Sänger aus Mali drängt ins EU-Parlament

  • Ibrahim Maiga will Familien stärken.

    Ibrahim Maiga will Familien stärken.

Pro-Europäer Ibrahim Maiga tritt für die Linke an

Wenn Barack Obama die Welt überraschen konnte, könne er dasselbe tun, meint der 45-jährige Ibrahim Maiga. Der aus Mali stammende Entertainer, Schauspieler und Sänger ist im ganzen Land bekannt. 2002 erhielt er die slowakische Staatsbürgerschaft und nun möchte er die europäische Politik verändern und für seine neue Heimat ins EU-Parlament einziehen.

Maiga kandidiert für die Partei der Demokratischen Linken. Und auch wenn er nicht ins Parlament einziehen dürfte, erregt er jede Menge Aufmerksamkeit.

Maiga will seine malischen Wurzeln auch als Trumpf im laufenden Wahlkampf nutzen. "Ich wurde als viertes von achtzehn Kindern geboren. Die Erziehung zur Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft begleitet mich also jahrelang", sagt Maiga und verspricht diese Familienwerte auch im Europäischen Parlament zu vertreten. Wenn man nämlich in Europa etwas von Afrika lernen kann, dann sei es Zusammenhalten und Familiensinn. "Bei uns ist die Familie fest wie ein Fels", sagt er.

Auch die politische Tätigkeit Maigas ist in seiner Familie verwurzelt: Sein Vater war als Minister in Mali, für die Kandidatur ins Europaparlament habe er sich aber ohne Ratschläge seines Vaters entschieden. Eigentlich sei er ein Liberaler, sagt Maiga, dass er nun für eine linke Partei antritt sei da keinesfalls ein Widerspruch.

Als in Europa lebender Schwarzer hat "Ibi", wie er in der Slowakei oft genannt wird, etliche Erfahrungen mit Rassismus gemacht. Gerade mit seiner Kandidatur will "Ibi" zeigen, dass Angehörige von Minderheiten auch in der Slowakei erfolgreich sein können. Der begeisterte EU-Fan setzt zudem auf Einheit: "Gerade jetzt in der Krisenzeit sieht man, wie wichtig die EU ist. Ohne ihre Existenz hätten bestimmt viele Staaten den Kollaps erlitten", meint Maiga. (Lýdia Kokavcová aus Bratislava/DER STANDARD, Printausgabe, 28.5.2009)

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ibi.sk

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