UNHCR: Fast 2,4 Millionen Flüchtlinge durch Kämpfe in Pakistan

25. Mai 2009, 12:08
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    foto: reuters/mahmood

    Auf der Flucht: Ein Mädchen aus dem Swat-Tal im Nordwesten Pakistans lebt mit seiner Familie in einem Camp des UN-Flüchtlingshilfswerks. Mehr als 1,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.

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    Die pakistanische Armee organisierte am Freitag eine Pressereise auf den Berg Banai Baba Ziara, der kurz davor erobert worden war.

Armee sieht Erfolge im Swat-Tal - Taliban wollen weiterkämpfen - Weiter Gefechte zwischen Armee und Taliban im Nordwesten

Islamabad/Teheran - Die pakistanischen Regierungstruppen sehen die Taliban im umkämpften Swat-Tal am Rande einer Niederlage. Als Beleg dafür galt vor allem eine Erklärung der Islamisten vom Montag, in der sie ankündigten, die Regierungstruppen in der Hauptstadt des Swat-Tals, Mingora, nicht mehr angreifen zu wollen, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Weiter hieß es jedoch auch, dies sei ein langer Kampf und die Taliban würden ihn fortsetzen, bis ein islamisches System durchgesetzt sei.

Durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Taliban im Nordwesten Pakistans sind innerhalb eines Monats mehr als zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben worden. 2,38 Millionen Flüchtlinge seien seit Beginn der Armee-Offensive in den Bezirken Swat, Unter-Dir und Buner Ende April registriert worden, teilte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Montag in Islamabad mit. Sie bezog sich nach eigenen Angaben auf Zahlen der Provinzregierung der Nordwestprovinz. Informationsminister Qamar Zaman Kaira sagte, die Zahl der Flüchtlinge sei noch nicht "endgültig". Laut UNHCR flüchteten allein in den vergangenen drei Tagen 700.000 Menschen aus der Region.

MQM versus Paschtunen

In der Metropole Karachi schlossen unterdessen laut Augenzeugen mehrere Geschäfte, nachdem Nationalisten wegen des Flüchtlingszustroms aus dem Nordwesten zu einem Streik aufgerufen hatten. Ein Motiv der aus dem Nordwesten kommenden Paschtunen sei auch, die ursprüngliche Bevölkerung in der Provinz Sindh zu "marginalisieren", erklärte die Bewegung Jeay Sindh Qaumi Mahaz (JSQM), die sich für die Belange der Menschen in der im Süden gelegenen Provinz Sindh einsetzt. "Dagegen werden wir Widerstand leisten", sagte JSQM-Chef Abdul Wahid Aresar.

In jüngster Zeit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Urdu-sprechenden Bewegung MQM, einem Koalitionspartner der Volkspartei von Präsident Asif Ali Zardari, und Paschtunen aus der Grenzprovinz zu Afghanistan, die sich auf der Suche nach Arbeit in Karachi niedergelassen haben. Nach Angaben von Einwohnern Karachis flüchteten bisher nur wenige Menschen aus dem Nordwesten Pakistans nach Karachi. Die meisten kamen demnach bei Angehörigen unter.

Angriff auf Taliban-Hochburg

Die pakistanischen Regierungstruppen haben sich in ihrer Offensive gegen die Taliban im Nordwesten des Landes am Wochenende auf die 300.000-Einwohner-Stadt Mingora im Swat-Tal konzentriert. Mit der Rückeroberung Mingoras träten die Kämpfe in eine entscheidende Phase ein, teilten Armeevertreter am Sonntag mit. In Teheran berieten die Präsidenten des Iran, Pakistans und Afghanistans über Fragen der regionalen Sicherheit.

