Österreichs BIP um 2,8 Prozent unter Vorquartal

15. Mai 2009 09:51

Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal ist laut Wifo eingebrochen, eine Abschwächung des Abwärtstrends aber schon in Sicht

Wien - Wegen der Wirtschaftskrise ist in Österreich das Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal stark eingebrochen, allerdings im Jahresvergleich nicht ganz so massiv wie von Experten befürchtet und auch nicht so kräftig wie beim Haupthandelspartner Deutschland.

Im Quartalsabstand sackte die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr um 2,8 Prozent ab, im Jahresabstand knickte das BIP real um 3,6 Prozent ein. Diese Schätzung gab am Freitag das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ab. Die Vertrauensindikatoren und einige Sonderfaktoren würden jedoch auf eine Abschwächung des Abwärtstrends im laufenden 2. Quartal hindeuten, erklärte das Wifo.

Experten der Bank Austria hatten zuletzt annualisiert einen Rückgang des BIP in Österreich um 6,4 Prozent erwartet. In Deutschland ist die Wirtschaft im 1. Quartal im Jahresabstand um 6,7 Prozent geschrumpft und gegenüber den letzten drei Monaten 2008 um 3,8 Prozent, wie ebenfalls Freitag früh bekannt wurde.

"Grindiges Quartal"

Wifo-Chef Karl Aiginger sagte am Freitag, er erwarte für das 2. Quartal einen deutlich geringeren Rückgang des heimischen BIP als im Auftaktquartal. Zur Wirtschaftsentwicklung im ersten Vierteljahr meinte er, der Einbruch sei für ihn "wie erwartet sehr stark, fast noch stärker als erwartet" gewesen. Es sei "also wirklich das grindige Quartal geworden, das wir erwartet haben", erklärte der Experte am Vormittag am Rande der Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien zu Journalisten.

Aigingers Worten zufolge war die Entwicklung durch einige Sonderfaktoren verstärkt: durch das Wetter, die frühen Ostern, die Auto-Verschrottungsprämien erst ab April - was dazu geführt habe, dass die Autoverkäufe im März stark zurückgegangen seien - und die Tatsache, dass die Steuerauszahlungen aus der Steuerreform statt wie geplant im Jänner erst im Mai erfolgt seien.

Für das 2. Quartal erwartet Aiginger, dass der Rückgang der heimischen Wirtschaft deutlich geringer ausfällt: "Wir sehen auch grüne Sprossen, bei den Erwartungen, bei den Sportartikeln, den Autokäufen im April. Aber wir wissen, grüne Sprossen können durch die Eisheiligen oder die Schafskälte noch einmal eingefroren werden."

Es gebe zwar noch einen "Österreich-Bonus", den müsse man aber "schon deutlich suchen - er ist kleiner geworden". Die Konjunkturpakete, die es bereits gibt, müssten schneller und entschlossener durchgeführt werden als es derzeit der Fall sei. 

Keine abrufbaren Projekte

Es gebe keine abrufbaren Projekte der öffentlichen Hand, die man beim Ausbruch einer Krise mobilisieren könnte, kritisierte Wifo-Chef Karl Aiginger am Freitag. Die Krisenfestigkeit sollte zwar nicht unbedingt ein neues wirtschaftspolitisches Ziel sein, aber in die Wachstums- und Beschäftigungsstrategie eingebaut werden, verlangte der Experte in seinem Vortrag auf der Volkswirtschaftlichen Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien.

"Es gibt auch keinen 'Goldenen Schuss', keine 'eine Maßnahme', sondern es sind eben viele Maßnahmenbereiche, an denen man arbeiten kann, die im Prinzip alle Wachstums- und Beschäftigung forcieren, und versuchen, es gleichzeitig noch stabiler zu machen, und einen regulatorischen Rahmen hat, der sich den Möglichkeiten großer Schwankung Rechnung widmet", so Aiginger.

