siedlungsräumungen - Friedensbewegung will Ermittlungen gegen Rabbiner

Tel Aviv - Rechtsorientierte Rabbiner haben israelische Sicherheitskräfte zur Befehlsverweigerung aufgerufen, sollten sie zur Räumung von Siedlungen im besetzten Westjordanland eingesetzt werden. Der israelische Rundfunk meldete am Donnerstag, geistliche Repräsentanten des nationalreligiösen Lagers hätten ein Treffen in einem Siedlungs-"Außenposten" im Westjordanland abgehalten. Dabei hätten sie die Regierung aufgerufen, die geplante "Zerstörung von Gemeinden" zu widerrufen. Die israelische Friedensbewegung Shalom Ahshav (Peace now / Frieden jetzt) rief die Generalstaatsanwalt auf, Ermittlungen gegen die Rabbiner anzuordnen.

Israelische Sicherheitskräfte hatten am Mittwoch zwei ohne Genehmigung der Besatzungsmacht erbaute Siedlungs-"Außenposten" bei Hebron im südlichen Westjordanland geräumt. Die Bewohner begannen allerdings nach Medienberichten kurz darauf mit dem Wiederaufbau der Posten. Israel hat seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 völkerrechtswidrig mehr als 120 Siedlungen im besetzten Westjordanland gebaut. Dazu kommen mehr als hundert "wilde Siedlungen", die sogenannten Außenposten, die ohne Genehmigung der Regierung entstanden. Verteidigungsminister Ehud Barak will insgesamt 22 der Vorposten räumen lassen.

Israelische Medien berichteten, Israel erhoffe sich von der Räumung der wilden Vorposten eine Zusage von Washington, im Gegenzug das "natürliche Wachstum" in den bestehenden Siedlungen zu dulden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte jedoch am Mittwoch, Präsident Barack Obama wolle "einen Stopp der Siedlungen - nicht einiger Siedlungen, keine Außenposten, keine natürlich gewachsenen Ausnahmen". (APA/dpa)

 

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