Videoblog von Hans Rauscher

Wie rechts ist die Jugend?

22. Mai 2009, 14:40

Gespräch mit Berufsschülern und ihrem Lehrer über Neonazi-Vorfälle, Strache und Ausländer

Roland Gruber unterrichtet seit 1976 Politische Bildung an der Berufsschule Mollardgasse in Wien. Im Gespräch mit Hans Rauscher erklärt er zu den Vorfällen in Ebensee und Auschwitz, dass es es das Problem Rechtsextremismus an Schulen eigentlich schon immer gab. Das Problem erfolge in Wellen. Momentan sei zu beobachten, dass viele Berufsschüler in Richtung FPÖ tendieren. Dies hänge auch damit zusammen, dass in Zeiten der Finanzkrise von politischer Seite Ängste geschürt würden. Laut Gruber oftmals unbegründet, denn jeder österreichische Lehrling, der einen Job wolle, habe auch die Chance auf einen solchen. Problematischer sei die Situation für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Um gegen das Abdriften der Jugend etwas zu unternehmen, dürfe man sich von den Lehrern "keine Wunder erwarten", denn gegen Vorurteile käme man nur sehr schwer an. Außerdem fehle in der Berufsschule einfach die Zeit, effektiv einzuwirken. Von Schulausschlüssen, wie er auf Grund des Auschwitz-Eklats an einer Wiener AHS erfolgte, hält Gruber wenig. Davor müsse man auf alle Fälle versuchen, den Betroffenen "zu helfen". 

Schülervertreter über Rechtsextremismus, Strache und Ausländer

In der anschließenden Diskussion geben Schülervertreter der Berufsschule an, dass Rechtsextremismus an ihrer Berufsschule eher ein Randproblem darstelle. Die "Rechten" seien Außenseiter, die sich nicht outen, um Probleme mit der Schule zu vermeiden. Zum Thema "Ausländer" hält ein Schüler fest, dass er selbst fast die FPÖ gewählt hätte. Jedoch nicht wegen Strache, sondern weil er einmal Opfer von Gewalt, die von einem Ausländer ausging, wurde. Er spricht sich deshalb dafür aus, den "Schranken weiter nach unten" zu geben, damit nicht noch mehr Ausländer nach Österreich kommen. Ein Argument, dass ein Mitschüler serbischer Herkunft nicht gelten lassen will, denn der Schranken sei ohnedies sehr weit unten. Dem pflichtet sein Sitznachbar, der bereits als Baby vor 19 Jahren nach Österreich kam, bei und fügt hinzu, dass er sich immer noch als Ausländer fühle. Die lebhafte Debatte unter den Schülern mit und ohne Migrationshintergrund, wer als Ausländer gilt und wie sich diese anpassen sollten, findet sich im obigen Video. (rasch, derStandard.at, 25.5.2009)

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Posting 1 bis 25 von 83
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Drei Goschn Opa
00
28.5.2009, 09:27
bitte machts mal eine studie über berufsschulehrerinnen

so ganz von ungefähr kommt imho die starke inklination nach rechts in den berufsschulen auch nicht. da kann ein (!) professor für politische bildung nix erreichen.

Österreicher.de
00
28.5.2009, 10:08

Berufsschullehr sind in der Regel keine Professoren!

eremos
21
28.5.2009, 08:43
deutschkurse statt kickboxen

kein wunder, dass sich die "armen" noch immer als ausländer fühlen...sie gebärden sich ja auch dementsprechend.

wenn man trotz österreichischer staatsbürgerschaft stolzer türke oder serbe sein will, mit deutschkenntnissen, die sogar für das bundesheer zu schlecht sind, dann darf man sich halt auch nicht über ablehnung wundern.

armin delmenhorst
 
00
22.1.2012, 17:24
Nicht die Sprachkentnisse sondern

eben die Mentalität ist das Problem bei den speziellen Problemgruppen. Sprich bei den meisten Türken, Jugos & Afrikanern. Gerade am Beispiel der Türken, die mittlerweile in der 4. Generation das Land "bereichern", kann man das exemplarisch aufzeigen.

Diese Menschen sind in der Regel von Geburt auf Inländer, beherrschen auch die Sprache i.R. genau so gut wie ihre Schichtzwillinge autochthoner Abstammung, nur eben sind sie keine Westler, weil sie eben an einen Mischmasch von Steinzeit & Ethnokitsch festhalten.