Der Wifo-Chef skizzierte fünf Handlungsfelder: krisenfestere Strukturen, Erhöhung des Wachstumspfades, Orientierung an längerfristigen Zielen und Indikatoren, Vermeidung von zyklenverstärkenden Faktoren und Verbesserungen der Institutionen für den Fall des Eintrittes einer Krise.

Das europäische und österreichische sozioökonomische Modell biete Grundlagen für eine relativ krisenfestere Struktur. Allerdings müsse man es vermeiden, bestehende Strukturen zu versteinern. "Wir sehen viele Anzeichen, dass das der Fall ist, wenn man zum Beispiel die Diskussionen im Bildungssektor und im Gesundheitsbereich hernimmt", so Aiginger.

"Nicht weniger Wandel, sondern stärkere Anpassung von Firmen und Institutionen an zukünftige Strukturen und offene Strukturen bringen mehr Krisensicherheit", so Aiginger. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 119
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also dann ...
17.05.2009 14:14
naja ... aiginger wird - so wie die letzten 3 quartale ! - wieder danebenliegen, denn

- Ö folgt zwar D... aber mit einem time-lag, d.h. beu uns wird es erst düster werden...
... daran werden die "grünen pflänzchen" wenig ändern, weil sogar der tourismus
(quasi der letzte sektor, der die rezession spürt...)
massiv einbrechen wird (buchungslage = - 17 %)
und wie es dann per sep 09
- mit der arb.losigkeit
- und denn staatsfinanznen aussieht, kann sich jeder (wahrscheinlich) besser "ausmalen" als
...die wi-forscher, die (allein wegen ihrer budgets)
den politiker ja (fast) nur mehr nach dem mund quatschen !

die medien...
- die "qualität der wi-journaille in Ö ist ja "legendär"...
sind sowieso fest in der hand ...
der bank_S_ter, oder sonstiger "sifterln".

Kantig
17.05.2009 09:52
Etwas kantig gefragt: Woher sollen Jobs kommen, wenn immer mehr Automaten (Roboter) die Arbeiten erledigen?

Für mich ist, weil involviert an Robotsteuerung, das eine Frage, die nicht nur meine Existenz sichert, aber millionen Existenzen ruiniert.

Es fühlt sich an, als erschaffe man ein Düngemittel das vielfache Ernten garantiert und damit vielen Bauern die wirtschaftliche Grundlage nimmt.

Wir sollten alle das Doppelte konsumieren?

Politiker sind wegen der Parteistrukturen nicht in der Lage, vernüftige Korrekturen anzuplanen. Der Politgegner wird um des eigenen Vorteils willen, der Konkurrenzparte Böswilligkeit unterstellen.

Das ist genau die Schwäche und das Ende von representiven Parteidiktaturen.

Es wird zum Schaden des Volkes jede Partei erhalten. Deutlich an Gewerkschaften zu sehen, die dämagogisch agieren etwa Beamte versus Private.

der ehrliche Ulli
16.05.2009 13:07
na geh! alles umsonst!

dabei haben wir zigtausende zuwanderer nach Österreich geholt, damit sie unsere wirtschaft stärken...

Management Quatscher
15.05.2009 20:19
The great Arbeitskräftemangel

Im Frühjahr 2008 von den "Experten" in unnachahmlicher Präzision prognostiziert,
jetzt eingetreten.

Rette sich wer kann.
Wir suchen nämlich händeringend.

EU-Austretter
15.05.2009 18:31
Böses Wetter

Also das Wetter ist schuld, zumindest zum Teil. Ist ja interessant. Ich habe geglaubt, es hinge mehr mit damit zusammen, dass unser Geldsystem wie ein Pyramidenspiel funktioniert. Na ja, man lernt halt nie aus.

www.webinformation.at/material/... system.pdf

a las barricadas
15.05.2009 18:28
vivat, vivat, vivat! die talsohle ist erreicht!

in der roten morgendämmerung sieht man rauchende schlote und vollbeschäftigung! ein hoch unseren banken, ein hoch unserer weitsichtigen politischen klasse, die ob der freudenmeldung den großglockner zum beben bringt!

