AWD wegen Falschberatung verurteilt

13. Mai 2009, 18:07

Finanzberater zog Berufung zurück, Urteil auf Schadenersatz damit rechtskräftig

Wien - Im Rechtsstreit eines AWD-Kunden gegen den umstrittenen Finanzproduktevertrieb ist ein im November ergangenes Urteil auf Schadenersatz nun rechtskräftig geworden. Der konservative Anleger, der ein Sparprodukt kaufen wollte, war von seinem AWD-Berater ohne Aufklärung über die Risiken eines Aktieninvestments zum Kauf von Immofinanz-Aktien überredet worden.

Der AWD hatte Berufung eingebracht, diese aber nun zurückgezogen. Damit ist das Urteil rechtskräftig, der AWD muss Schadenersatz leisten. "Wir haben den Fall erneut evaluiert und sehen keinen Anlass, das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen" , sagte AWD-Sprecher Hansjörg Nagelschmidt dem Standard. Im Fall strittiger Beratungen stehe der AWD zu seiner Verantwortung. Man könne dieses Verfahren aber keinesfalls als Musterfall sehen, sagte Nagelschmidt.

Der Anwalt des Klägers, Benedikt Wallner, sieht darin hingegen "eine Stärkung unserer Position" . Er vertritt weitere 500 Geschädigte, die gegen den AWD wegen falscher Beratung vorgehen wollen. "Das sind alles ähnliche Fälle von Sparbuchsparern, denen Immofinanz als sichere Anlage verkauft wurde" , erklärte Wallner.

Etappensieg

Auch beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), der für 2300 Geschädigte Sammelklagen gegen den AWD vorbereitet, sieht man in dem Urteil einen Etappensieg. Der gewonnene Fall sei typisch für viele AWD-Beratungen.

Der VKI will Ende Juni die erste Sammelklage mit rund 100 "wasserdichten" Fällen einbringen, sagte VKI-Rechtsexperte Peter Kolba. "Wir sehen in all diesen Fällen systematische Fehlberatung. Bis 2003 wurde sogar behauptet, es handle sich bei den Immofinanz-Aktien um einen Immobilienfonds." Viele AWD-Berater hätten die Aktien auch als "mündelsichere" Anlage bezeichnet.

Für die Falschberatungen gebe es Gesprächsprotokolle und vom AWD verteiltes Informationsmaterial als Nachweis und viele Zeugen. Verwandte und Freunde, die bei den Beratungsgesprächen dabei waren und ehemalige AWD-Berater, die zu Aussagen bereit seien.

Von den 2300 dem VKI anvertrauten Fällen habe man bisher etwa 65 Prozent auf Klagsfähigkeit und Vollständigkeit der Unterlagen geprüft. Bislang seien erst zehn Fälle wegen fehlender Unterlagen ausgeschieden worden, so Kolba.(Gabriele Kolar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.5.2009)

 

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And the battle continues

schön langsam wirds fad. Bitte lieber VKI, bringts endlich diese Sammelklage ein, das is ja nicht mehr auszuhalten das Theater. Hoffentlich hält jetzt Ende Juni. Jetzt hat der AWD mal ein Urteil verloren, vorher hat er eins gewonnen. System erkennt man da bislang nur eins: das es doch nicht so leicht ist alle über einen Kamm zu scheren. Und das der VKI erst 65% der Fälle geprüft hat ist auch eher ein Witz. Stattets ihn bitte mit entsprechenden fachlichen und sachlichen Ressourcen aus, sonst zahlt am Ende der Konsument drauf. Der VKI hat nur die Arbeit, AWD wird stellvertretend für die Branche durch den Kakao gezogen und ins Fäustchen lachen sich die Anwälte und Prozessfinanzierere dieser Welt. Die sind fein raus und die Aktien steigen...

Nur Gelduld ...

Wenn ich mich richtig erinnere, dann war der "Sieg" des AWD ein ganz anderer Fall - hatte mit Vermittlungsfehlern bei Immofinanz nix zu tun. Zum anderen hat der VKI - soviel ich weiß - immer gesagt, er werde die Sammelklage im Mai/Juni einbringen. Also würde ich sagen, wir gedulden uns noch. Da ab Juli die Gerichtsgebühren steigen, wird der VKI wohl auch gut daran tun, die Klage zuvor einzubringen. Und über mehr Resourcen würde er sich sicher - wer nicht - freuen; nur wer soll das bezahlen? Sie?

