Regeln für Finanzmärkte

EU-Kommission will zentrale Aufsicht

27. Mai 2009, 17:46
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    José Manuel Barroso (Mi.), Bundeskanzler Werner Faymann und Benita Ferrero-Waldner werden in Sicherheit gebracht.

Nach den Turbulenzen der Finanzkrise hat die EU-Kommission eine Reform der europäischen Finanzaufsicht in die Wege geleitet

Nach den Turbulenzen der Finanzkrise hat die EU-Kommission eine Reform der europäischen Finanzaufsicht in die Wege geleitet. Kern des Plans ist es, die Zusammenarbeit zwischen europäischen Gremien und nationalen Behörden neu auszurichten.

Die Kommission schlägt unter anderem vor, die Kontrolle der einzelnen Banken, Versicherungen und Börsen durch eine Aufsicht des gesamten Finanzsystems zu ergänzen. Als Frühwarnsystem soll ein europäischer Rat für Systemrisiken über alle Sektoren wachen, vor Gefahren warnen und Empfehlungen an die Mitgliedstaaten aussprechen können. Den Vorsitz soll den Plänen zufolge der Präsident der Europäischen Zentralbank übernehmen. Großbritannien, das nicht der Währungsunion angehört, hat Bedenken dagegen angemeldet.

***

Brüssel - "EU-Arbeits- und Sozialkommissar Vladimír Špidla hat Verständnis für unseren Arbeitsmarkt erkennen lassen." Österreichs Außenminister Michael Spindelegger zeigte sich am Mittwoch in Brüssel optimistisch, dass Österreich seinen Arbeitsmarkt wie gewünscht bis 2011 für Arbeitnehmer aus den östlichen EU-Mitgliedstaaten weiterhin sperren darf.

Österreich muss für diese Ausnahmeregelung nachweisen, dass eine Öffnung des Arbeitsmarktes schwerwiegende Folgen hätte. Die EU-Kommission begegnete diesem Wunsch Österreich noch zu Jahresbeginn eher ablehnend, diese Haltung dürfte sich nun vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise geändert haben.

Mit dem EU-Beitritt von acht mittel- und osteuropäischen Staaten im Mai 2004 war den bisherigen Mitgliedern die Möglichkeit eingeräumt worden, die sogenannte Arbeitnehmer-Freizügigkeit für maximal sieben Jahre einzuschränken.

Spindelegger besuchte zusammen mit Bundeskanzler Werner Faymann die EU-Kommission. Die Visite wurde durch eine erneute Evakuierung der "Berlaymont" -Zentrale der EU-Kommission unterbrochen. Ein gebrochenes Heißwasserrohr hatte einen Feueralarm ausgelöst.

Faymann forderte von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vermehrte Anstrengungen, die "Lücken in den Schengen-Außengrenzen zu schließen" . Vor allem Ostösterreich erlebe derzeit einen Anstieg des "Kriminalitätstourismus" . In manchen Regionen betrage dieser 20 bis 50 Prozent. Barroso erwiderte, es gebe auch Länder mit sinkender Kriminalität wie etwa Deutschland, die EU-Komission nehme die österreichischen Bedenken allerdings sehr ernst.

Zur Finanzierung von europaweiten Projekten regte Faymann erneut eine Finanztransaktionssteuer an.

Neue Finanzmarktaufsicht

Angesichts der dramatischen Folgen der Bankenkrise will die Europäische Kommission die europäische Finanzaufsicht stärken, sagte Barroso bei der Vorstellung der Kommissionspläne. So sollen die nationalen Behörden für die Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht auf europäischer Ebene stärker miteinander verzahnt werden. Bei der EZB soll ein Frühwarnsystem eingerichtet werden.

Dem Rat für Systemrisiken sollen neben EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Chefs der nationalen Zentralbanken der 27 EU-Staaten und Vertreter der nationalen Aufsichtsbehörden angehören. Zur Überwachung von Banken, Versicherung und Wertpapierhandel sollen zudem drei europäische Aufsichtsgremien eingerichtet werden, die die Zusammenarbeit der nationalen Finanzaufsichten koordinieren. Die bereits bestehenden Expertenausschüsse auf EU-Ebene für die Aufsicht der Sparten Banken, Versicherungen und Pensionsfonds sowie Wertpapierhandel sollen zu Behörden aufgewertet werden. (Michael Moravec, Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.5.2009)

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Walter Bimini
01
29.5.2009, 21:24
als nächstes gibt es wohl die gurkenkrümmung für finanzmärkte.

dann wird jahrelang abgestritten, daß die eu auch diese gurkenkrümmungsnorm eingeführt hat bis die eurokraten irgendwann unvermittelt zugeben, daß sie jetzt die gurkenkrümmung nicht mehr überwachen.

aber diesmal hat die eu nicht mehr so viel zeit. die greater depression wird die brüssler eurokraten hinwegfegen.

ich anonym
00
30.5.2009, 14:24
argumente

werden auch noch gebracht? oder reicht ihnen einfach phrasendreschen?

