Einschlägige Rad-Einschlags-Vermeidung

glu, 17. Mai 2009, 16:12
  • Artikelbild
    foto: gerd altmann(geralt)/pixelio.de

    Machen Sie sich, überall dort wo Sie dieses Schild sehen, auf interessante Szenen gefasst.

Die bestehende Straßenverkehrsordnung ist mit Schuld an vielen Fahrradunfällen, sagt das Kuratorium für Verkehrssicherheit

Sind für das Kuratorium für Verkehrssicherheit Kreuzungen ein Unfallknotenpunkt, sind sie für mich Straßenknotenpunkte, an denen ich ganz glu sein kann. Statt Stoppschildern kenne ich nur Stoppie-Schilder. Die heftigen Bremsmanöver gehen mit dem Fahrrad ja noch leichter als mit dem Motorrad, und so lasse ich keine Gelegenheit aus, das Hinterrad zu schonen, das eh bei den Bremsmanövern auf losem Untergrund leiden muss.

Ich fahr' auf den Kreisverkehr zu, überhole noch einen Radfahrer und merke, wie er nach Luft schnappt, als wollte er mir sagen, dass es gesünder wäre, jetzt stehen zu bleiben. Ich bremse hart und hebe zum Dank das Hinterrad. Das machen der Radfahrer und ich ein paar Kreuzungen lang, bevor er mich bei passender Gelegenheit fragt, wie denn das kleine Kunststück funktioniere. Es dauert keine ganze Minute, bis ich sein Fahrrad sehe, wie es ihm auf einem kleinen Parkplatz mit dem Sattel den Hintern aushaut, während er über den Lenker absteigt. Zum Glück ist nix passiert. Und das kleine Öha wird nicht Eingang in die Unfallstatistik des Kuratorium für Verkehrssicherheit finden.

Deshalb schätze ich auch, dass die Dunkelziffer an Radunfällen weit höher ist als in der Statistik angegeben, weil es mehr so Akrobaten wie den Lenkerspringer und mich gibt. Denn das Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt an, dass bei 5645 Verkehrsunfällen mit Radfahrern 2008 5559 Menschen verletzt und 62 tödlich verunglückt sind. 45 Prozent aller Unfälle waren Kollisionen bei Kreuzungen. "Häufige Unfallursachen liegen in der bestehenden Straßenverkehrsordnung. Sie beinhaltet für Radfahrer einige Regelungen, die in der Praxis untauglich sind und Unfälle provozieren statt sie zu verhindern", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Ein Problem sieht DI Klaus Robatsch, Regionalleiter Ost im Kuratorium für Verkehrssicherheit, darin, dass vor vielen Kreuzungen der Radweg durch eine Markierung einfach beendet wird, wodurch der Radfahrer automatisch Nachrang hat, ganz egal, wie die üblichen Vorrangregeln aussehen und woher ein anderes Fahrzeug kommt. Wenn es schon keinen Crash in so einer Situation gibt, so kommt es dort doch gehäuft zu Konflikten zwischen Rad- und Autofahrern.

Radfahrer fühlen sich oft von Autofahrern bedroht, wie Fußgänger von Radlern. Besonders feine Sozialstudien kann man auf gemeinsamen Geh- und Radwegen betreiben. Nicht nur die bauliche Trennung der beiden Wege ist laut Kuratorium für Verkehrssicherheit ein Problem, sondern auch Benutzungspflicht von Radfahranlagen, die auch diese gemischten Geh- und Radwege betrifft.

Deswegen würde das Kuratorium für Verkehrssicherheit auch gerne die Straßenverkehrsordnung ändern: Die Sonder-Vorrangregeln für das Verlassen von Radfahranlagen müssen ersatzlos gestrichen werden und statt dessen die allgemeinen Vorrangregeln gelten. Geändert werden sollte auch die Benutzungspflicht von Radfahrstreifen. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit sollen lokale Behörden die Benützungspflicht aufheben können. Und selbstredend spricht sich Thann für eine bauliche Trennung von Geh- und Radwegen aus.

Und wenn das alles umgesetzt ist, freu ich mich, wenn sich das KfV auf mich als Hauptrisikofaktor für Fahrradunfälle einschießt. (Guido Gluschitsch)

  • Allrad-Antrieb mit Puls-Gasgriff [30]

    TitelbildYamaha baut nicht nur Musikinstrumente und Motorräder, sondern auch seit Jahren Fahrräder. Die Studie "PAS er" rollt auf 20 Zöllern in die Zukunft

  • Wer fährt grad mein Fahrrad? [81]

    TitelbildWir kaufen ultraleichte Fahrräder und legen sie in superschwere Ketten, nur damit sie dort bleiben, wo sie sind. Patschert oder notwendig?