Die Konflikte entstehen ja nicht, weil jemand nicht perfekt nach der Schreibe spricht, sondern eben weil diese Pseudo-Österreicher sich nicht benehmen wie Österreicher bzw. wie Menschen im Westen - und das in der 3. und 4. Generatio

jussuf jussuf
00
25.6.2009, 18:56

und wie sich die inländer gebärden, trotzdem sie ihrer muttersprache mächtig sind, wurde hiermit eindrucksvoll vorgeführt.

1116er
10
28.5.2009, 11:21
"..mit deutschkenntnissen, die sogar für das bundesheer zu schlecht sind"

mag schon sein, dass immigranten (auch der 2. oder 3. generation) unzureichende deutschkenntnisse haben.
doch damit liegen sie gleichauf mit einer unglaublich großen anzahl von 'eingeborenen' ösis!
sich halbwegs verständlich zu artikulieren, oder beim lesen das zu verstehen, was man gerade mühsam buchstabiert hat, ist für viele alles andere als selbstverständlich.

Kehwan
00
27.5.2009, 01:06

Worüber niemand spricht, insbesondre der Lehrer nicht, ist dass kein Geld dafür da ist, vom Ausschluss bedrohten Schülern eine Reise zu organisieren.

Es bräuchte sowas wie ne Stiftung die solche trips a.) organisiert b.) finanziert und c.) in sämtlichen Fällen wo einem Schüler wg. wiederbetätigung odgl der Ausschluss droht, den ensprechenden Herr Direktors die Möglichkeit unter die Nase bindet

Kelborn
00
26.5.2009, 17:34

falsche Gesprächspartner... besser mal ein paar Schüler fragen.
Allerdings sieht man schon bei diesen "Schülervertretern" wohin der Weg geht...

DCFC
04
26.5.2009, 17:32
Sind Rechte feig?

Ich wäre mir in dieser Frage nicht immer ganz sicher, zumindest nicht, wenn "feig sein" an der Tatsache gemessen wird, ob man zu seiner Gesinnung öffentlich steht oder nicht.

Ich habe (politisch) keine Angst vor den Nazis, die mit Baseballschläger, Springerstiefel und Hackenkreuzaufnähern durch die gegend laufen.
Die sind zu dumm um gefährlich zu werden!

Sorgen mach mir die, die auf Burschenschaftler- Bälle gehen, Berichte für die Aula schreiben, Kontakte zu international bekannten Neonazis pflegen und trotzdem nach außen hin immer wieder abstreiten mit dieser Ideologie zu sympathisieren.
Denn das sind die, die von den Wahlplakaten grinsen!

imanitram
 
211
26.5.2009, 13:59

Rechts sein heißt feig sein.
Mit den Wölfen heulen die meisten, um andere für eigene Probleme zu Sündenböcken machen zu können und statt Selbstbewußtsein entwickelt sich dann Aggression. Meine Erfahrung - vor allem meine alltägliche im persönlichen und beruflichen Umfeld - ist, daß "Rechte" dann einzubremsen sind, wenn sie auf Widerspruch stoßen. Deshalb halt ich irgendwelches anbiederndes Rumtaktieren für sehr schädlich. Ausländerhetze, Judenwitze, Machowitze, Schwulenwitze, Naziverniedlichung darf nie unwidersprochen bleiben. Nicht in der Arbeit, bei Freunden, in der Strassenbahn. Wer schweigt, pflichtet man bei. Rechte haben Angst vor Widerspruch, sie wollen "geliebt" werden. Zivilcourage im Alltag nützt gegen rechts. Rechte sind
feig.

goodaziz
 
02
Fremdenhass ist DUMM !!!!!!

Gerhard Schwarz
 
02
27.5.2009, 17:09

100% Zustimmung.

Peter Hammer 06
03
27.5.2009, 16:52
Ihren interessanten Beiträge ....

...zum Thema "rechts" kann ich nur beipflichten.
Zivilcourage und nochmal Zivilcourage gegen "rechts", von allen aufrechten Menschen, egal welcher Herkunft.

Ne Si
22
26.5.2009, 13:51
ein anderes schulbeispiel

die tochter einer bekannten (nicht österreichischer herkunft) bekommt auf einen deutschtest eine 3. nach kontrolle der mutter ist diese verwundert und fragt die lehrerin und bekommt als antwort, dass eine drei eine super note ist für einen ausländer und sie solle doch froh sein. also wird hier nicht leistung bewertet sondern die herkunft.

jumpingjack flash
12
26.5.2009, 20:22

da kennen sie sich (und die mutter) nicht mit unserem schulsystem aus - erstens ist so eine aussage positiv und nicht negativ gemeint, zweitens gibts vor allem in den ersten klassen durchaus relative beurteilungen - d.h. dass tendenzen berücksichtigt werden. wenn ein schwacher schüler mal einen guten aufsatz schreibt bekommt der trotz einiger fehler eine gute note.
später im gymnasium werden besonders bei schülern mit nichtdeutscher muttersprache alle augen zugedrückt, denn man müsste sonst einen grossteil negativ beurteilen 5. klasse gymnasium - biologie - wörter wie "euter" oder auch "vorsätzlich" werden nicht gekannt. können sie sich vorstellen welche probleme und niveuunterschiede da von den professorInnen bewältigt werden müssen.

