"Erwachsen auf Probe"

Österreichische Experten kritisieren RTL-Reihe

18. Mai 2009, 12:48

Für Kinder "Stresszustand mit nicht absehbaren Folgen" - Sender lädt zu Screening und Diskussion

Kritik an der RTL-Reihe "Erwachsen auf Probe" gibt es nun auch seitens österreichischer Institutionen: "Die geplante Sendung stellt ein nicht akzeptables Experiment dar", so die Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie (ÖGKJP) am Montag. "Was bisher dazu bekannt ist, muss als öffentlicher Kindesmissbrauch qualifiziert werden", erklärte Klaus Vavrik von der heimischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit sowie vom Netzwerk Kinderrechte. Der Sender lädt Journalisten und Kritiker für kommenden Freitag zu einem Screening und einer Diskussion in Köln.

Für Kinder "Stresszustand"

In sieben am 3. Juni startenden Folgen werden Babys und Kleinkinder von ihren Eltern getrennt und vorübergehend Teenager-Paaren in Obhut gegeben. Kinder würden funktionalisiert, kommerziell ausgenützt und könnten sich nicht dagegen wehren, hieß es seitens der ÖGKJP. Babys und Kleinkinder im Alter von sieben bis 14 Monaten befänden sich in Entwicklungsphasen, in denen sie ihre spezifische Bindung an ihre Hauptbezugspersonen etablieren. Werden sie von diesen getrennt und von Fremden betreut, "führt dies zu einem chronischen Stresszustand, einem Gefühl des Verlassenwerdens mit nicht absehbaren Folgen für die weitere emotionalen Entwicklung".

Zusätzlich könnten Kinder eine solche Situation mit ihrer Auffassungsgabe noch nicht verarbeiten: "Damit wird das Vertrauen in die Verlässlichkeit ihrer primären Bezugspersonen erschüttert", so die ÖGKJP. Auch bliebe für die Kleinen unklar, wie lange sie von ihren Eltern getrennt sein werden. Kinderpsychiatrische Einrichtungen seien voll von Betroffenen, bei denen multiple Trennungs- und Verlassenheitserfahrungen zu Persönlichkeitsstörungen geführt hätten.

RTL: "Eignungstest für Jugendliche mit Kinderwunsch"

RTL erklärte, es sei unbestritten, dass in Deutschland die Zahl der Teenager- Mütter und der Schwangerschaften bei minderjährigen Mädchen kontinuierlich zunehme und dass viele Jugendliche nicht "reif" für eine Familiengründung seien. Die Sendung sei "ein Eignungstest für Jugendliche mit Kinderwunsch", bei dem sie Familienkompetenz und Verantwortungsübernahme lernen würden. Es handle sich um die Adaption eines BBC-Formates, "das in Großbritannien demnächst in der 3. Staffel läuft und dort u.a. von Lehrern als Schulungsmaterial benutzt wird". Der Sender lädt am kommenden Freitag zu einem Screening und einer inhaltlichen Diskussion.

Das Sendekonzept stieß schon in Deutschland auf Kritik: So appellierte u. a. die Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) an die Verantwortlichen, auf "Programme mit unkalkulierbaren Risiken für die Mitwirkenden zu verzichten". Die Vorsitzende der katholisch orientierten Schwangerenberatung Donum Vitae, Rita Waschbüsch, forderte einen Boykott durch Aufsichtsgremien und Zuschauer. Kritik kam auch von der Kinderkommission des Bundestages, dem Hebammenverband und Psychotherapeutenverbänden sowie vom Deutschen Kinderschutzbund. (APA/dpa)

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21 Postings
Jonny vom Regenbogen
00
19.5.2009, 11:15
Es gibt ein ganz einfaches Mittel um diesem Treiben ein Ende zu machen.

Keiner schaltet den Schmarrn ein. Spätestens nach der zweiten Folge ist das Problem gelöst.


Zarathustra
00
19.5.2009, 09:56
Die letzten Zuckungen einer dekadenten Gesellschaft...

..bevor der große Sturm kommt...

Kein Begriff drückt Mich aus
00
19.5.2009, 14:21

du bist nur ein lüftchen

Priscillah
10
19.5.2009, 09:35
jössas...

...leute, das ist fernsehn. da ist nichts wie es scheint.
die eltern hocken doch in der kulisse.

Riffraff3
 
00
19.5.2009, 19:53
In der Kulisse

Das ist wurscht. Die Babys kriegen nur mit, dass sie plötzlich ihnen völlig unbekannten Menschen ausgehändigt werden und nicht wissen, ob sie jemals wieder "zurückgenommen" werden.

Franz Waliser
00
19.5.2009, 11:14
Frage

... haben Sie eigene Kinder? Wenn ja, würden Sie für Geld einer anderen Person (die Sie nicht kennen) auch nur für 5 Minuten Ihr Kind anvertrauen?

Ich würde das unseren Kindern nicht antun.

