Schlaue Saatkrähen stellen Werkzeug her

1. Juni 2009, 18:29
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Einsicht bei Tieren: Aus Draht wurde ein Haken geformt, um Futter zu angeln

Frankfurt/Main - Seit langem ist bekannt, dass Krähen und Raben ausgesprochen intelligente Tiere sind. Nun stellten Verhaltensforscher der Universität Cambridge fest, dass Saatkrähen nicht nur Hilfsmittel nutzen, um an einen Leckerbissen zu kommen, sondern bei Bedarf ihr Werkzeug sogar selbst herstellen.

In den Studien testeten die Experten um den Verhaltensforscher Chris Bird an vier Saatkrähen, wie weit die Intelligenz der Vögel reicht. Im ersten Experiment lernten die Vögel schnell, dass sie mit Steinen ein Gerüst zum Einsturz bringen müssen, um so an eine Mottenlarve zu gelangen. Ohne viel Training erkannten sie zielstrebig, welche Größe und Form ein Stein haben muss, um die Plattform kollabieren zu lassen.

Werkzeug aus Draht

Im zweiten Versuch mussten die pfiffigen Krähen dann ein kniffligeres Problem lösen. In einem senkrecht aufgestellten Zylinder hatten die Forscher ein kleines Eimerchen mit einer Mottenlarve platziert. Mit dem Schnabel konnten die Vögel ihre Beute nicht erreichen. Allerdings hatten die Forscher ihnen Drahtstücke hingelegt. Daraus formten alle vier Tiere einen Haken, mit dessen Hilfe sie dann das Eimerchen am Griff aus dem Röhrchen angelten. Drei der vier Saatkrähen gelang dies sogar auf Anhieb.

"Wir glauben, dass dies der erste eindeutige Beleg von Einsicht bei Tieren ist, denn die Saatkrähen machten die Haken schon im ersten Durchgang", sagt Nathan Emery von der Queen Mary Universität in London. "Wir wissen genau, dass sie vorher keine Erfahrung in der Herstellung von Hakenwerkzeugen aus Draht hatten, denn alle Vögel wurden von Hand großgezogen." Daher sprechen die Forscher im Fachblatt "PNAS" nicht von einer Spezialisierung, die sich im Lauf der Jahre entwickelt hat, sondern von einem Fall ausgeklügelter Intelligenz.

Hintergrund

Es waren übrigens ebenso britische Forscher, die im Jahr 2002 in "Science" (Bd. 297, S. 981) - wie auf derStandard.at berichtet - von der Krähe Betty schrieben. Sie hatten den Vogel schon als Jungtier eingefangen und ihm im Verlauf von Tests im Labor u.a. ein Futterversteck und auch Drahthaken gezeigt - allerdings nie, wie man einen Draht verbiegt. Verblüfft hatte das Team um Alex Weir von der Universität Oxford damals beobachtet, wie die Krähe im Labor einen Draht zu einem Haken bog, um damit einen kleinen Futterbehälter aus einer Röhre zu angeln. (APA/AP/red)

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    Werkzeugerzeugung: Im Labor formen sich Saatkrähen aus Draht einen Haken, um ein Futtereimerchen zu angeln.

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