  • Einmal quer durch Australien [4]

    TitelbildVier Vorarlberger radeln mit dem Handbike einmal quer durch Australien und wollen dabei einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen

  • Gript es ja gar nicht [28]

    TitelbildWährend genagelte Schuhe out sind wie der heimische Fußball, sind Spikes auf Bikes ein griffiger Grund auch im Winter zu fahren

  • Ein Unikat am Fahrrad [27]

    TitelbildDer Wuf machte vor, was heute alltäglich ist. Am Fahrrad wie ein Faschingspopperl ausschauen. Nur beim Wuf war es cool und klass

  • Fortschritt statt Rücktritt [29]

    TitelbildOma hat noch geschoben, heute wird geschalten. Ritzel, Zahnräder, Ketten. "Nicolai" arbeitet mit Planeten, "Shimano" schaltet elektrisch

  • Ein Hut ist schöner als ein Helm [17]

    TitelbildFahrradhelme sind nicht schön. Hüte hingegen haben etwas Besonderes. Ein dänischer Hersteller kombiniert nun Flair und Sicherheit

  • Radlweg zum Mitnehmen [99]

    TitelbildEigentlich unvorstellbar, bis man den ersten "Prototyp" - ein Radweg-Werfer, der grüne Lichtstreifen auf die Straße malt - gesehen hat: hier ist er

  • Die Revolution des Gepäcktransports [42]

    TitelbildFrüher war es nicht einfach, Gegenstände am Fahrrad zu transportieren. Jetzt gibt es eine neue Gepäckkiste, die eigentlich was für meine Oma wäre

  • Fahrrad und Hund: Dem Dackel einen Korb geben [39]

    TitelbildEs gibt eine große Auswahl an Behelfen, um den Hund mit dem Fahrrad mitnehmen zu können

  • Wimmerl für die Lichtmasten [33]

    TitelbildAnthony Lau hat einen Radständer entworfen, der in Städten den Mangel an Abstellplätzen ausgleichen kann und gewann damit schon einige Preise

  • Kein Start ohne Doping [29]

    TitelbildDa haben sich die zwei Rad-Chaoten was getraut: Veranstalten ein Radrennen und lassen nur gedopte Fahrer an den Start

  • Das faltbare E-Radl für den Winter [81]

    TitelbildDicke Reifen, sagt Lukas, machen sein Business-Bike zum idealen Winter-Fahrrad. Und dass er nicht ins Schwitzen kommt, weil er nicht treten muss

  • Radlfahren gegen das Kohlendioxid [23]

    TitelbildZum dritten Mal findet im Juli in der Steiermark das 24-Stunden-Radrennen für den Klimaschutz statt

  • PUYL - Die Lichtpumpe [66]

    TitelbildMit einer Pumpe, die sich selbst den Strom für das integrierte LED-Birndl erzeugt, gewann Kai Malte Röver einen Eurobike Award 2009

  • Fahrradhelmproblem [206]

    TitelbildDie einen würden sich eine Helmpflicht für Radfahrer wünschen, die anderen verwünschen den Radlhelm. Und früher kamen wir ganz ohne Helm aus.

  • Wenn es draußen zu kalt wird [63]

    TitelbildFranz, Detlef und René haben sich schon winterfit gemacht. Mit durchaus ungewöhnlichen Ansätzen.

  • Sonnenuntergang am Pannonia-Ring [13]

    TitelbildIn Ungarn bereitet sich die Sonne auf ihren Untergang vor. Aber nicht nur die Sonne. 57 harte Frauen und Männer tun es ihr gleich - Ansichtssache

  • Radlständer können sexy sein [34]

    TitelbildRadlständer sind wie lange Unterhosen. Aber nicht alle. Es gibt Ausnahmen, etwa vom Hersteller Massload aus Taiwan

  • Die Scheibe ist eine Welt [124]

    TitelbildHydraulische Bremsscheiben sind im Sportbereich schon ein Must geworden. Aber bringen die auch etwas oder bremsen sie nur?