Straße für Straße drängten pakistanische Truppen seit Samstag die Taliban in der strategisch wichtigen Stadt zurück. Die Armee kontrolliere nun wieder wichtige Teile Mingoras und drei große Plätze, sagten Armeesprecher. Im Stadtteil Nawa Kilay und im Vorort Qambar gebe es weiter Straßen- und Häuserkämpfe. In anderen Vierteln räumten Sicherheitskräfte Minen. Eine über Mingora verhängte Ausgangssperre blieb in Kraft.

Mit dem Kampf um Mingora hat nach Einschätzung von Militärs und Experten die kritische Phase der Offensive begonnen. Die Hauptstadt des Swat-Tals sei "von psychologischer Bedeutung" , sagte Sicherheitsexperte Ikram Sehgal. "Ein Sieg dort wird den Sicherheitskräften großen Auftrieb geben." Die radikalislamischen Taliban haben die Stadt seit einem halben Jahr unter ihrer Kontrolle.

Flüchtlingswelle rollt

Sorge bereitete nach wie vor das Schicksal von zehntausenden von Flüchtlingen in Mingora. Laut Armee waren noch zwischen 10.000 und 20.000 Zivilisten in der umkämpften Stadt eingeschlossen. Seit Beginn der Kämpfe vor rund vier Wochen im Distrikt Lower Dir flohen mehr als 1,7 Millionen Menschen vor den Kämpfen. Nach Angaben der Sicherheitskräfte stehen den rund 15.000 Soldaten im Swat-Tal 1500 bis 2000 bis zum Letzten entschlossene Aufständische gegenüber.

Auch in den südlich der Swat-Region gelegenen Stammesgebieten Nord- und Süd-Wasiristan sind nach Angaben von Behördenvertretern tausende Menschen auf der Flucht. Dort bombardieren die Sicherheitskräfte in drei Bezirken seit rund einem Monat Taliban-Stellungen. Der Informationsminister der Nordwestprovinz, Iftikhar Hussain, sagte, die Flüchtlinge strömten in die Nachbarbezirke Bannu und Dera Ismail Khan. Nach jüngsten Berichten über Pläne von Präsident Asif Ali Zardari, die Offensive auf Wasiristan auszudehnen, geht dort die Angst um. Zardaris Regierung hatte in den vergangenen Monaten noch eine Reihe von Waffenstillstandsabkommen mit Extremistengruppen geschlossen, die den Taliban nahestehen.

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise hatten die Vereinten Nationen die Staatengemeinschaft am Freitag um mehr als eine halbe Milliarde Dollar Unterstützung gebeten. Größe und Geschwindigkeit der Flüchtlingswelle seien "außergewöhnlich" . Die Regierung in Islamabad hat angekündigt, die Operation bis zur vollständigen Vertreibung der Extremisten aus dem Norden Pakistans fortzusetzen.

In Teheran berieten am Sonntag erstmals die Präsidenten Irans, Afghanistans und Pakistans gemeinsam über die Sicherheit, den Antidrogenkampf und die Wirtschaftslage in der Region. Neben wirtschaftlichen und kulturellen Problemen bedrängten die drei Länder solche, "die uns von außen auferlegt werden" , sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad. Dazu gehörten "Interventionen" ausländischer Truppen und der "Extremismus" fundamentaler Gruppierungen in Afghanistan und Pakistan. Die drei Länder litten außerdem unter dem Drogen- und Menschenhandel. (AFP, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 25.5.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
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el dus
 
04
25.5.2009, 23:03
Schaut ein bisserl nach der Vietnamstrategie aus

Wenn der Guerilla im Volk schwimmt wie ein Fisch im Wasser, muß man ihm das Volk wegnehmen. Ob das erfolgversprechend ist? Wieso strömen die Flüchtlinge hinter den siegreichen Truppen nicht gleich wieder zurück? Da scheint das Volk wohl die Armee zu fürchten.