Drei Goschn Opa
00
28.5.2009, 09:22
arme gymnasiallehrerinnen

dann stellen sie sich mal vor, mit welchen noch viel gravierenderen "niveauunterschieden" die hauptschullehrerinnen zu kämpfen haben. dagegen hat das gymnasium noch paradiesische zustände. was glauben's wohl, wieso das thema mittelschule von den lehrenden ambivalent diskutiert wird?

Mathias Mendez
11
26.5.2009, 13:50

kA, was der Lehrer unter Ultras versteht. Da verwechselt er wohl bissl was..

Gerhard Schwarz
 
13
26.5.2009, 14:43

Glaub, der verwechselt gar nix - der erlebt das doch in der Schule Tag für Tag, wie sich die "unpolitischen" Fans aufführen. Glaub eher, Sie sind da unerfahrener.

LadyDoolittle
04
26.5.2009, 12:34
Das österreichische Problem!

Ein Jugendlicher hat er angesprochen:

Offiziell bekennt sich kein Österreicher zu rechtslastiger Meinung. Und kaum dazu, Strache zu wählen.

Das war genauso bei den Wahlen, bei denen die FPÖ erstmals riesige Gewinne gemacht hatte. Laut Umfragen hat keiner Haider gewählt, dber er fuhr ein ansehnlicher Wahlergebnis ein. Sogar so gut, dass Schüssel die FPÖ in die Regierung - trotz massiver Ablehnung in Österreich und europaweit - brachte. Die ÖVP machte die FPÖ salonfähig. Die ÖVP rückte weit nach rechts, speziell durch die Änderung des Asylgesetzes auch auf anhängige Asylverfahren. Wen wundert es, dass rechtslastige Wähler gleich FPÖ wählen?
Derzeit entwickeln sich beide Regierungsparteien nach rechts. Auch Europa insgesamt. Leider!

jumpingjack flash
11
26.5.2009, 14:26

und vorher schon die spö - wobei die haben sich selber salonfähig gemscht - bzw. deren zahlreiche wählerInnen

Lord Chaos
00
26.5.2009, 15:49


Wann bitte hat die SPÖ die Haider FPÖ salonfähig gemacht?
Die FPÖ unter Steger war ein völlig anderer Fall.

jumpingjack flash
00
26.5.2009, 20:12

wieso - in der regierung, vizekanzler - da ist man keine bedeutungslose, geächtete minipartei mehr sondern konnte zeigen dass man mitregieren kann.

Thomas Blattl
01
26.5.2009, 13:44

Nona, warum ist das freie Wahlrecht in einer echten Demokratie wohl ein "geheimes" Wahlrecht? Weil's sonst nicht mehr frei wäre, meine liebe LadyDoolittle. Der Wähler soll laut Verfassung ganz bewusst das wählen können was er wirklich will, und nicht das, was politisch korrekt ist.

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
01
26.5.2009, 10:37
Ein hochinteressanter Film, der

Hoffnung aufkommen lässt, dass nicht alle nach rechts abdriften und für rechte Hassprediger, Vorurteile schürend, empfänglich sind...

Ne Si
58
26.5.2009, 09:47
ö ist noch immer faschistisch

wenn wittwen ehemaliger ns-ler in oö gemeinden behandelt werden als wären sie die königin persönlich, man sich noch immer als opfer und nicht als täter fühlt dann kann man dort nicht raus kommen. ich bin kein gebürtiger ösi und das bekomme ich regelmäßig zu spüren, obwohl ich besser deutsch rede als die meisten ösis und mit 1 in deutsch maturiert habe. hier zählt nicht qualifikation wenn man ein 'ic am namensende hat. in ö wird nicht integriert und man will sich nicht mit den ausländern beschäftigen. ich war schon öfters dabei wenn über ausländer geschimpft wurde und dann kam die standardaussage, aber nicht du, du bist anders, dir merkt mans nicht an. das ist österreich, in der seele tief faschistisch, unfreundlich und verbittert.

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