  • Klapprad für Tretfaule [31]

    TitelbildEs wäre den Machern sicher recht, wenn das YikeBike unsere Bewegung revolutioniert

  • Alternativenergie Drehstrom [78]

    TitelbildIn der Radnabe kann man einfach Strom erzeugen. Das ist zwar nicht ganz billig, hat aber einige entscheidende Vorteile

  • Affenartige Lichtspiele [44]

    TitelbildJetzt geht es rund, sagt sich MonkeyLectric in Berkeley, Kalifornien, und montiert uns LED-Leuchten auf die Fahrrad-Speichen

  • Rad-Rennen: Ein Blick in den Rennkalender [24]

    TitelbildEin Blick in den Rennkalender kann konservativen Rennradlern vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma einbringen. Wettkämpfe von Rodelbahn bis Rennstrecke

  • Der Forkless-Cruiser [29]

    TitelbildDer Finne Olli Erkkilä hat ein Fahrrad ohne Gabel gebaut – aber er fährt nicht damit. Warum, erzählte er in einem Gespräch mit derStandard.at

  • Guter Ständer, böser Ständer [56]

    TitelbildIn Wien gibt es an fast jeder Ecke einen Radständer – vom Felgenmörder über den "Wiener Bügel" bis hin zum Luxusständer, der einen gewaltigen Nachteil hat

  • Kunst für die Straße [52]

    TitelbildEin Studio in Brooklyn hat da eine Idee, wie das Leben bunter wird: weiße, grüne, blaue Striche bis hin zu blutroten Flecken

  • Territorialprobleme [84]

    TitelbildWas passiert, wenn sich Radfahrer und Fußgänger einen Rad-/Gehweg teilen müssen? Sozialporno in Simmering

  • Ein Bobo fährt Karbon [167]

    TitelbildJürgen, 37 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, lebt in Wien, leitet zwei Firmen, hat ein protziges Auto und ein Karbon-Fahrrad - Interview

  • Dafür werde ich in der Hölle schmoren [109]

    TitelbildKarl Fluch fährt täglich mit dem Fahrrad in die Arbeit und geht zu Fuß aufs Klo

  • Ergonomischer Diebstahlschutz [87]

    TitelbildUm sein Fahrrad vor einem Diebstahl zu schützen, gibt es wenige ausgereifte Möglichkeiten

  • Frühjahrs-Check am Bike [53]

    TitelbildSchauen, ob noch beide Räder drauf sind und ob der Sattel in die korrekte Richtung steht, ist zu wenig

  • Kraftwerk Haxerl [27]

    TitelbildEin amerikanischer Fahrradhersteller hat das Tool, mit dem Sie Ihr Mobiltelefon quasi aus den Beinen aufladen können

  • Faszinierend elektrisierend [36]

    TitelbildRad fahren ist super. Motorrad fahren ist auch nicht schlecht. Die elektrisierende Mischung aus beidem ist atemberaubend

  • Von New York zur Golden Gate Bridge [42]

    TitelbildMartin Tscherner durchquert in 54 Tagen die USA. Euphorie und Verzweiflung auf 6588 Kilometern

  • Interview: Dauernd am Limit [26]

    TitelbildAndreas Federsel transportiert Kunst. Und er ist ein Künstler im schnellen bergab Transportieren von Downhill-Race-Bikes

  • So treten Insulaner [30]

    TitelbildAuf der Donauinsel fallen radelnde Männer durch ihre nackten Oberkörper auf – Frauen nicht

  • Die Key-Accounter-Kutsche [83]

    TitelbildFahrräder mit elektrischer Tretunterstützung gehen gerade weg wie warme Semmeln. Aber gehen sie auch gut, oder sind sie Brot von gestern?

  • Das Formel 1 Fahrrad [85]

    TitelbildBERU f1systems ist eine der Zulieferfirmen, ohne die kein Formel 1-Wagen auskommt. Jetzt bauen sie auch ein Fahrrad

  • Drink and drive [13]

    TitelbildPaul Kweton designte einen feschen Cup-Holder für den Fahrrad-Lenker

  • Treten wie ein Italiener [13]

    TitelbildEin kleines Panoptikum über männliche Radfahrer in einer norditalienischen Stadt

  • Kommunikationskiller Klimaanlage [70]

    TitelbildAuf den ersten Blick haben Klimaanlagen mit Fahrrädern nichts zu tun – aber wirklich nur auf den ersten Blick

  • Entlang der Mur [7]

    TitelbildDer Murradweg führt über 365 Kilometer vom Lungau bis nach Bad Radkersburg – natürlich vorwiegend bergab

  • Wie auf Schienen [17]

    TitelbildIm Blaufränkischland im Burgenland sind Fahrrad-Draisinen so alltäglich wie Weinberg-Traktoren

  • Die ehemaligen Fahrradproduzenten [7]

    TitelbildWas haben Opel, Puch, Sunbeam, BSA, Dodge, Triumph und Daimler gemeinsam? Eine Fahrradproduktion.

