Die E-Voting-Premiere startete mit Pannen in Wien, sogar ein Abbruch der ÖH-Wahl droht
Graz/Wien - Systemabstürze und andere Pannen soll es am Montag beim Start der virtuellen ÖH-Wahl gegeben haben. Wegen den Bezeichnungen auf elektronischen Stimmzetteln der Uni Wien, könnte sogar die ganze Wahl wiederholt werden müssen. Denn die Kurzbezeichnungen aller Fraktionen fehlen ebenso wie das Wort „Europäische" bei der Jungen Europäischen Studentinneninitiative (JES).
Christian Albert, Vorsitzender der Wahlkommission der Uni Wien, betonte im Standard-Gespräch, dass hier „ein Übermittlungsfehler passiert ist, kein Eingabefehler der Wahlkommission". Man habe es später richtig eingegeben, doch da sei „das System schon versiegelt gewesen". Einerseits ein gutes Zeichen, meint Albert, weil es zeige, „dass da nicht jeder drinnen herum fuhrwerken kann". Andererseits könnten allein diese Fehler, dafür sorgen, dass die Wahl für ungültig erklärt werden muss, „in ganz Österreich". Vorerst werde man sich aber „mit der Bundeswahlkommission beraten". Nach einer Sitzung heute, Dienstag, werde es eine Entscheidung geben.
Robert Krimmer, Verantwortlicher für die technische Abwicklung des E-Voting, erklärte am Montag, die Bundeswahlkommission wolle Schritte gegen die Grünen Alternativen StudentInnen (GRAS) wegen Verunsicherung der Wähler und Widerspruch gegen den ethischen Grundsatzkatalog für E-Voting prüfen.
Aufregung herrscht auch in Graz, allerdings wegen des für Freitag geplanten Auftritts des EU-Parlamentariers Andreas Mölzer (FP). Die Gruppe Mayday 2000 ruft zur Demo gegen die Veranstaltung des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) auf. Nicht am Campus haben wollen einige auch die Plakate der Aktions Gemeinschaft (AG) der Med-Uni Graz, die das Röntgenbild eines Beckens zeigen, in das eine Flasche eingeführt wurde.
"Eindeutig weibliches Becken"
Die Grazer Frauenbeauftragte Maggie Jansenberger verurteilt sie als „frauenverachtend", während AG-Obmann der Med-Uni, Stefan Kaltenbeck dem Standard erzählt, es sei „nicht eindeutig nachvollziehbar, ob das ein Mann oder eine Frau ist". Er räumte aber ein, dass das Sujet „ein bisserl provokant ist, aber Mediziner haben halt einen anderen Humor". Der Spitzenkandidat vom Kommunistischen Studentinnen Verband (KSV), Medizinstunden Sebastian Wisiak sieht das anders: „Das ist eindeutig ein weibliches Becken!" (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Printausgabe, 19.5.2009)