DieBo
01
26.5.2009, 09:15
Ein Bericht im Radio hat genau das bestätigt. Die Angst vor der Armee ist größer als vor den Taliban.

rubylaser694
44
25.5.2009, 12:39
Alles nur weil die Taliban den Koran richtig auslegen und ernst nehmen!

kelte
01
26.5.2009, 15:52

das einzige ziel ihres postings ist hetzte....
mag sein dass der koran wie die bibel sick ist (imerhin fast das selbe) aber wi eman es auslegt bestimmen trotzdem nicht sie, vorallem kann die breite bevölkerung kein arabsihc udn den koran nicht lesen, somit wird alles unter dem mantel der religion gemacht....

agarthianer
01
25.5.2009, 22:47

Taliban :
und woimmer sie Einfluss haben werden Christen verfolgt
http://www.pro-oriente.at/?site=ps2... 1223153552

DieBo
12
26.5.2009, 09:16
Im Irak herrschen die USA. Dort werden momentan die meisten Christen verfolgt.

harhar
01
26.5.2009, 13:50

Von den USA?

insertnamehere
 
01
26.5.2009, 13:10
Was jetzt?

Herrschens jetzt oder fressens dort ihr neues Vietnam?

seek+destroy
00
25.5.2009, 14:44

bin ja auch die meinung dass man die bibel ernster nehmen sollte.. also entschieden gg die heiden vorgeht, auf die todsuenden achtet wie die gesetze moses befolgt..

Andreas S.
00
26.5.2009, 04:14

FYI: das neue testament (jesu) overrulet das alte testament (moses/propheten) wo sie sich widersprechen. (siehe bergpredigt) zb:
AT: aug um aug
NT: andere wange hinhalten
AT: hasse deine feinde (moses)
NT: liebet eure feinde (jesu)

aehnliches gilt auch fuer den koran, 'neuere' suren overrulen 'aeltere'.

Der religionsstifter hat anfangs als unterdrueckter prediger anderst ueber gewisse dinge gedacht hat wie spaeter als chef .


btw, AFAIK das mit den todsuenden (bzw kardinalstugenden) kommt nicht aus der bibel sondern aus dem mittelalter.

rubylaser694
00
25.5.2009, 16:12
Lesen sie bitte mal das Neue Testament und und nicht immer nur die ersten 5 Kapitel von Mose....

...sie lesen ja auch nicht nur die ersten 5 Seiten von einem Roman wenn sie wissen wollen wie er ausgeht!

agarthianer
00
25.5.2009, 22:26

gebe Ihnen vollinhaltlich recht
das AT ist eine Anleitung zum Mord
http://www.unmoralische.de/morden.htm
Inzest & sonst noch allerlei Üblem
----------------------
im NT / Joh.14 hebt Jesus Christus die mosaischen Gesetze auf :
"ich aber gebe euch 2 Gebote :
liebet Euren Herrn und Euren Nächsten "
ich meine auch : das reichte für ein friedliches
Auskommen weltweit
wenn es beachtet würde

DieBo
00
25.5.2009, 10:37
In den oberen Etagen der Rüstungsindustrie knallen zeitgleich mit den Kanonen die Sektkorken.

Ein Prost auf diese beschi..ene Welt.

Sternchen100
02
25.5.2009, 09:40

Man kann nur hoffen, dass die pakistanische Regierung wieder die Gewalt über diese Provinzen wiedererlangt,d ie Verwaltung, Schulwesen und auch die legale Rechtssprechung wieder durchsetzt, statt sie diesen obskuren rückständigen Stammeshäuptlingen zu überlassen. Die Regierung mag vielleicht nicht perfekt sein, aber besser als die frauenhassenden Taliban oder diese total ungerechten Clangerichte noch allemal.

Schnabeltierfresser
11
25.5.2009, 09:28
Schlimm.

v.a., da ich vor 10 Jahren 5 Wochen in Mingora war.

Sieh an
00
24.5.2009, 21:27
... eine Stadt - Strassen und Gebäude....

