Englischer Rennstall hat trotz möglicher Budgetobergrenze bereits für die WM-Saison 2010 genannt, das wird von der Teamvereinigung nicht goutiert
London - Wer aus der Reihe tanzt, hat mit Konsequenzen zu rechnen. Weil sich Williams zwei Tage vor der offiziellen Deadline für die WM-Saison 2010 gemeldet hat, wurde der Rennstall von Sir Frank Williams mit sofortiger Wirkung aus der Teamvereinigung Fota ausgeschlossen. Hintergrund ist der Streit um die Einführung einer Budgetobergrenze ab 2010.
Die wichtigsten Teams der Fota stemmen sich gegen das neue Reglement des Automobilweltverbandes (Fia), das Teams, die nicht mehr als rund 44 Millionen Euro für die Saison budgetieren, weitreichende Vorteile gewährt. Ferrari, BMW, Toyota, Renault und Red Bull drohen weiter mit dem Ausstieg. Sie wollen die am 29. Mai endende Einschreibefrist verstreichen lassen, falls die Fia nicht einlenkt. Sogar eine Konkurrenzserie als letzte Konsequenz wird nicht ausgeschlossen.
Fraglose Nennung
Frank Williams nannte die Ausschlussentscheidung "bedauerlich, aber doch nachvollziehbar" . Die Formel 1 sei allerdings das einzige Geschäft seines Teams. "Wir haben schließlich Verpflichtungen gegenüber Partnern und Angestellten. Daher stand unsere Nennung für die kommende Saison außer Frage" , sagte der 67-Jährige.
Williams durfte noch am Mittwoch an einem Fota-Meeting am Londoner Flughafen Heathrow teilnehmen. Dabei wurde das Verhalten des Teams heftig kritisiert. Von weiteren Verhandlungen ist der Rennstall, der unter wechselnden Namen seit dem Jahre 1977 an der Formel 1 teilnimmt und bisher 113 Grand-Prix-Siege gefeiert hat, vorerst ausgeschlossen.
"Wir haben einen Vertrag, der besagt, dass wir bis Ende 2012 an der Formel 1 teilnehmen werden" , ergänzte Williams und rechtfertigte damit sein Vorpreschen, das offenbar ohne vorherige Absprache mit der Fota erfolgte. Von der Linie der Teamvereinigung abrücken wolle man deshalb aber nicht. So stand unter einem in Monaco verfassten Fota-Schreiben an die Fia, in dem weitere Bemühungen um einen Kompromiss im Regelstreit gefordert werden, auch die Unterschrift von Frank Williams.
Fia-Präsident Max Mosley hatte am Sonntag die Einführung der Budgetgrenze in zwei Schritten vorgeschlagen, allerdings dürften seine und der Fota Vorstellungen noch immer sehr weit auseinanderliegen. Für das erste Jahr schwebt den rebellierenden Rennställen eine Budgetgrenze von 100 Millionen Euro vor. Die 44 Millionen sollten dann in Etappen bis 2012 eingeführt werden. (sid, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.5. 2009)