Weiter Aufregung um CERN-Ausstieg Österreichs

14. Mai 2009, 10:22
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Die österreichischen Mitarbeiter am CERN machen sich Sorgen um ihre Jobs

Die Ankündigung von Wissenschaftsminister Hahn, aus dem Europäischen Kernforschungszentrums CERN auszusteigen, sorgt weiter für Aufregung. Die derzeit 185 am Kernforschungszentrum tätigen Österreicher fürchten um ihre Jobs. Zudem warnte der CERN-Direktor vor wirtschaftlichen Folgen für Österreich. Demnach kämen bei einem Ausstieg Aufträge an österreichische Unternehmen nicht mehr infrage.

"Zuerst waren es nur Gerüchte, als wir dann über die Medien vom Ausstieg Österreichs aus dem CERN hörten, waren wir geschockt"

Die österreichischen Mitarbeiter am CERN machen sich Sorgen um ihre Jobs. "Zuerst waren es nur Gerüchte, als wir dann über die Medien vom Ausstieg Österreichs aus dem CERN hörten, waren wir geschockt", sagte Physiker Dietrich Liko. Arbeitsverträge am CERN würden nur an Wissenschafter aus Mitgliedsländern vergeben, betonte auch CERN-Generaldirektor Heuer. Zeitverträge würden für Österreicher nach einem Ausstieg sicher nicht verlängert. Auch Doktorate würden wohl kaum mehr am CERN für Österreicher möglich sein.

Rückflüsse

Generell sehen die Wissenschafter die CERN-Mitgliedschaft nicht nur als wissenschaftliche Investition. So habe es in den Jahren 1997 bis 2007 Rückflüsse an österreichische Einrichtungen und Firmen in der Höhe von 70 Prozent des Beitrags gegeben. "Nachdem es sich um Hochtechnologie handelt, kann man von einem Multiplikationsfaktor von drei ausgehen", betonte CERN-Mitarbeiter Michael Doser.

Aufträge an österreichische Unternehmen

Heuer mahnte zudem, dass Aufträge an österreichische Unternehmen bei einem Ausstieg nicht mehr in Frage kämen. Davon betroffen sei etwa die UNIQA, bei der derzeit die CERN-Mitarbeiter krankenversichert seien. Der Umsatz betrage rund 40 Millionen Franken (26,6 Mio. Euro) pro Jahr. Bei einer demnächst fälligen Neuausschreibung käme die österreichische Versicherung sicher nicht in Betracht. (APA)

 

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