FPÖ-Parteitag in Linz

Ebenseer Neonazis für Strache "Lausbuben"

16. Mai 2009 15:39

Strache mit 97,23 Prozent als FPÖ-Parteiobmann wiedergewählt - Gegendemonstranten sind "die wirklichen Nazis"

Linz - Heinz-Christian Strache ist am Samstag beim FPÖ-Parteitag in Linz mit 97,23 Prozent als Bundesobmann wiedergewählt worden. Er erhielt 421 von 433 abgegebenen Stimmen. Zwölf Stimmen waren ungültig. Das Ergebnis übertraf somit jenes von vor zwei Jahren und ist Straches bestes als Bundesparteiobmann. Er nahm die Wahl an.

Strache hatte im Juni 2007 in Innsbruck 94,85 Prozent erreicht. Bei seiner ersten Kür zum Obmann nach der BZÖ-Abspaltung 2005 erhielt Strache 90,1 Prozent. Er beginnt nun seine dritte Amtszeit als Obmann der Freiheitlichen. Insgesamt waren im Design Center Linz 437 stimmberechtigte Delegierte anwesend.

Rund eineinhalb Stunden besetzte Strache vor 437 Delegierten das Rednerpult, nachdem er zuvor zum "Radetzky-Marsch" in das Design Center Linz eingezogen war.

Parteispitze verkleinert

Die Parteispitze der FPÖ wurde in Linz verschmälert: Anstelle von neun Obmann-Stellvertretern gibt es jetzt nur mehr fünf: Norbert Hofer, Harald Stefan, Barbara Rosenkranz, Gerald Hauser und Lutz Weinzinger. Strache bedankte sich für diese Entlastung, da er oft "wie ein Zigeuner von Hotel zu Hotel reisen" müsse. Hilmar Kabas wurde zum Bürgeranwalt gewählt.

Danach wurde noch ein Leitantrag zur freiheitlichen Europapolitik mit dem Titel "Österreich zuerst" einstimmig angenommen. Darin finden sich bekannte Standpunkte der FPÖ, die EU-Spitzenkandidat Andreas Mölzer präsentierte: "Er schildert ein Europa, das beispielsweise mit einem Türkeibeitritt und einer zunehmenden Islamisierung unvereinbar ist." Abermals beschwor er die christliche Leitkultur, sprach sich gegen ein Europa der Konzerne und für ein "Europa der Vaterländer" aus.

Ebensee: Nicht "Atombomben auf Spatzen" werfen

Mit einer rund eineinhalbstündigen Rede hat FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache die Delegierten beim Parteitag in Linz auf kommende Wahlen eingestimmt. Neben gewohnter Regierungs- und EU-Kritik sowie ausgedehnten Vorträgen zu Asyl und Zuwanderung relativierte er auch die Neonazi-Störaktion in Ebensee: "Man soll nicht Atombomben auf Spatzen werfen." Es habe sich um "ein paar dumme, wirklich blöde Lausbuben" gehandelt.

Die Vorfälle in Ebensee seien zwar "zu verurteilen", meinte Strache, er präsentierte aber auch eine andere Sicht der Dinge: Die mutmaßlichen Täter - laut Strache aus roten und schwarzen Elternhäusern - hätten in dem Stollen "Woche für Woche gespielt". Am Tag der Ereignisse sei es zuerst einem Streit zwischen den Jugendlichen und den Besuchern gekommen, wobei es in Folge zu "blöden Sagern" gekommen sei. Den Burschen gehöre "an den Ohren gezogen", mit ihnen "Klartext geredet" und ihnen eine "ordentliche Tachtel" gegeben. Jedoch gehörten sie nicht "wochenlang in U-Haft genommen", so Strache, der Bravo-Rufe erntete.

