Videocast von Robert Misik - Folge 77

Wie krank ist Deutschland? Ein Roadmovie

17. Mai 2009, 20:45

Sechs Prozent Minus. Zieht Deutschland Österreich in den Keller?

Schon zwei Quartale hintereinander befindet sich Deutschlands Wirtschaft im freien Fall. Jahrelang hatten Berlins Politiker mit dem Titel "Exportweltmeister" geprahlt. Das rächt sich jetzt. Denn jetzt leidet Deutschland besonders unter der globalen Depression. Alleine im März gab es nämlich ein Exportminus von 15 Prozent. Deutschland krankt an einer schwächelnden Binnennachfrage - weil seit 15 Jahren die Löhne hinter dem Produktivitätswachstum zurückbleiben. Damit konnte die deutsche Wirtschaft zwar durch Kostendumping Standortvorteile auf Kosten anderer erzielen. Aber langfristig ist das eine Strategie, die alle ärmer macht. Auf dem Weg zwischen Hamburg, Berlin, Weimar und dem Erzgebirge macht sich Robert Misik Gedanken über die Sackgasse, in die sich Deutschland manövriert hat.

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25 Postings
Jürgen Mayer
02
22.5.2009, 14:55
Total coole Folge

mit schaudern erinnere ich mich da aber auch an den "Wirtschaftsunterricht" meiner österreichischen Mittelschule zurück und der Gleichsetzung von Staatshaushalt mit Privathaushalt darin

Pimpi
00
20.5.2009, 15:55
Unheilbar krank

heroe
22
19.5.2009, 17:59
Fuchs oder Fux? 6 oder Sex?

"chs" wird in der deutschen Sprache als "x" ausgesprochen, auch wenn 6 dann wie Sex klingt.
Ich freu mich trotzdem über Ihre g'scheiten, witzigen Beiträge.

Freund der Manager
 
00
18.5.2009, 20:10
Exportorientierte Volkswirtschaft - Ursache und Wirkung ?

Ich sehe es grundsätzlich als positiv, wenn gegenwärtig scheinbare Paradigmen hinterfragt werden, so auch jene Begebenheit, dass es nicht unbedingt positiv sein muss, eine exportorientierte Volkswirtschaft zu sein. Probleme einer solchen kennt man historisch schon aus den Zeiten des Merkantilismus.
Aber die Aussage, es wird exportiert, weil im Inland zu wenig Nachfrage herrscht, ist möglicherweise eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.
Kann es nicht auch sein, dass qualitativ hochwertige Produkte eben Nachfrage in anderen Ländern erzeugen? Der heimische Markt wird natürlich bedient, es entsteht aber eben auch Bedarf in anderen Ländern, und natürlich darf dieser befriedigt werden!


Paul Erhart
49
18.5.2009, 12:14
Wie krank...

So ein Glück für die Merkel!! Bisher ging also (20 Jahre) ALLES schief - aber jetzt kommt der Misik und erklärt, wie es besser wird.

Die Wirtschaft mit einem Teilaspekt der Ökonomie zu erklären, wird die deutsche Kanzlerin aber auch nicht wirklich glücklich machen. Und über den Tellerrand hinaus zu blicken?? Dafür reicht es offenbar nicht.

RM tät gut daran, sich jetzt schon eine neue Weltwirtschaftsordnung zu überlegen....und diese dann aber besser im Papierkorb, in dem auch die Voves´schen Ideen Platz finden, zu entsorgen.

Wolf1005
 
00
Sie sehen es also anders...

... und finden nicht, dass die unverhältnismäßig große Einkommensschere, die in den letzten 20 Jahren in Deutschland gewachsen ist, ein Problem darstellt.

Okay.