AttenTexter
 
15.05.2009 18:08
OH MEIN GOTT!!!

Man stelle sich vor, es herrscht Weltwirtschaftskrise ...
und aus unerfindlichen Gründen nimmt auch das ÖSTERREICHISCHE BIP ab!

Zum FÜRCHTEN, ehrlich...

ZinsesZinsesZinsesZins
 
15.05.2009 16:16
www.berndsenf.de





Aufwachen!

Wahl 09
15.05.2009 18:01

der muss es wissen, schließlich ist er ja fh(!)-professor. alle anderen sind einfach keine klugmänner.

clearlake
15.05.2009 19:47
nicht dass ich das deutsche bildungssystem toll finde...

aber deren fachhochschulen sind mit unseren nicht vergleichbar....

Bankster
15.05.2009 17:15
Wieviel wird Senf pro Seitenaufruf gutgeschrieben?

a grünes stricherl
 
15.05.2009 17:00
huiiiiiii

lebensenergieentblockierung!

warum haben wir nicht gleich dran gedacht!

Wald4tler
15.05.2009 18:47
Es geht hier um die Lehrtätigkeit im volkswirtschaftlichen Bereich.

Wenn jemand weiters privat, eine andere Meinung hat, ist dass ja in Ordnung, weil nicht jeder an alles glauben kann.

Da könntens auch einen gläubigen Menschen diffamieren, weil er so dämlich ist und an die Geschichten in der Bibel glaubt, ich mein nehmens wir mal wörtlich .....

Adam und Eva im Paradies sprachen mit einer Schlange ..... nach medizinischen Erkenntnissen waren also die ersten Menschen auf dieser Welt verrückt!

Weiters entstammt der Ursprung dieser Glaubensrichtung dem Ägyptisches Totenbuch/Ägyptischen Götterkult, was bekanntlich viel früher erschien als die Bibel. Es waren sozusagen die ersten Raubkopierer der Welt und die Geschichten in der Bibel sind Grossteils abgekupfert.

mfg

Wahl 09
15.05.2009 18:03

ein lächerlicher kaschperl, der wider besseres wissen verschwörungstheorien zimmert, damit er seine 5 minutes of glory bekommt.

der eine geht halt 5x zu deutschland sucht den superstar, weil er nicht singen, und macht sich öffentlich lächerlich, nur um in die medien zu kommen und pendants in anderen bereichen wie senf gibt es immer wieder dazu.

EU-Austretter
15.05.2009 18:28

na da bin ich gespannt auf die Begründung. Was für Verschwörungstheorien wider besseren Wissens meinen Sie?

Hansi müller3
15.05.2009 15:23
In Deutschland sind sie jetzt bei geschätzen 6.7% Rückgang

Die Wahrscheinlichkeit dass es in Deutschland zweistellig wird wird immer grösser.

Und für Österreich heisst dass dann ungefähr 7-9% Rückgang.

Da wird eine ordentliche Geldentwertung notwendig werden (Hauptverlierer Pensionisten und Beihilfenbezieher).

Bis 2020 wird eine heutige 1 Euro Münze (falls es den Euro dann noch gibt) ungefähr 10-30 Cent wert sein.

José Atento
15.05.2009 18:58

Die großen Verleirer sind in Wirklichkeit die Sparer und Gläubiger. Die werden über die Geldentwertung enteignet.

Also Geld weg von Sparbüchern, Konten etc. und damit etwas Werthaltiges kaufen!

Wenn das alle tun, ist das Geldsystem jedoch ruiniert. Aber derzeit ist das Vertrauen in den Euro noch fast grenzenlos hoch. Das könnte sich jedoch ändern. Wenn es so weit ist, wird es vermutlich rasch gehen und wir werden die Währungsreform haben. --> Staat saniert, Volk pleite.

