Weißer Phosphor fordert Opfer

20. Mai 2009, 14:31
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    foto: reuters/graham-harrison

Im Afghanistan-Krieg gibt es immer häufiger Opfer der chemischen Waffe weißer Phosphor – die Schuld daran will niemand tragen

Im März wurde die achtjährige Afghanin Rasia Rahman von weißem Phosphor entstellt. Rasias Vater Aziz Rahman gibt den NATO-Truppen die Schuld an den Verletzungen. "Wir waren zwischen den Fronten eingekesselt. Als sich die Taliban zurückzogen, feuerten die Soldaten schwere Geschoße auf die Taliban ab." Eines davon sei in seinem Haus gelandet.

Weißer Phosphor gegen Zivilisten Kriegsverbrechen

Das US-Militär gibt die Schuld den Taliban. Es glaube nicht, dass in der Nähe des Hauses des Mädchens Bomben fielen. Majorin Jenny Willis sagte Mitte des Monats, die Extremisten benutzten den Stoff in Granaten und selbstgebauten Sprengsätzen. 44 Fälle des Einsatzes von weißem Phosphor durch die Taliban seien dokumentiert. Laut CNN sollen Truppen am vergangenen Samstag Mörser-Geschosse mit weißem Phosphor in Verstecken der Rebellen in der Provinz Bamyian und eine Rakete mit dem gleichen Stoff in der Provinz Nanghara gefunden haben.

Kommen Menschen mit dem weißem Phosphor in Berührung, führt das zu schweren Verbrennungen. Daher betrachten Menschenrechtsgruppen die Verwendung des chemischen Stoffes in bewohnten Gebieten - wie im Januar durch die israelischen Streitkräfte bei ihrer Offensive im Gazastreifen - als Kriegsverbrechen. Solange der chemische Stoff nicht gegen Menschen eingesetzt wird, ist seine militärische Verwendung nach internationalem Recht erlaubt. Daher will das US-Militär auch weiterhin weißen Phosphor im Krieg gegen die Taliban verwendet. Die chemische Waffe wird nach Angeben der US-Streitkräfte zur Beleuchtung von Zielen in der Nacht eingesetzt. Zudem könne damit ein Nebel erzeugt und unbewohnte Gebäude zerstört werden.

Niemand hat Schuld

Auch die Taliban geben an, keinen weißen Phosphor zu besitzen. Quari Mohammed Yousuf, ein Sprecher der Taliban, sagte zu der Nachrichtenagentur: „Weder haben wir Phosphor noch verwenden wir es. Die Amerikaner benutzen weißen Phosphor bei vielen Operationen und wollen jetzt ihre Tyrannei auf die Taliban abschieben", sagte er vorige Woche via Telefon von einem unbekannten Ort. Auch in der Provinz Farah sollen laut Yousuf die U.S.-Truppen am 4. Mai in der Provinz Farah weißer Phosphor eingesetzt haben.

Dem widerspricht eine afghanische Menschenrechtsgruppe. Am Montag vergangene Woche teilte sie mit, bei dem Gefecht zwischen Taliban und US-Soldaten hätten die Aufständischen weißen Phosphor eingesetzt. In Krankenhäusern würden 16 Patienten mit entsprechenden Verbrennungen behandelt, sagte der Präsident der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission, Nader Naderi.

Das US-Militär bestreitet, in Farah weißen Phosphor eingesetzt zu haben. "Wir haben unsere Berichte noch einmal überprüft. In Farah haben wir keine Munition mit weißem Phosphor verwendet", sagte ein hochrangiger Offizier. Es sei Politik des Militärs, den Stoff nicht gegen Menschen einzusetzen. (red, Reuters, apa, derStandard.at, 20. 05. 2009)

Kommentar posten
25 Postings
manfred maier
01
29.5.2009, 16:01
in falludscha setzten die us besatzer.....

...bei ihrem terrorschlag egegn die ehemalige grossstadt eingestandenermassen weissen phosphor, napalm und clusterbomben in dichtbesiedelten gebieten gegen zivilisten ein.
es ist kaum vorstellbar, dass diese ohne jeden skrupel agierenden us schergen, welche sich im besetzten afghanistan in grossen schwierigkeiten befinden, ausgerechnet in dieser lage zu einer kriegsführung finden, welche sich auch nur entfernt als kein kriegsverbrechen bezeichnen liesse.
umsonst drohen sie ja auch kaum gegen jeden mit gewaltanwendung, der die us schergen irgendwo auf der welt zur verantwortung für ihre verbrechen ziehen will.

Kowosch
 
12
24.5.2009, 18:58
Vorverurteilungen...

Keine Frage, wenn beide Seiten behaupten, es nicht gewesen zu sein, wird es dennoch zumindest eine von beiden gewesen sein.

Nur welche?

Im Gegensatz zu fast allen Vorpostern traue ich so etwas nicht nur Teilen der US-Armee zu.

Vielleicht sollte man auch diesen Teil des Artikels nicht übersehen:

"Dem widerspricht eine afghanische Menschenrechtsgruppe. Am Montag vergangene Woche teilte sie mit, bei dem Gefecht zwischen Taliban und US-Soldaten hätten die Aufständischen weißen Phosphor eingesetzt."

Aber wer Nachrichten eh nicht unter dem Aspekt (kritisch!) liest, hier Informationen zu sammeln, sondern nur - ja, warum? um Vorurteile zu "bestätigen" - der hat da irgendwie einen schweren Schaden...

isidor vom billa
00
23.5.2009, 15:03
"Weißer Phosphor fordert Opfer"

Eine dämlichere Schlagzeile habe ich selten gelesen. Als ob der weiße Phosphor eine Naturgewalt wäre! Der wird von KRIEGSVERBRECHERN eingesetzt!