... sicher kurzfristig mag die Stadt wichtig sein, aber mittel- und langfristig kann sie bedeutungslos sein... wir müssen denen helfen, die unter den Kämpfen leiden und nicht den Taliban nahe stehen... selbst den Sympathisanten in Not muss geholfen werden, schliesslich sind wir besser als die Taliban und das sollten wir auch zeigen...

Wir müssen helfen und wir und insbesondere Pakistan muss den Bedürftigen diese Hilfe zukommen lassen, sonst kann alles verloren sein...

mrsbonsai
64
24.5.2009, 19:03
ich finds traurig

leute wie antifaschi die eine total legitime meinung vertreten werden hier zerlegt von sog. 'politologen' die sicher keine ideologie haben sonst würden sie sich ja nicht äußern...!
Dass sie die religion islam in verbindung mit extremismus bringen zeigt, dass sie manipulationsmethoden gar keine ahnung haben.
Religion wird schlicht und einfach benutzt!
Das erinnert mich an die propaganda vom strache die anscheinend viele Österreicher noch immer nicht durchblicken und dass trotz guter bildung was die taliban sicher nicht bekommen...

rubylaser694
12
25.5.2009, 12:42
Na dann beschäftigen Sie sich mal mit der Geschichte Mohammeds!

Gendo
03
25.5.2009, 08:35

Religion wurde dazu geschaffen um als Manupulationsinstrument benutz zu werden.
Wobei man ihren Schöpfern (also das waren Menschen nur damit keine Missverständnisse aufkommen), nicht Zwangsweise böse Absicht unterstellen soll, aber schlussendlich verhält es sich dann auch im positivsten Motiv wie mit einem Messer. Ist das Messer einmal da (Ursprünglich geschaffen um den Menschen zu Helfen) kann niemand mehr Garantieren das es nicht auch negtaiv oder gar primär negativ eingesetzt wird. (wobei meiner Meinung nach, die Menschheit besser ohne Religionen als ohne Messern leben könnte!)

Erwin Brandstetter
01
25.5.2009, 06:24
Religion ist extrem

Religiöse Haltungen sind per Definition extrem. Egal ob Christentum, Islam, Judaismus oder was auch immer, das ist g'hupft wie g'hatscht. Wer sich vorgefertigten Glaubenssätzen unterwirft, sich seine Meinung sagen lässt, anstatt sie zu bilden, Gurus, Päpsten oder Führern unkritisch nachplappert - und das ist das Wesen von Religion, im Unterschied zu Glauben - der ist in meinen Augen extrem.

Und da ist kein großer Unterschied zu einem Herrn Strache, den Sie gerne in das andere Eck schieben wollen, der aber diesbezüglich mit Religionen auf einer Wellenlänge ist.

Anatolia
02
24.5.2009, 22:11
Wenn die arme antifaschi

eindeutige Unwahrheiten posten und Hoffnungen oder Wuensche als Wahrheiten posten, dann muessen sie sich nicht wundern, wenn sie durch andere Poster korrigiert werden. Ob die anderen Poster dabei denselben oder anderen Ideologien anhaengen tut dabei nichts zur Sache.

harhar
00
24.5.2009, 22:08
mrsbonsai

Sie haben recht, der Islam wird von den Taliban und den Extremisten mißbraucht um ein unmenschliches Regime zu errichten.

Libertin
14
24.5.2009, 18:49

Mich wundert, warum eigentlich keine Flüchtlingswelle einsetzte, als die Taliban dort die Herrschaft ausriefen?

Est-dragon
00
25.5.2009, 02:21

Sprich: EIne Regierung ausrufen gefährdet die Zivilbevölkerung dort kurzfristig weniger als Straßenkämpfe mitten im Stadtgebiet. Eigentlich logisch, oder?

Est-dragon
00
25.5.2009, 02:19

Weil es damals keine großen Kämpfe gab? Die Taliban waren wohl zu stark für die damaligen Ordnungskräfte und die haben sich wohl für die Zivilbevölkerung schondender zurückgezogen?

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