Man denke an die Währungsreformen der Zwischenkriegszeit in EU. Weimar, etc.

The Dark
15.05.2009 16:20
Pensionisten

sind doch zumindest in D eh die großen Gewinner. Weil ihnen bereits die Zusage gemacht worden ist, dass nicht in bestehende Pensionen eingeriffen wird!

José Atento
15.05.2009 19:01
???

Das ist doch der Trick der Regierungen!

Sie werden niemandem etwas wegnehmen. Aber sie werden das Geld entwerten und die Politiker werden danach wieder so tun, als wären sie für nichts verantwortlich. Das tun sie doch jetzt auch, oder?

ichneumon
15.05.2009 16:56
was bei einer Geldentwertung

aber ziemlich wurscht ist.

I bis
15.05.2009 14:33
Wenn man die Wirtschaftsleistung als Funktion der Zeit betrachtet,


dann ist das Wirtschaftswachstum die erste Ableitung
(ist derzeit negativ)

die Änderung des Wirtschaftswachstums ("Abschwächung des Abwärtstrends") die zweite Ableitung
(auch negativ, denn die "Abschwächung des Abwärtstrends" ist ja erst in Sicht, also noch nicht da)

und schließlich die Änderung der Änderung der Wirtschaftsleistung (wie sonst soll man "Abschwächung des Abwärtstrends in Sicht" mathematisch interpretieren?) die dritte Ableitung.

Und jetzt kommt die Sensation: Diese dritte Ableitung der Wirtschaftsleistung scheint doch tatsächlich POSITIV zu sein!!!


Nach dieser wirklich sensationell guten Nachricht geht´s mir gleich viel besser - und die anrollende Kündigungswelle in meiner Firma sehe ich jetzt völlig entspannt.

Bombayflüchtling
15.05.2009 15:31

wär ihnen leichter, wenn die dritte Ableitung negativ wäre?

Hansi müller3
18.05.2009 15:03
Die Abschwächung der Abschwächung scheint aber wieder positiv zu sein

Also das durchlaufen des Wendpunktes der dritten Ableitung dürfte das Krisen Ende eingeläutet haben. Wollen wir hoffen dass bald die 2. Ableitung auch ihren Wendepunkt im negativen bald hinter sich hat und in naher Zukunft (x Monate) den Nullpunkt durchstösst.

Dann ist in y Jahren vielleicht auch die erste Ableitung wieder positiv.

Gefahr! Achtung! Obacht!
15.05.2009 13:41
Hochinteressante Schizophrenie der Standard-Poster


Standard-Post 1 (von mehreren 100 Standard-Postern standardmäßig zu jedem Artikel über ökonomische Fragen gepostet):
- Wirtschaft ist keine Naturwissenschaft
- Es gibt keinerlei vorhersehbare Zusammenhänge
- Man kann über alles abstimmen
- Es gibt keine Sachzwänge
- Es gibt keinerlei mechanistische Zusammenhänge
- Weil Wirtschaft ist keine Naturwissenschaft


Standard-Post 2 (von den selben mehreren 100 Standard-Postern standardmäßig zu jedem Artikel über Wirtschaftsforschung gepostet):
- Die Experten können gar nix gscheit voraussagen
- Ich bin persönlich beleidigt, dass der Experte seine Expertise um 0,3%-Punkte korrigieren muss
- Jeder Depp kann besser Expertisen machen, als der da
- ...


Alles klar Kammeraden!

Michael Bakunin
15.05.2009 19:27

und was genau willst du damit sagen? widersprechen sich die beiden punkte? ich seh darin nichts schizophrenes.
beim zweiten punkt stimme ich zu (bis auf das persönliche beleidigt sein)
der erste wirkt etwas wirr. damit kann ich nichts anfangen, nicht mal ablehnen. ;-)

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