"Saat der linkslinken Hetzer"

Scharfe Angriffe gab es hingegen auf die Gegendemonstranten bei der "Anti-Moschee-Demo" in Wien. Er selbst sei dabei angegriffen worden, nun gehe die "Saat der linkslinken Hetzer" von SPÖ und Grünen auf, meinte er. "Das sind die linken Nazis", so der FPÖ-Chef, der sich von den angesprochenen Parteien nun eine "deutliche Entschuldigung" erwartet. "Wir lassen es uns nicht bieten, in den rechten Rand hineingedrängt zu werden", die FPÖ habe mit Extremismus nichts am Hut. Strache appellierte daher zu Zusammenhalt: "Wir sind heute Gemeinschaft, die fest zueinander steht."

Selbstsicher gab sich der FPÖ-Obmann was die kommenden Wahlgänge betrifft. Sein Augenmerk legte er dabei auf Wien, wobei er abermals den Anspruch auf den Bürgermeister-Sessel erhob: "Nach 60 Jahren sozialistischer Präpotenz" sei dies jedenfalls möglich. Längerfristig will Strache die FPÖ aber auch bundesweit zur Nummer eins machen: "Ja, es ist möglich." Naturgemäß wurde daher die amtierende Regierung in die Zange genommen: Sie habe die "höchste Steuerbelastung in der Zweiten Republik" zu verantworten, es gebe "Kuscheln und Fußeln gegen die Österreichischen Interessen" sowie Lobbying anstelle effektiver Bekämpfung der Wirtschaftskrise - alles Gründe, warum die FPÖ mehr und mehr Zulauf habe, so Strache.

"Wir sind unsere Nächsten"

Als Freiheitliche Alternative zu den Regierungsmaßnahmen schlug Strache etwa vor, die Zahlung der Entwicklungshilfe "ein oder zwei Jahre" auszusetzen: "Wir müssen ja einmal im Sinne der Nächstenliebe erkennen: Wir sind unsere Nächsten." Nun müsse die volle Konzentration den eigenen Problemen gelten - "nicht alles für die EU und die internationalen Gemeinschaften." Auch für den Umgang mit Managern, die unverantwortlich mit Geldern umgegangen sind, gab es eine Empfehlung: "Wenn ich etwas zu sagen hätte, würden die keine Abfertigung bekommen, sondern einen Tritt in den Hintern."

Beim Thema Zuwanderung beschwor Strache abermals das christliche Abendland, warnte vor Islamisierung und zeigte Unverständnis was die Empörung über die FPÖ-Plakate betrifft. "Ja, wir erleben einen Kulturkampf seit Jahrzehnten - durch unverantwortliche Politiker." Es gebe Probleme mit Parallel- und Nebengesellschaften, die "Multi-Kulti-Phantasterei" sei schlicht gescheitert. Wieder wetterte der FPÖ-Chef gegen Pläne zum Moscheenbau in Österreich. In manchen Städten seien Österreicher zur Minderheit in der eigenen Heimat geworden. Aber auch Asylmissbrauch prangerte Strache erneut an.

Mölzer "allein gegen diese Mafia"

Der Parteitag wurde freilich auch zum Schauplatz für den EU-Wahlkampf. So sei Spitzenkandidat Andreas Mölzer der fleißigste Abgeordnete, der als einziger die Interessen Österreichs vertrete. "Wir sind allein gegen diese Mafia", so der FPÖ-Chef, der die derzeitige Form der EU nicht unbedingt favorisiert: "Wir werden immer ein Teil Europas sein, das ist keine Frage, ob man da den Verein Europäische Union hat oder ob er anders heißen soll." Als Ultima ratio, sollte sich die EU weiter "undemokratisch" gebärden, kann sich Strache sogar einen Austritt Österreichs gemeinsam mit anderen Ländern vorstellen.

Vor dem Linzer Design Center hatten sich während Straches rede rund 100 Demonstranten eingefunden, die von etlichen Polizisten von der Veranstaltung abgeschirmt wurde. Die Gegenveranstaltung verlief friedlich, es kam zu keinen Zwischenfällen. (APA)

 

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trotzdem
30.05.2009 19:17
Eine ordentliche Tachtel?

