Wenn ein Roller lächelt

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Manche Roller haben Züge, die an ein Gesicht erinnern. Das liegt an dem Sicherheitsprojekt F.A.C.E. von Honda, erklärt Guido Gluschitsch

F.A.C.E. steht für Facial Attention for Conspicuity and Enhancement und ist der Name eines Sicherheitsprogramms von Honda, das darauf basiert, dass Menschen Gesichter schneller wahrnehmen können als etwa Gegenstände. In Versuchsreihen wies Honda nach, dass Fahrzeuge mit gesichtsähnlichen Zügen mehr Aufmerksamkeit erregten - ein Sicherheitsfeature, das heute vor allem im Roller-Design angewendet wird; F.A.C.E. ist der Grund, warum Scheinwerfer von Honda-Rollern an Augen erinnern.

L.O.N.G. ist ein weiteres Sicherheitsprogramm von Honda, das sich auf die Entfernungs- und Geschwindigkeitswahrnehmung bezieht. Ist das Licht eines Fahrzeuges wie bei einem Roller nahe der Horizontlinie, wird ein Fahrzeug als weiter entfernt wahrgenommen als eines, dessen Scheinwerfer darunter liegen, wie etwa bei einem Auto. Um diesen Fehleinschätzungen der Entfernungsbeurteilung entgegen zu wirken, experimentiert Honda sehr erfolgreich mit Lichtern, die sehr hoch, etwa auf den Spiegeln und sehr tief, nah am Rad, montiert sind. Noch gibt es aber massive Probleme mit den Richtlinien, die eine derartige Scheinwerferkombination nicht erlauben.

Honda ist auch Teilnehmer des Car2Car-Konsortiums und arbeitet selbst an A.S.F. (Advanced Safety Vehicle), beides Systeme, bei welchen Fahrzeuge zur Unfallvermeidung miteinander kommunizieren. An Hand von GPS-, Differential-GPS- und Fahrzeugdaten werden Verkehrssituationen vorberechnet, und bei einer absehbaren Kollision wird der Fahrer über eine Display-Anzeige und ein akustisches Signal gewarnt - bei Honda wird die Gefahrenquelle und die Richtung in der sie sich befindet, angezeigt. BMW arbeitet an einem ähnlichen System, nur dass die Meldung an Piloten und Umwelt eine andere ist. Der Motorradfahrer bekommt eine Warnmeldung, gleichzeitig schalten sich Blitzlichter und Warntöne am Motorrad ein, die den potentiellen Kollisionsgegner warnen. Bei Autos, die mit dem BMW-System ausgestattet sind, wird rechtzeitig vor dem Aufprall eine Notbremsung ausgelöst. Bei Motorrädern nehmen aber BMW wie auch Honda davon Abstand.

Abstand zwischen Unfallgegner und Fahrer schafft der Airbag, den Honda als Erster ins Motorrad packte. Weitere Honda-Modelle sollen ebenfalls einen Luftsack bekommen - ganz vorne auf der Prioritätenliste stehen dabei natürlich die Roller. Neben dem Einbau des Airbags selbst macht Honda aber noch ein Punkt zu schaffen: Bei Sicherheitsfeatures ist es stets wichtig, dass der Preis zum Fahrzeugsegment passt - heißt das Airbag-System muss auch noch billiger werden.

Und wenn der erste Honda-Roller dann G.L.U. hat, eine Glu Locking Unit, dann wird das F.A.C.E. des Scooters nicht mehr L.O.N.G. werden, wenn ich mich nähere, sondern sogar lächeln. (Guido Gluschitsch)

 

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