  • Sex am Radständer [17]

    TitelbildJa doch, die Geschichte hält, was der Titel verspricht – und Ursula Stenzel kommt auch vor

  • Romantikstrampeln mit dem Tandem [18]

    TitelbildMit dem Tandem ist man schneller als mit dem Moped; wenn man im Training ist. Aber romantisch ist was anderes

  • Einschlägige Rad-Einschlags-Vermeidung [9]

  • Die Miniradl-Romanze [27]

    TitelbildAm Wochenende fuhr Guido Gluschitsch zufällig ein altes Klapprad. Da kamen Erinnerungen hoch.

  • Sicher abgestellt [30]

    TitelbildEin Heilmittel gegen Fahrrad-Diebstähle sieht das Kuratorium für Verkehrssicherheit in Fahrrad-Garagen

Ernst Hirschmugl
 
00
20.1.2010, 12:24

Das Problem sind die gemischten Wege (Radfahrer, Fußgänger und auch Gegenverkehr) und das Stückwerk von Radwegen, mit nicht erwarteten und nicht geregelten Übergängen wieder in die Fahrbahn. Auch achten Autofahrer, die aus Haus/Hofausfahrten kommen nur auf den Autoverkehr, nicht auf die Radfahrer (die Vorreng vor Hausausfahrten haben). Das Modell Schweiz gefällt mir; Der Radweg ist ein auf der normalen Fahrbahn durch weißen Strich getrennter Streifen. Die heute bei uns übliche Gehsteigkante und auch der Höhenunterschied zwischen Gehweg und Radweg sind häufige Unfallursachen, auch für Alleinfahrer.

mortibus
00
12.1.2010, 11:41
Bitte bitte bitte...

...kann endlich diese verdammte Radweg-Benützungspflicht abgeschafft werden?

Warum darf ich als mündiger mensch nicht entscheiden, wo ich fahren will? Sondern werde gezwungen, auf 1 Meter breiten "gemischten" Wegen inmitten von Kindergartengruppen, Pensionisten und Familien mit Kleinkindern zu radeln?

ChesneyB
03

Na endlich kommen die auch drauf, daß die Radwegbenützungspflicht Unsinn ist! Die Argus sagt das schon seit Jahren!

opinion leader1
01
22.5.2009, 11:58
zick-zack

die ewige zick-zack-führung der fahrradwege in wien ist ein hammer.
davon abgesehen, dass die fußgänger kopf und augen offenbar nur dazu haben, dass es nicht in den hals regnet, verwirren die fahrradwege auch so schon genug.

maxbz
03
17.5.2009, 23:54

"Geändert werden sollte auch die Benutzungspflicht von Radfahrstreifen. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit sollen lokale Behörden die Benützungspflicht aufheben können."
Das soll doch wohl "Radwegen" heißen? (Wenn es einen Radfahrstreifen gibt, macht es wohl keine Sinn wenn der Radler auf dem Gehweg oder auf der Straße außerhalb des Radfahrstreifens fährt?)
In Deutschland wurde das bereits so eingeführt, das die Benutzungspflicht aufgehoben werden kann. Dann kann die Oma weiterhin auf einem Radweg vor sich hin gondeln und die Radler die schnell vorankommen möchten nutzen einfach die Straße. Viele Radwege sind leider nicht wirklich für Geschwindigkeiten über 15km/geeignet und das ist einfach zu wenig.

Parkschwein
00
17.5.2009, 18:41

jawohl wieder ein diskussions-schimpf-werbungs-klickgenerator-thema, zum 100ten mal aufgewärmt! los, packen wir alle unsere "ich weiß viel besser wie die welt für alle anderen zu funktionieren hat"-argumente aus!

nofearo
00
argumente

gehen beim thema verkehr wohl oft in das emotionale da wirklich viele leute davon betroffen sind (selbst in der nacht). das muss aber nicht nur so sein. vorhandene daten zeigen meiner Meinung nach schon heute deutlich, wo die schwachstellen der einzelnen verkehrsmittel liegen. jedenfall sollte man dem thema den platz einräumen, den es verdient und das im eigenen sinn ohne übergriffe.

anna b
00
17.5.2009, 23:09

nana, wer wird denn da überdrüssig. woanders gibt's recht nette herangegehensweisen an das thema (also das thema fahrradinfrastruktur), z.b. in edinburgh einen rundown für die 10 "besten" radwege:
http://www.flickr.com/photos/bl... 3526072667

hast1
00
17.5.2009, 22:51
naaa,

i wüh nimma.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.