Gespaltenes Land begeht Jubiläum

25. Mai 2009, 22:08

Morales und Gegner feiern an getrennten Orten 200. Jahrestag des Beginns des Unabhängigkeitskampfes

La Paz - Bolivien hat am Montag mit zwei rivalisierenden Veranstaltungen an den 200. Jahrestag des Beginns der Befreiung von den spanischen Kolonialherren erinnert. Der linksgerichtete Präsident Evo Morales versammelte seine Anhänger in dem kleinen Ort El Villar etwa 230 Kilometer südlich von der politischen Hauptstadt des Landes, Sucre. Dort begingen die Gegner des ersten indigenen Präsidenten in der Geschichte des Landes den Gedenktag, allerdings ohne militärische Ehren. Am 25. Mai 1809 war in Sucre eine Revolte gegen die spanische Kolonialmacht ausgebrochen, die als "Ruf nach Freiheit für Lateinamerika" bekannt wurde. Seine Unabhängigkeit erlangte Bolivien erst ab 1825.

Bei den Feierlichkeiten in Sucre, dessen Bevölkerung Morales Politik einer Umverteilung zugunsten der bäuerlichen Indigene mehrheitlich ablehnend gegenübersteht, bedauerte der oppositionelle Senatspräsident Oscar Ortíz den Zustand des Landes. "Leider sind wir nicht geeint und können uns der Welt nicht als ein vereinigtes Land präsentieren. Stattdessen stehen wir zerstritten da und werden von Armut, Korruption und Drogenkriminalität geplagt", klagte der einzige offizielle Vertreter bei der Veranstaltung der Opposition.

Gedenkfeier

Bei der offiziellen Gedenkfeier der Regierung in El Villar, wo sich das Hauptquartier der legendären lateinamerikanischen Befreiungskämpferin Juana Azurduy de Padilla (1780-1862) befand, sollte Morales die Hauptrede halten. Dort waren auch ausländische Diplomaten und Vertreter von Indigenen-Organisationen aus dem ganzen Land anwesend. Morales kündigte an, er werde anlässlich des Feiertages umgerechnet fünf Millionen Euro an Hilfsgeldern an arme Indigenen-Landgemeinden verteilen. Das staatliche Fernsehen übertrug live aus dem Ort mit 2000 Einwohnern.

Die meisten Länder Lateinamerikas erkämpften im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der Französischen Revolution ihre Unabhängigkeit von Spanien sowie im Falle Brasiliens von Portugal. Die heutigen Namen und Grenzen bildeten sich jedoch oft erst später heraus. (APA/dpa)

nAK
16
25.5.2009, 22:48
Bolivien war auch vor Morales ein gespaltenes Land

nur seit Morales regiert die Mehrheit und nicht mehr die weiße Minderheit, die sich als alles mögliche sieht (Italiener, Spanier, Miamianer), nur nicht als Latinos.

Com Pirx
50
26.5.2009, 21:27

Die letzte Verfassungsrichterin ist gerade zurückgetreten. Damit ist Morales auf seinem Weg zum gewählten Diktator a la Chavez wieder einen Schritt weiter gekommen.

wider den rechten Kanaillen
03
26.5.2009, 23:43
Sobald Morales ein Diktator wäre, wäre er sofort in USA willkommen.

So wie sein Vorgänger, der massenmörder Goni, der in USA politisches Asyl erhält, nachdem er in die Menge hat schiessen lassen und ein Massaker angerichtet hat.
Ach ja, einen zweistelligen Betrag aus der Staatskasse hat er als Wegzehrung für sein hartes Asyl mitgenommen.

Demnächst unterdrückt Morales sicher erneut die Bevölkerung mit einem weiteren Verfassungsreferendum. Da haben wir es gut, uns wird freiheitlich demokratisch das Wahlrecht über die Verfassung vorenthalten.

Wer weiß, vielleicht wird auch die Verfassung über Referendum geändert und Morales kann wieder kandidieren - so wie bei uns. Dann wäre allerdings die Diktatur komplett (siehe Venezuela).

Alf von Melmak
 
00
28.5.2009, 16:50
Ach ja, einen zweistelligen Betrag aus der Staatskasse hat er als Wegzehrung für sein hartes Asyl mitgenommen


17,50 Bolivianos für ein paar Empanadas?

Com Pirx
12
27.5.2009, 09:57

Chavez kommt bereits auf dem Zahnfleisch daher.

So wie der Kärntner Freiheitsheld seinen Populismus auf Pump finanziert hat, plündert Chavez im Moment eine ausländische Firma nach der anderen. Er nennt das Verstaatlichung.

Bald ist der Sack leer und dann bin ich gespannt, ob er sich nochmal traut, ein Referendum abzuhalten oder ob er dann lieber nur noch den monopolistischen Alleinunterhalter auf Aló Presidente spielt.

Eugen Slowik
 
11
26.5.2009, 06:59

entschuldige, aber Latinos bedeutet romanisch Sprechende.

wider den rechten Kanaillen
00
30.5.2009, 23:13

Ja. Und Kanake bedeutet Mensch.

Jeder, der als solcher bezeichnet wird, weiß, daß "Mensch" damit gemeint ist.

kelte
10
26.5.2009, 19:04

gähhn.. der begriff ist auch eindeutig politisch zu gebrauchen (latinos, hispanics...)

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