Mir ists egal

ich hab ja GSD keine Immopapiere, sondern viel "bessere "Osteuropafonds von der BA. Da könnten Sie Recht haben, aber der Fall hat scheinbar auch mit dem VKI nix zu tun. Ich hoffe nur, die Geduld macht sich am Ende bezahlt. Und Mai/Juni ist relativ, vor allem wenn man bedenkt dass es schön langsam knapp wird mit der Verjährung. Die ersten "wasserdichten" (was für ein Wetter!) werden sich wohl noch ausgehen. Aber was ist mit den restlichen 2200? Aber danke für die Info bzgl. der Gebühren, wieder was gelernt. Gibts nicht auch Gerichtsferien oder so? Wer es bezahlen soll? Na, wer bezahlts im Moment (in diesen Fällen stimmt tatsächlich Staat=wir ;-))?

Schlammschlacht?

ich befürchte eine jahrelange Schlammschlacht zwischen VKI und AWD. Wobei dann jeder seine Etappensiege groß rausposaunt. Wie immer im Krieg wird das erste Opfer die "Wahrheit" sein. Gewinnt mal der VKI ein Verfahren, heißts "systematische Fehlberatung bewiesen", gewinnt mal der AWD, wird das Gegenteil behauptet. Bei über 2.300 Fällen kann sich das ganz schön ziehen....

Bingo!

Sehe ich genauso, wobei ich hier den Eindruck gewonnen habe, dass es stets der VKI ist, der zuerst etwas rausposaunt und die AWD Leute dann eben zurückschießen. Zudem glaube ich mich auch zu erinnern, irgendwo gelesen zu haben, dass auch AWD schon gegen VKI gewonnen hat...

Zurückschießen mit Luftblasen

Kann mich noch gut erinnern, als der AWD bei Vorliegen des Urteils hinausposaunt hat, dagegen jedenfalls ein Rechtsmittel zu ergreifen. Nun hat er es "still" zurückgezogen und das Urteil wurde rechtskräftig. Evaluieren und Gescheiterwerden ist gut - nur weiter so.

Re: Bingo!

Weiß ich auch nicht, ob die schon Fälle gewonnen haben in dem Zusammenhang. Kann man aber, wenn man sich die Mühe antut, rausfinden. Nur, selbst falls nicht, heißt das nicht viel: Der VKI wird ja auch nicht blöd sein und die Fälle, bei denen die Erfolgsaussichten am größten sind, als erstes vor Gericht bringen (würd ich jedenfalls so machen, um ordentlich Druck zu machen). Bei tausenden Fälle hat er ja eh schon den Schwanz eingezogen: Früher mal hat er ja von 6.500 gesprochen, bei denen er klagen will, jetzt sind es "nur" mehr 2.300 und von denen sind auch noch nicht alle gesichtet...

Originelles Schwanzeinziehen

Ich erinnnere mich an den Bericht über 6500 Beschwerden, denen die Teilnahme an der Sammelklage angeboten wurde. 2300 haben angenommen. Für die bereitet der Vki die klage vor.

Zuerst KFZ-Verkäufer, dann AWD Berater.

Dazwischen liegen ein paar Tage Umschulung. Wer darauf reinfällt, ist selbst schuld.

geh bitte

wen interessieren diese ewigen Meldungen denn noch? Soll jetzt jeder Fall hier dokumentiert werden? gibts nichts spannenderes?

Zuvor Kfz-Verkäufer ist e schon super!

mündelsichere Immofinanz

Aber sind denn Immofinanzpapiere nicht mündelsicher? Ich mein, ich hab mir vor einem halben Jahr um € 50.000 Immos zugelegt und bin bisher gut damit gefahren. Sprich, ich bin um € 50.000 reicher als vor einem halben Jahr. Da soll noch einer sagen, der AWD berät schlecht.