Edain
00
18.5.2009, 23:06
Verheerend

Hier wird vor laufender Kamera organisierter Kindesmissbrauch betrieben. Sofort eine Meldung ans Jugendamt machen, dass die einschreiten - jeder seriöse Gutachter wird bestätigen, dass dieses Wegnehmen von der Mutter für das Kind verheerend ist.

Ich bin der Ich bin
00
18.5.2009, 21:23

Einfach unglaublich. Ich bin geschockt! Die haben ja echt keine Ahnung was sie anrichten.

denk anstoss
00
18.5.2009, 21:20

Und wie lang haben die Babys das Glück, von Ihren Eltern getrennt zu bleiben?

Clever & Smart
31
18.5.2009, 21:16

Unsinn, mein Neffe war als Kleinkind ständig der Obhut mehrerer Personen ausgesetzt (sogar eines Drogensüchtigen). Hatte also keine feste Bindungsperson.

Das Kind entwickelte sich dadurch auch nicht schlechter, im Gegenteil, es kommt mit fremden Personen heute besser zurecht und ist ein ausgeglichener Charakter geworden, der sich für Andere einsetzt; während mein anderer Neffe und Nichte ständig dem 'Geschiss' ihrer Eltern ausgesetzt sind und in Watte gepackt wurden.
Diese Quälgeister mit ihren nervösen Zuckungen sind fast eine Plage.

Riffraff3
 
00
19.5.2009, 19:55

Ich frage mich, wessen Obhut Sie selber als Kind ausgesetzt waren, dass Sie heute die Betreuung durch Drogensüchtige für pädagogisch wertvoller halten als das Geschiss der Eltern.

Fritze Flink
00
19.5.2009, 09:16
und

sie waren der aufpasser in klammer?
p.s.: böse eltern, haben sich um ihre beiden kinder gekümmert. da kann ja nix draus werden, sind sicher heute sozialarbeiter oder sowas. während der hochgelobte neffe sicher in einer führungsposition zu finden ist.

Red Cloud
02
18.5.2009, 19:23
das erschreckendste daran ist,

dass es anscheinend wirklich eltern gibt, die ihre kinder dafür zur verfügung stellen würden. die mediengeilheit ist anscheinend grenzenlos.

Riffraff3
 
01
19.5.2009, 19:56

Die Habgier auch. Denn da fließt sicher fettes Cash in Richtung der Eltern.

goldstandard
01
18.5.2009, 16:04
Kann man nicht rechtlich dagegen vorgehen?

hotzenplotz1001
01
18.5.2009, 18:05
RTL kommt damit den dummen Spielen der Römer zur Unterhaltung der verrohten Bevölkerung schon recht nahe.

Seher findet solch ein Programm auf alle Fälle. Deswegen würde ich nicht nur RTL prügeln sondern auch über die Sozialisierung des RTL-Publikums nachdenken. Vielleicht haben wir die Entwicklung der TV-Parallelgesellschaft zu spät bemerkt, die um jeden Preis Ablenkung von sich selbst braucht. Sonst käme sie drauf, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

Clausi
 
00
18.5.2009, 15:02

Ich hoffe nur, das Konzept verschwindet wieder in der Schublade. Oder besser noch im Müll. Voyeurismus auf Kosten von Babys!

kelte
30
18.5.2009, 15:00

finds nicht schlimm, damit bekommt das kind doch mehrer bezugspersonen, wäre aber besser wenns nur ein tag wäre oder die eltern zumidnest dabei wären...

das schlimme ist wahrscheinlich die kommerzialisierung, ansonsten find ich das experiment nicht schlimm, schließlich werden kinder auch zu tanten/onkeln, geschwister, omas/opas gebracht udn davon tragen sie keinen schaden, find ees sogar sehr gut für ein kind wenn es verschiedene bezugspersonen hat...(zum beipiel in einer kommune..etc)

Riffraff3
 
00
19.5.2009, 20:01

Das sind keine Bezugspersonen. Das sind fremde Typen, die von RTL dazu abgerichtet wurden, das Publikum zu unterhalten, und Unterhaltung gibts nur, wenn nicht alles glatt und rosig daher kommt. Vielleicht fällt so einer jugendlichen Bühnen-Mami ja da Leihbaby vom Wickeltisch, oder sie serviert ihm siedendes Fläschchen, das wäre doch echt geil, was? Warum denn nicht, wenns Quoten bringt - sagt RTL.

denk anstoss
00
18.5.2009, 21:20

Haben Sie Kinder?

Beat Hornstein
00
18.5.2009, 15:59

wieviel bezugspersonen, die es einige wochen probepflegen und von denen es danach wieder weggeholt wird, würden Sie einem 7monatigen kind denn so empfehlen?

ach ja, bei dem luxusaufenthalt ist natürlich die laufende präsenz von crew, scheinwerfern und kameras inklusive.

werden die butzis vielleicht auch geschminkt? mal sehen...

"Damit wird das Vertrauen in die Verlässlichkeit ihrer primären Bezugspersonen erschüttert" -- das ist freilich sehr natürlich; eltern, die ihre kinder vermieten, haben wohl auch in zukunft kein gesteigertes vertrauen verdient.

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