Die man bei Ihm verabsäumt hat?
Nur dass er sich diese jetzt von einem Bischof symbolisch nachreichen lässt, ist befremdlich.

Leselust
29.05.2009 15:49
Strache und sein verschwundener Vater

Es ist öffentlich bekannt, dass der Vater von Strache die Familie verlies und verschwand. Strache war damals ein kleines Kind. Sein ganzes politisches agieren, seine Wut auf die "Obrigkeit" ist doch nichts anderes als die Wut auf den Vater, der ihn verlassen hat. Das gehört doch schon zum Allgemeinwissen, daher sind seine Aussagen darnach zu messen. Die Wut auf den Vater projiziert er auf seine sog. politischen "Gegner". Da sieht man wie relativ politische Inhalte sind.

Marlon62
20.05.2009 10:32
Demnach war die ganze Zeit von 1938-45

ein einziger Lausbubenstreich, für den der Oberlausbub des 21. Jh. natürlich vollstes Verständnis hat.

b fel
22.05.2009 11:54

An den Ohren ziehen, Klartext reden und passt schon wieder!

Thomas Felder
19.05.2009 00:20
Spitzenkandidat Andreas Mölzer der fleißigste Abgeordnete

der nachweislich am wenigsten gearbeitet hat

Netzmeister
24.05.2009 13:44
wie defnierst du arbeit?

Blöd mitstimmen, wenn es eh nix gegen die EU hilft oder an der eigenen Suppe kochen?

Thomas Felder
19.05.2009 00:18
es gibt klare gesetze

die auch bei diesen burschen anzuwenden sind

Vögelchen
18.05.2009 23:20
2. teil Lausbuben von Ebensee

Er scheint auch keine Meldungen zu lesen, weder in Print oder Fernsehmedien, denn er hat noch gar nicht gemerkt, dass Wien die Stadt mit der besten Wohnqualität ist. Ist er dagegen? Wie schlimm für ihn.
Hier will niemand eine Wiederkehr der 30iger Jahre und des 2. Weltkriegs.
Es wird Zeit, dass etwas gegen die Verunsicherung der Bürger unternommen wird. Wir sind leider in einer Zeit, wo das laute Geschrei und das Sprüche klopfen durch Werbeslogans zum Alltag gehört.

Sprüche klopfen kann er immer mehr
seine Aussagen sind nicht nur falsch
sondern auch leer.

Der Strache rief mit schlechten Parolen
und lobt Nazis ganz unverhohlen


Vögelchen
18.05.2009 23:17
LAUSBUBEN aus Ebensee

Das ist so typisch Strache. Er spricht von der ordentlichen Tachtel, oder wie ich auch gehört habe „eine G´sunde Watschn“. Beide gehört genau zu der Politik, die den 2. Weltkrieg heraufbeschworen hat. Diese Jugendlichen
Waren meines wissensnach 15 bis 17 Jahre alt. Hier kann niemand von Lausbuben sprechen. Diese jungen Burschen dürfen schon wählen. Die kommen nicht einfach von ganz allein auf diese Art der Spiele. Auch bei Raubüberfällen und bei Drogendealern wird sofort nach den Hintermännern geforscht. Das Hr. Strache daran kein Interesse hat ist mir völlig klar, aber hier ist schon noch Aufklärungsbedarf. 2. Teil folgt

2227
 
18.05.2009 22:10
faschismusalarm

die sind die wirklichen faschisten, nicht irgendwelche rechten buchautoren oder dumme gymnasiasten.
wieso wird gegen die fler und die bzöler nichts unternommen ?

Strpüpl Kotu
18.05.2009 16:34
Für Strahe ist die ganze Waffen SS...

.. eine Lausbuben-partie, oder?

ramazotti
18.05.2009 15:28

Die Störaktionisten, die nun in Untersuchungshaft sitzen sind von den Roten Falken und der SJ.

Also, schon wieder leider leider keine N:zis. So ein Pech für die linken Gutmenschen - die eigenen Leute warens wieder.