Dann will ich aber wissen was Ihre Meinung dazu ist.

monoton
00
25.5.2009, 09:28

genau, und deshalb soll genauso weiter gemacht werden wie bisher? weitehin ein ausplündern der arbeiter und angestellten damit die reichen noch mehr bekommen? profitiert haben von dieser neoliberalen politik nur die wenigsten, viele haben sich dadurch arm gearbeitet.
das täte ihnen gefallen

hurchzua
64
18.5.2009, 11:00
typisch linke Problemlösung für schlichte Gemüter:

"wir geben Geld aus- irgendwer ANDERER wird´s am Schluss schon zahlen"

Das wird auch durch das Verwenden von Fremdwörtern und das auszugsweise Zitieren von Büchern nicht gescheiter. Dass das so nämlich nicht schrankenlos funktioniert wissen die Ökonomen heute.

Nur die extreme Linke weiß es nicht und hat nach wie vor (wie die extreme Rechte) eine sehr seltsame Freude an der Krise.

Wolf1005
 
00
Vielleicht hab ich was falsch verstanden...

... oder überhaupt ein anderes Video gesehen, aber wo haben sie das mit dem "wir geben Geld aus- irgendwer ANDERER wird's am Schluss schon zahlen" her?

Ich hab's nicht gehört...

Bruder Hermann
00
18.5.2009, 10:36
Warum ist das so?

Dass die CDU ein neoliberales Modell verfolgt ist ja noch verständlich? Aber warum die SPD? Diese sollte doch in erster Linie vesuchen den Verlust an die LINKE in Grenzen zu halten.

Steinbrück bezeichnet Großbritanniens Maßnahmen gegen die Krise als "grobem Keynesianismus". Davon abgesehen, dass in der Krise auch Konserative zu Keynesianern werden:

Was hat die SPD noch mit Sozialdemokratischer Politik zu tun und wie und wann sind Leute wie Steinbrück dort an die Macht gelangt?

hic et nunc
44
18.5.2009, 09:54

klug

Hansi müller3
33
18.5.2009, 09:22

Das neoliberale Modell samt seiner 10prozentigen Hauptprofiteure wird sich sicher nicht vertreiben lassen. Alle Politiker und Machthaber und deren jüngster Nachwuchs wurden von dieser Schicht der Ausbeuter und der Profiteure erfunden.

Beste Beispiele in Ö, Faynmann ohne Dichand (Milliadär) und seinen Handlanger Zilk würde dieser sicher noch maximal vom Bürgermeistertitel in Wien träumen. Aber auch Pröll scheint eine Erfindung der Hochfinanz (Raiffeisen) zu sein.
Dass diese Leute sich nicht für die versklavten Unterschichten einsetzen scheint bei Fragen der
Vermögenssteuer,
Einführung der Mindestsicherung,
Aufschrei bei Lohnsenkungen,
Aufschrei wenn Banken Industriegiganten (Porsche) Staatshilfe verlangen, usw....
, klar ersichtlich

matthaeus
00
18.5.2009, 08:57
feiner entry

mit theoretischem hintergrund, trotzdem on-site und ohne scheuklappen gegen realität, mein favourite die bemerkung über das reich-investieren von volkswirtschaften vor dem bekannten sozialliberalen hintergrund... chapeau monsieur misik!

Gramurcki
16
17.5.2009, 22:58
Lieber Herr Misik

Ich möchte Ihnen auf diesem Wege gerne für Ihre Beiträge danken.

Einen Denkanstoß hätte ich für Sie: Aus der Sicht der sogenannte Wirtschaftsbosse/Konzerne/Superreichen ist die Entwicklung doch wunderbar. Wie ich darauf komme?

Immer wenn ein paar 1000 Arbeiter auf die Strasse gesetzt werden profitieren die großen Arbeitgeber davon. Nicht nur an der Börse (wir haben uns ja schon daran gewöhnt, das Aktienkurse nach Massenentlassungen immer steigen) sondern auch in der verbliebenen Realwirtschaft. Denn nach den Gesetzten von Angebot und Nachfrage bedeutet dies wohl, das ein Überangebot an Arbeitskraft besteht und demnach der Preis der Arbeit sinken muss.

Warum sollte also irgendein Wirtschaftkapitän etwas dagegen unternehmen?