Obama - ein gescheiterter Präsident
13
23.5.2009, 16:08

Deswegen ab nach Den Haag mit Obama.

isidor vom billa
00
24.5.2009, 15:35
"...ab nach Den Haag "

Richtig, zusammen mit den Regierungschefs der NATO-Länder. Aber Sie sollten Obama in der Reihe nicht vorreihen, an deren Spitze Bush, Cheney, Rumsfeld, Blair, Berlusconi, Aznar usw. stehen!

Franz Woyzecks liebste Erbse
02
21.5.2009, 12:17

Auch wenn es in diesem Artikel in jedem zweiten Satz behauptet wird: WP-Granaten werden nicht zu den chemischen Waffen gezählt.

Lottofreak
14
20.5.2009, 21:01
Eventuell verkleiden sich ja US-Spezialeinheiten auch als Taliban

möglich ist alles in so einem Konflikt.
Erwiesen ist eindeutig daß in Gaza Phospor eingestzt wurde und ich glaube kaum daß die Taliban an das Zeugs rankommen was ausschliesslich dem ach so friedfertigem Israel vorbehalten ist.

Bernout
 
00
25.5.2009, 02:24

Die Hamas hat ebenfalls WP Mörsergranaten eingesetzt. Je nach Distanz zum Iran scheint das Zeug wohl gar nicht so schwer zu bekommen zu sein...

franz der freie
 
00
21.5.2009, 09:48
vergessen sie nicht die splitterbomben=exportschlager no 1

Juergen Hoffmann
 
00
22.5.2009, 12:37

gewöhnliche Splitterbomben oder auch Granaten werden kaum je exportiert! Diese kann jede bessere Munitionsfabrik selbst herstellen, hat sich der Aufbau ja seit über 60 Jahren kaum geändert!

NONE
10
21.5.2009, 00:09

Erstens hat Gaza wohl nichts mit der Situation hier zu tun, denn um diesen Fall handelt es sich US (und NATO) Truppen und nicht um israelische Soldaten.

Zweitens ist es irrwitzig das irgendwelche US Spezialeinheiten als Taliban verkleidet rumlaufen würden.

Drittens ist es auch ziemlich egal - es wird ja keiner zur Verantwortung gezogen, weil dies die "good guys" machen. Oder glaubt irgendjemand ein hoher US Mann würde jemals vor ein internationales Gericht gestellt?

Europa fordert das gar nicht und kuscht als NATO Partner.

Die Geldflüsse kann man aber gerne analysieren - Korruption ist bei jedem bewaffneten Konflikt der letzten 100 Jahre gegeben, und das Saudi-Arabien fleissig Geld streckt ist auch nichts neues.

Anatolia
01
20.5.2009, 23:54
Ihre Meldung ist doch wohl cynisch gemeint

Wieso sollten die Taliban nicht an weissen Phosphor koennen kommen, wenn ich vor 20 Jahren schon als Chemiestudent an weissen Phosphor kommen konnte. Wird es unter den Taliben dann keine Chemiestudenten oder studierte Chemiker geben und gibt es die alleine unter den Israelis?

Erwin Wolfram
03
20.5.2009, 20:48

wieso, ist ein amerikaner verletzt worden? weil des waer dann was ganz anderes...

zimbo
 
612
20.5.2009, 15:39
Ganz wie in Gaza und im Irak.

zookmonster
136
20.5.2009, 16:58
@zimbo

achso? warst du etwa im irak und in gaza und hast des begutachtet, experte der du bist?

ich liebe immer diese völlig unqualifizierten aussagen. blödsinn nachplappern kann auch ein 5-jähriges kind.

zimbo
 
00
21.5.2009, 11:56
Gibt mehr als genug Belege.

Aber es gibt immer Menschen, die vom "humanitären" Endsieg träumen.

NONE
00
21.5.2009, 00:11

Behaupten Sie das es keine Phosphorbrandsätze gab im Gaza Konflikt durch israelische Soldaten?

Da wären sie in der Minderheit. Sogar die IDF hat dies ohne Probleme zugegeben ("white phosphorus shells") - siehe z. Bsp. www.timesonline.co.uk

zimbo
 
01
21.5.2009, 19:17
Mir fehlt nun an der Stelle, der "EESS WAREN FFLÄÄRRS"-Unkenchor.

Ha Ko
05
20.5.2009, 18:59

Ärzte o. Grenzen, Rote Kreuz, UNICEF, CNN, AlJazeera, ......

Juergen Hoffmann
 
01
22.5.2009, 12:39

es gibt keine Quelle weltweit, die von Phosphor-Bomben im Gaza-Konflikt spricht, weil das ganz einfach gelogen wäre. Die IAF hat meines Wissens auch keine Phosphor-Bomben!

h 90
310
20.5.2009, 16:37

Im Gaza wars aber Israel und jede Kritik daran wird Ihnen als Antisemitismus ausgelegt.

zimbo
 
01
21.5.2009, 11:58
Wenn ich mich darüber ärgern sollte, kann ich immer noch St.Rache wählen.

Bevor alles voller sauteuren Gedenktafeln ist, und als Antwort auf das Rauchverbot und seine Blockwarte.

h 90
01
21.5.2009, 12:08

Ja es schaut so aus als wenn ein Zahntechniker noch der intelligenteste Politiker in Oesterreich ist.
Weniger ein Verdienst von St. Rache als eine Schwaeche der anderen.

zimbo
 
00
22.5.2009, 11:56

War der Segen der großen Koalition:" Wirtschaftsparteien, die über alles drüberfahren konnten.

bla_bla
00
20.5.2009, 22:28
my word ...

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