Glück für sie zum dem Zeitpunkt gekauft zu haben

hat ihnen aber wohl keiner von AWD empfohlen.....
ist ihre Auslegung: eine Aktie ist so lange mündelsicher, solange sie Ertrag bringt? Anscheinend schon....

der awd berät sicher nicht schlecht --> der berät überhaupt nicht!

er verkauft kunden produkte, bei denen er und der awd ein maximum an provisionen bekommen. so einfach ist das, strukturvertrieb funktioniert genau so.

und die 50.000 euro reicher - das glaub ich ihnen keinesfalls. denn da müssten sie auch viel kapital eingesetzt haben - und mit einem derartig naiven zugang traue ich ihnen ganz einfach nicht zu dass sie kohle haben *gggg*

Danke

und nochmals für Alle zum Nachdenken:

Beratung liefern nur Firmen, die vom Kunden mittels Honoraren bezahlt werden.
Verkauf, Vermittlung wird von den Produktanbietern in Form von Provisionen bezahlt und ist leider in Österreich die am meisten vertretenste Form!

das geht schon

Kurs ist im letzten halben jahr um mehr als das 3-fache gestiegen. Also hat er nicht so viel investieren müssen.

Ob das allerdings dafür spricht, die Aktie als "mündelsicher" zu bezeichnen ist sehr fraglich ;-)

Sie glauben nicht wie naiv Leute mit Geld sein können

auch sehr viel Geld

^^

Von wegen mündelsicher

Klar kann man mit Aktien zocken. Aber das ist das Gegenteil von Mündelsicherheit. Aktien sind nie mündelsicher (Rauscher AWD). selbst die sogenannten Gutachten dazu sehen eine breite Streuung des Portfolios und ein fachkundiges Management vor. Von beidem war bei AWD-Vermittlungen keine Spur.

jo sicher.......

Also haben Sie die kürzlich erworbenen Aktien bereits erfolgreich VERKAUFT und die 50.000 Kurs("Papier ist geduldig")-Gewinn realisiert, she ich das so richtig ?

Oder phantasieren sie von einem Gewinn, der Ihnen aus der Zeitung (Kurszettel) lacht, als tatsächlichen Profit an ????

Und haben Sie auch die Spesen (Kauf, Verkauf, Depot etc. ) beim Gewinn schon abgezogen ????

Offenbar sind Sie wieder einer der "nicht aussterbenden Meute der Oberg`gscheiten".......
Alles Glück dieser Erde, Sie werden`s noch brauchen....

Klagen ist auch Lösung. Ob die beste?

Wegen Ausverkauf laufen Leute eilen um billig (zBs.Klopapier) zu kaufen und sammeln haufenweiße. An der Börse heißt das Korrektur oder Crash alle laufen davon. Wenn Geschäft erhöht die Preise wird wo anders gekauft. Wenn Börse steigt finden sich wieder Käufer.
Die was bis 2007 Gewinne lukriert haben klagen auch wegen Falschberarung?
Beim 10.70 bin ich eingestiegen 10.000€. Nach Empfehlung v AWD im November 3300€ nachgekauft zu 0,36. Jetzt bin 15% im Plus und muss nicht mehr warten auf Hr.Kolba (AK-Wahlen) Gerichte und Erholung der Märkte.
Schade nur das diese Aktion bezahlen Kleinanleger!
Was ist mit Leuten die über andere Betriebe IMMOs gezeichnet haben. MEINL usw
http://www.fondsprofessionell.at/redsys/ne... 345&nlc=AT

Das Problem ist halt dass diese Firmen Leute beschäftigen die von Finanzprodukten keine Ahnung haben, nicht sehr viel Allgemeinbildung haben und nur sehr kurze Schulungen vorweisen können die sich hauptsächlich mit Verkaufstechniken, nicht mit wirtschaftlichen Grundlagen, auseinandersetzen. Insofern nicht besonders überraschend, das war mir schon als 18-jährigem Studenten der von AWD versucht wurde gekeilt zu werden klar.

ja, wenn sie sich keine mitarbeiter MIT bildung & ahnung der materie leisten wollen,

sollens brennen.

Evaluierung

Na ja vielleicht "evaluiert" der AWD auch seine Haltung zu den anderen Schadensfällen; schließlich muss der Geschäftsführung ja klar sein, dass der entschiedene Fall der Standard und nicht die Ausnahme ist.

Sie waren wohl..

.. offensichtlich bei jedem Verkaufsgespräch dabei oder wie?

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