Walter Bimini
01
30.5.2009, 15:21
machen sie die augen auf.

die wirklichkeit ist das stärkste argument. wenn sie blind sind, dann wird es noch ein, zwei jahre dauern bis sie es spüren.

ich anonym
00
30.5.2009, 17:00
das wird wohl nix mehr...

aber sie können ja im krone-forum weiter trollen...

Walter Bimini
01
31.5.2009, 09:13
wie sich die geschichte wiederholt. leute wie sie sind mit hurra in den ersten weltkrieg gezogen.

Rezitator
11
29.5.2009, 11:02
Die EU als "der Retter"

schon amüsant. Die EU hat durch gesetzliche Rahmenbedingungen ab Beginn der 90er Jahre zur Deregulierung der Finanzmärkte wesentlich beigetragen (s. Devisenliberalisierungsgesetz, Finanzkonglomeraterichtline und nicht zuletzt Bestimmungen die Aufsicht der Banken im EU-Raum). Diese Politik und die Geldmengenpolitik der EZB haben erst das Umfeld für nunmehr "kosmetisch behandelte" Bankbilanzen (daher berechtigtes Misstrauen zwischen den KI) geschaffen. Sehenden Auges hat die EU auch die überbordenden Finanzierungen in Süd- und Osteuropa durch Banken befürwortet, obwohl in krassem Mißverhältnis zur Wirtschaftsleistung dieser Länder stehend...

Gernot Ziegler
 
00
28.5.2009, 11:19
Zusammenfassung der EU-Arbeit

Danke Herr Moravec, solche Berichte aus Bruessel bitte oefter! :-)

Norbert Ahrens
01
28.5.2009, 11:18
"... soll ein europäischer Rat für Systemrisiken über alle Sektoren wachen, vor Gefahren warnen und Empfehlungen an die Mitgliedstaaten aussprechen können."

Wenn erst jetzt über so etwas zahnloses nachgedacht wird, dann kann man sich gut vorstellen, was bis zur Realisierung überbleibt, sollte diese zu einem Zeitpunkt erfolgen, wo es wieder "bergauf" geht...

Da braucht sich auch in Zukunft kein Fondsmanager warm anziehen, sicher nicht!

Aracni Santini
00
28.5.2009, 10:44
Bankenschulden können staatlich nicht aufgefangen werden

Die Schulden, die dem Markt Geld gegeben haben implodieren nun. D. h. dieses Geld wird dem Markt entzogen. -> Deflation. Mehr Arbeitslose, weniger Konsum, niedrigere Preise, Firmen wendiger Einnahmen -> sinkende Löhne -> weniger Konsum. Das Geld der Staaten für die Bankenrettung? -> damit wurde historische Inflation nachträglich finanziert, die Zeit wo der Ölpreis bei 140 USD war. Echte Bauvorhaben etc. sind vom Volumen viel zu gering. Zinssätze korrelieren nicht immer mit Inflation. Im Gegenteil die Märkte laufen negativ. Die Billigkredite für Unternehmen bedeuten Überkapazitäten - > noch niedrigere Preise. Bzw. Zahlungsunfähigkeit, wenn die Kosten dafür nicht erwirtschaftet werden können. Sind diese niedrigen Zinsen überhaupt hilfreich?

Aracni Santini
11
28.5.2009, 10:52
Fortsetzung Staat = Klumpfuß

Was einer Politk der höheren Zinsen entgegensteht: Die Schulden des Staates. Leider haben bei uns die Politiker in relativ guten Zeiten unnötig viele Staatschulden angehäuft (Freunderlwirtschaft, Selbstbedienungsladen etc.) Der Staat (die Verantwortlichen) hat uns in eine manövrierunfähige Lage gebracht!

Walter Bimini
00
29.5.2009, 21:26
das größte übel sind die zentralbanken.

Aracni Santini
00
28.5.2009, 10:39
Finanzkrise noch nicht am Ende!

Wie heißt die Bank, die so hoch mit Derivaten verschuldet ist und sich der Kontrolle der Regierung entziehen will? Ich habe es leider vergessen. Die konnte Geld aufstellen, damit sie Regierungsgelder zurückgibt. Lange habe ich überlegt, warum man dieser Bank Geld geben könnte, die so hoch verschuldet ist... Der Markt sich normalisiert? - Nein. Freikauf. Die Schulden werden dort illegalerweise von anderen Banken zusammengeschoben, die zahlen dafür, sind entschuldet und diese hoch überschuldete Bank geht krachen -> Schulden schwappen ins Ausland, Inland bleibt verschont. US-Plan: Privatkonkurse, Firmenkonkurse, Staatskonkurs + Schulden in Ausland abwälzen. Wir beginnen bei 0 und nicht bei Minus, wie der Rest der Welt. Das Ende kommt erst...

