Einsatz in Afghanistan erstmals teurer als der im Irak - Massenflucht von Rebellen möglich
Washington - Die Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan um rund 20.000 Soldaten könnte nach Ansicht von Generalstabschef Admiral Mike Mullen zu einer weiteren Destabilisierung Pakistans führen. Aufständische könnten verstärkt über die kaum gesicherte Grenze fliehen, sagte Mullen am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress. Die Streitkräfte täten ihr Bestes, um dem entgegenzuwirken.
Es gebe keine bessere Lösung für mehr Sicherheit in Afghanistan als die geplante Aufstockung des Truppenkontingents. Gleichzeitig forderte Mullen angesichts jüngster Diskussionen über die Lage in Pakistan Besonnenheit: "Pakistan ist weiter davon entfernt, komplett destabilisiert zu sein, als viele denken."
Kosten wegen Truppenaufstockung
Der US-Senat hatte am Donnerstag den Weg für die weitere Finanzierung der Kriegseinsätze in Afghanistan und im Irak frei gemacht. Die Kosten für den Krieg in Afghanistan werden wegen der geplanten
Truppenaufstockung im kommenden Jahr erstmals jene für den Einsatz im
Irak überschreiten. Obama hat die Entsendung von mehr als 20.000
zusätzlichen Soldaten beschlossen. Mit den Truppen zur logistischen
Unterstützung wird sich die Zahl der Soldaten bis Jahresende im
Vergleich zu Ende 2008 damit auf rund 68.000 mehr als verdoppeln.
Die Senatoren stimmten mit nur einer Gegenstimme für ein rasches Verfahren zum Beschluss des Maßnahmenbündels in Höhe von 91,3 Milliarden Dollar (67 Milliarden Euro). Damit entsprachen sie im Wesentlichen dem Antrag der Regierung von Präsident Barack Obama.
Die endgültige Abstimmung sollte noch am (heutigen) Donnerstagnachmittag stattfinden. Der Haushaltsposten umfasst die Kosten für die Kriegseinsätze und die Beschaffung neuen militärischen Geräts, aber auch 6,9 Milliarden Dollar (5 Milliarden Euro) Hilfsgelder, von denen der Großteil für Afghanistan und Pakistan reserviert ist. Am Mittwoch hatten die Senatoren aus dem Paket 80 Millionen Dollar für die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo gestrichen und der Regierung damit eine herbe Niederlage zugefügt. (APA/AP)