Die unerfahrene Jugend spricht
00
13.7.2009, 21:00
Naja...

Profitieren tun Firmeneigentümer von Massenentlastungen aber nur dann, wenn andere Firmen nicht die gleiche Politik verfolgen. Sollten wirklich in der gesamten Wirtschaft so viele Leute entlassen werden, dass die Löhne empfindlich sinken, dann sinkt natürlich auch die Nachfrage für die eigenen Produkte...
Das kann dann der Beginn einer Rezession werden, und von der profitiert niemand (außer Karl Marx-Buchverkäufern).

Gramurcki
25
17.5.2009, 23:14

Oder noch härter: Warum sollten die Macher der Konzerne die Krise nicht noch befeuern? Schließlich ist das doch eine Chance die Profite für sich selbst weiter zu erhöhen. Und das auf Jahre ohne die geringste Innovation oder realer Investition.

Das Argument, das auch die Reichen Geld verlieren und dies deshalb ja ein Schnitt ins eigene Fleisch darstellt ist auch nicht stichhaltig. Warum? Nun wenn ein Milliardär 500 Millionen verliert, hat er zwar die Hälfte seines Vermögens verloren, doch für seine persönliche Lebenssituation ändert sich rein gar nichts (Er kann sich immer noch kaufen was auch immer er will). Im Vergleich dazu ändert sich für jemanden mit einem Monatseinkommen von €1000 sehr viel mehr, wenn er die Hälfte seines …

Gramurcki
05
17.5.2009, 23:30

Einkommens verliert. Und wenn dieser Zustand nur lange genug anhält muss er wesentlich schlechtere Angebote annehmen. Voila das sind Arbeiter/Angestellte/Zeitarbeiter, Freiberufler wie die Industrie sie sich nicht besser wünschen kann. Verzweifelt, demoralisiert und ohne Wahlmöglichkeit.

Reichtum wird nicht in Geld gemessen, sondern im Unterschied des Vermögens.

patchbay
01
17.5.2009, 23:55

armut ist relativ und nicht absolut...das sagte sen schon 1986..erzählen sie uns was neues herr gramurcki..und wie nummer 10101010... schon geschrieben hat geht ihr neoclassical angebot und nachfrage modell aber absolut garnicht auf unter realen Bedingungen: Ohne Arbeit keine Kaufkraft -> ohne Kaufkraft kein Konsum -> da kann die Arbeitskraft noch so billig sein..wo kein Konsum da keine Investitionen da kein Wachsum...Und lieber hr. misik: für ein bisschen mehr Einblick inwiefern Deutschland "total neoliberal" ist oder nicht: Hall, Peter A. und David Soskice (2001) Varieties of Capitalism: The Institutional Foundations of Comparative Advantage. Oxford: Oxford University Press.

1010001010001010010
15
17.5.2009, 23:14

na aber irgendwer muss das klump doch dann kaufen, oder nicht? arbeitslose haben ja nicht so viel geld, auch wenn uns dass die sozialschmarotzeraufdecker immer weismachen wollen.

monoton
00
25.5.2009, 09:32

solang die exporte gepaßt haben war es auch vollkommen egal, daß sich die leute arm gearbeitet haben und deutschland zu einem billiglohnland (sinkende reallöhne)heruntergewirtschaftet wurde

Charles Duchemin
02
18.5.2009, 01:59
Das würde aber dann voraussetzen, daß Konzerne nachhaltig und vorausschauend handeln...

... tun sie das in der Regel?

1010001010001010010
01
18.5.2009, 09:56

sie haben recht: das tun sie nicht.

Yes we try
00
19.5.2009, 01:08

Sie machen es mit der Quartalsbrille:

Aug der einen Seite im Fokus: Bonus!

Auf der anderen Seite im Fokus: Aktienoptionen!

Management Quatscher
00
17.5.2009, 22:55

We're in a road movie to Berlin,
Can't drive out the way we drove in.

K Ü M M E L
510
17.5.2009, 22:13
spitzenbeitrag

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