"Wir wollen keine Glücksritter"

18. März 2003, 13:00
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Der Industriekonzern RHI expandiert nach China - Recruiting-Aktivitäten laufen auf Hochtouren: Gesucht werden technisch versierte Mitarbeiter mit "Pioniergeist", die helfen, den Standort mitaufzubauen, um einen raschen Produktionsstart zu ermöglichen - Teil 11

Der Hersteller von Feuerfestprodukten für die Stahl-, Zement-, Kalk- und Glasindustrie, RHI, der im Jahr 2001 nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschlittert ist, hat sich wieder erholt und investiert nun 30 Mio. Euro in einen zweiten Standort, in Dalian, China. Ein Teil der benötigten Personalressourcen soll in Österreich rekrutiert werden.

"Die Niederlassung entsteht im größten Industriecluster der Region, die vorhandene Infrastruktur sorgt für angenehme Lebensbedingungen, und der Ort bietet ein Sprungbrett in die Märkte Südost-asiens", betont Andreas Berger, Director Human Resources Europe.

Die Recruiting-Aktivitäten laufen auf Hochtouren: Aus den eigenen Reihen stehen bereits sieben Expatriates fest - weitere acht Plätze werden mit externen Kandidaten in den Bereichen Verwaltung, Produktion, Instandhaltung, Qualitätsmanagement, Verkauf, EDV sowie Forschung und Entwicklung besetzt. Hinzu sollen noch weitere 25 kurzfristige Entsendungen (von ein paar Wochen bis zu einem halben Jahr) kommen.

Pioniergeist

"Wir suchen technisch versierte Bewerber mit ,Pioniergeist' - die helfen, den Standort mitzuplanen, mitzuorganisieren, und durch ihren Einsatz rasch Produktionsversuche ermöglichen. Wir wollen aber keine Glücksritter, für die das Einkommen die einzige Antriebskraft ist, um ins Ausland zu gehen. Der Auslandsmanager sollte die Motivation haben, sich durch den Asien-Einsatz besser zu qualifizieren, um danach eine entsprechende Position im Mutterunternehmen übernehmen zu können", so Berger.

Interessierte sollten mindestens eine fünfjährige Berufspraxis sowie ein Alter zwischen 30 und 35 Jahren haben, - wobei Letzterem keine Grenzen gesetzt seien: "Es hat sich vor kurzem ein 60-jähriger potenzieller Kandidat bei uns beworben, der bereits viel Asien-Erfahrung gesammelt und einige Standorte anderer Unternehmen mit aufgebaut hat - so ein Bewerber kann für uns ein Glücksgriff sein", so Berger.

Der Spatenstich für das neue Werk erfolgt im Juni 2003, in Betrieb gehen soll die Produktionsstätte mit insgesamt 250 Arbeitsplätzen im Jahr 2005.

Internationale Karriere

Was können Bewerber erwarten? "Als global agierendes Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich können wir Nachwuchskräften sowie erfahrenen Managern eine internationale Karriere bieten", erklärt Berger und bekräftigt, "wobei wir großen Wert darauf legen, dass unsere Expatriates gemeinsam mit ihren Familien im Ausland leben."

Unterstützt wird das Vorhaben vom Unternehmen: Vor der Entsendung erhalten alle Beteiligten professionelle Hilfe durch Beratungsgespräche und kulturelle Coachings.

Wohnungsmöglichkeiten, Kinderbetreuungsstätten und internationale Schulen werden von RHI bereitgestellt. Die gesamte Familie hat zwei garantierte Heimflüge pro Jahr und nimmt automatisch am jährlichen "Expat-Tag" in der Konzernzentrale teil, wo Vorstandsmitglieder mit Betroffenen den weiteren Verlauf ihrer Karrieren erörtern. Frisch gebackene Konzern-einsteiger werden zu Beginn sechs Monate lang im Technologiezentrum in Leoben geschult, nicht nur um Einblick in die Produktpalette zu bekommen, sondern auch um technische Grundlagen kennen zu lernen.

Für alle Auslandsmanager bei RHI gilt: Der österreichische Dienstvertrag behält auch in China seine Gültigkeit. Expats bekommen einen Übersiedlungszuschuss. Vor Ort steht von Anfang an ein Mentor zur Seite - dieser unterstützt nicht nur in fachlicher Hinsicht, "sondern stellt auch seine lokalen Geschäftskontakte zur Verfügung", konstatiert Berger. Während der Zeit in China steht jeder Mitarbeiter in regem Kontakt mit seinem unmittelbaren Vorgesetzten, der auch über interne Entwicklungen am Laufenden hält. Nach der Rückkehr können die Auslandsmanager mit einem sechsmonatigen Kündigungsschutz rechnen.

"Einem Großteil unserer Expats gefällt's so gut im Ausland, dass sie zwar kurzfristig zurückkehren, sich aber dann schon für den nächsten Einsatz melden", so Berger. (DER STANDARD, Printausgabe, 15.3.2003, Silvia Stefan)

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RHI

  • "Nach der Rückkehr können unsere Expatriates mit einem sechsmonatigen Kündigungsschutz rechnen", so Andreas Berger, RHI-Director Human Resources Europe.
    foto: der standard

    "Nach der Rückkehr können unsere Expatriates mit einem sechsmonatigen Kündigungsschutz rechnen", so Andreas Berger, RHI-Director Human Resources Europe.

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