Walter Bimini
00
29.5.2009, 21:31
stimmt das schlimme ende steht uns allen noch bevor,

aber diesmal sind auch die angelsachsen dran. die letzten kümmerlichen reste vom britischen empire zerbröseln gerade auf der insel und auch die stunde des us imperiums hat geschlagen. und die eu wird mituntergehen wie es sich für richtige vasallen geziemt.

vi-de dot com
 
04
28.5.2009, 09:46
Meine Damen und Herren, das Schiff hat ein Leck ...

... aber wir haben eine Kommision gegründet die den Wassereinbruch beaufsichtigen wird. Den Vorsitz übernimmt der Kapitän. Sollte das Wasser sich nicht an die von uns klar und in aller deutlichkeit formulierten Regeln halten, werden wir das Meer verklagen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Leck geschlagenen Schiffen wird geprüft, wir erwarten eine Lösung in den kommenden Jahren darüber hinaus ... achhjere .. warum sind meine Füsse plötzlich so nass?

Walter Bimini
00
29.5.2009, 21:36
sie haben die usaeu bürokratie treffend beschrieben.

das ganze hat nur eine schwäche. in der skurillen realität in der wir leben, wäre das eine abhandlung über hunderte seiten wie der lissabon vertrag vulgo eu verfassung.

Aracni Santini
01
28.5.2009, 10:34
Das Meer nicht, aber die Betrüger

von Bankenmanager, die da irgendwelche Milliarden im Kreis schieben, damit sie Provisionen, Umsatzboni, Gewinnboni etc. kassieren. Der Schuldenaufbau ist ihnen doch egal... hauptsache ihre Einnahmen sprudeln. Konkurs einer Bank? -egal. Sie haben ja schon verdient! Ihre Milliarden kann man wahrscheinlich in irgendwelchen Steueroasen finden... Nichteinmal in der Krise legen sie ihre Milliarden an. Sie warten am Rand bis die Masse ruiniert ist. Dann beginnen sie wieder... Wahre Schicksale stehen dahinter: Kinder, die keinen Zugang mehr zu Medizin, Nahrung etc. Haben -> mehr Tote. NS Verbrecher hat man auf der ganzen Welt gejagt!

vi-de dot com
 
00
28.5.2009, 12:54
Schon ...

... aber wer finanziert diesen Wahnsinn? Wir. Es sind nicht (nur) die Bänker .. das Meer sind wir.
Ob wir es nun wollen oder nicht ...

Ein gestrandeter Wal will sich auch nicht mit seinem eigenen Gewicht erdrücken, tut es aber.
Der Wal ist fürs Wasser gebaut, unsre Wirtschaft für Wachstumszeiten. Die Wachstumszeit ist vorbei, das System versagt (systembedingt).

Die Alternative ist ein überaus unbequemer Wechsel des Systems oder des Umfeldes. (also eine andre Wirtschaftsform oder Krieg)

luis trew
13
28.5.2009, 09:38

Niemals wird es die Finanzwelt zulassen, dass ihr jemand auf die Finger schaut.

Die "geplante" neue Finanzaufsicht ist nichts als ein Plazebo für die Leute. Und es wirkt.

ich anonym
00
28.5.2009, 11:26
ihre alternative?

nur sudern reicht einfacht nicht!!

luis trew
00
28.5.2009, 11:38

Die sog. "linken Parteien" Europas zeigen endlich Flagge und treten (durchaus innerhalb der EU) gegen die derzeitige Vormacht der Wirtschaft in der EU auf.

Sei es im EU Parlament, sei es mit fundierter Kritik am rein wirtschaftlich (und nicht sozial) agierenden EuGH.

Walter Bimini
00
29.5.2009, 21:38
die eu ist nicht reformierbar.

ich anonym
00
28.5.2009, 13:16
ich meinte

fachliche alternativen zu der von ihnen so gescholtenen zentralen finanzaufsicht!

Walter Bimini
00
29.5.2009, 21:41
das ist doch nur ein streit auf einem schnell dahinschmilzenden eisberg.

wenn sie nicht schwimmen können, sollten sie sich lieber eine schwimmweste besorgen als auf die eu oder andere bürokraten zu hoffen.

imir
36
28.5.2009, 06:16

EU Finanzaufsicht? Das heißt wohl noch ein paar sinnlose Gremien in denen höchstbezahlte Dampfplauderer sich an üppigen Spesenkonten erfreuen dürfen und sich ihre Alterversorgung beim Finanzkaptial durch vorauseilenden Gehorsam sichern.

flotter denker
11
28.5.2009, 09:51
Ja die Welt ist schlecht und alles ist sinnlos

Es wird eh nie irgendwas besser. Immer nur schlechter. Und teurer. Und wir aermer und aermer. Bald werden wir uns das Brot zum Essen nicht mehr leisten koennen und unter der Bruecke schlafen, wenn die noch steht.

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