Schmutzkübelkampagne par excellence.

Dr.mumunator
18.05.2009 15:07
Was viel interessanter ist

Peinliche Erkenntnis in Ebensee
Einer der beiden 16-jährigen Burschen, die wegen der Vorfälle in der KZ-Gedenkstätte Ebensee in Untersuchungshaft sitzen, war Mitglied der SPÖ-nahen Kinderfreunde und auch Roter Falke.

http://ooe.orf.at/stories/362658/

Dem Standard natürlich keinerlei Schlagzeile wert.

Thomas Felder
19.05.2009 00:18

und ? der fliegt raus und gut is.

Vögelchen
18.05.2009 23:25
Was wollen sie denn damit sagen

Sind sie der Meinung die SPÖ sollte sich sofort darum kümmern, was jeder rote Falke oder jedes jugendliche SPÖ Mitglied macht. Wo haben denn die übrigen Mitglieder ihre Weisheiten her. Sicher nicht aus der Sandkiste, vielleicht haben sie im Wald an eben den Spielchen teilgenommen, die auch Strache auf seinen Fotos zeigt.
Die aussage Strache´s ist widerwertig und ihre völlig unnötig.

Dr.mumunator
19.05.2009 00:03
Verständlich

deartige Informationen sind unerwünscht. Besser sich weiter vorzumachen es sind alles Jungnazis aus FPÖ nahen Organisationen. Für ein schönes Weltbild!

2227
 
18.05.2009 22:11
der standard ist ein rechtes propagandaorgan geworden

und seit längerem volkommen cia-gesteuert

Ing. Rambo Einfältig
18.05.2009 20:40
Schön, dass sie sich darüber freuen können!

loundy
 
18.05.2009 15:04
rhetorische frage...


wenn es in ebensee keine nazis gewesen wären sondern moslemische jugendliche die einen katholischen gedenkdienst gestört hätten wären das wohl auch nur lausbuben...?

Thomas Felder
19.05.2009 00:19

wenn die muslimischen jugendlichen dabei gesetze übertreten hätten, wären sie genauso zu bestrafen wie die jugendlichen, die hier widerbetätigung betrieben haben.

Vögelchen
18.05.2009 23:27

Ganz eine großartige Frage!!!!

Ilovemyvegemite
18.05.2009 14:55
Lausbuben?

Diese Verharmlosung von Rechtsextremismus geht mir mehr als nur am Geist.
Die linken Nazis?
Was kommt als nächstes? Rechtsrechte Kommunisten?
Von mir aus sollte man beide dieser Sinnlosextreme durch einen noch härteren Wiederbetätigungsparagraphen unter Strafe stellen.
Anscheinend ist es völlig in Ordnung wenn ein Politiker eindeutig rechte Hetze betreibt, andre mit Kornblumen am Revers in der Öffentlichkeit auftreten und wieder andere, die dem Ganzen einen Gegenpol bieten wollen mit Kommunistenfahnen herumstolzieren? Extrem kommt, so scheints, gut an.
Schickts das ganze Pack doch einfach nach Ruanda oder irgendein andres, zerrüttetes Dritte Welt- Land! Dort könnten sie dann in einer reinen Welt der Extreme leben. Fragt sich nur wie lang

Gawain
 
18.05.2009 17:05

Strache sollte mal den Experten, Seine Exzellenz (Alt-)Bischof Krenn, befragen, wenn es um "Lausbubenstreiche" und "Bubendummheiten" geht.
Kaum zu glauben, dass dieser Trottelverein zu (eigentlich) seriösen Wahlen antritt.

the observer
18.05.2009 13:25
bitte helft mir

was meint Strache mit Entwicklungshilfe aussetzen. ?? Meint der das UNICEF Projekt ?
Bitte sagt mir das dies nicht wahr sein kann. !?!

Comagena
18.05.2009 14:51
woher solln wir das wissen

wo er es -100 pro- selber nicht weiß...

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