Wahlbeteiligung bei EU-Wahlen in Österreich

14. Mai 2009, 12:55

Österreicher wählen zum vierten Mal die Vertreter fürs EU-Parlament - Beteiligung im Sinken begriffen

1996 durften die österreichischen Bürger zum ersten Mal ihre Vertreter für das EU-Parlament wählen. Das Interesse war damals noch entsprechend groß. 67,73 Prozent aller Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Drei Jahre später - 1999 - betrug die Wahlbeteiligung dann nur noch 49,40 Prozent. Zum Vergleich: im selben Jahr bei der Nationalratswahl gaben 80,42 Prozent einen Stimmzettel ab.

2004 folgte dann mit nur 42,43 Prozent der historische Tiefschlag. Das war für bundesweite Wahlen in Österreich der niedrigste jemals erreichte Wert. Gegenüber 1999 bedeutete das einen Rückgang von etwa sieben Prozentpunkten. Zur Bundespräsidentschaftswahl am 25. April 2004 ergab sich eine um fast 30 Prozentpunkte geringere Beteiligung. Bei der Nationalratswahl im November 2002 war die Wahlbeteiligung noch fast doppelt so hoch gewesen.

Doch auch für die diesjährige Wahl am 7. Juni sind die Prognosen nicht besser, im Gegenteil: laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage wollen nur 21 Prozent an der Wahl teilnehmen.

Auch international gesehen ist es so, dass die Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen zurückgeht. 1979, bei der ersten EU-Wahl überhaupt, lag die Beteiligung durchschnittlich gesehen noch bei 63 Prozent, 1999 nur mehr bei 49,8. Spitzenreiter in Sachen Wahlbeteiligung sind übrigens die Belgier. 1999 gingen 91 Prozent zur Wahl. (red, derStandard.at, 14.5.2009)

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wilko0070  
22.05.2009 20:41
Wenn die Schweine am Trog sind, wollen sie auch fressen.

Siehe hier:
http://www.stern.de/blog/6_ha... chulz.html

Student der Magie
20.05.2009 17:30
da man beim Lissabonvertrag

die Leute ausgeschlossen hat und gegen den Willen der Menschen (Gegenteil muss erst bewiesen werden) den Vertrag ratifiziert haben, wozu wollen Sie jetzt die Stimmen der Menschen?
Damit man weiter gegen deren Willen operieren kann, noch mehr Macht den Banken und Konzernen geben kann, sich noch mehr verschulden, nachdem die Verluste von Banken, Versicherungen und Konzernen den Bürgern umgehängt worden sind und werden, die Gewinne aber weiter in den selben, wenigen Taschen verschwinden?
Wenn man nicht rechts ist, dann hat man es schwer, weil linke Parteien gibt es im Parlament nicht mehr. Der Bilderberger Feymann vielleicht? Die ehemals kritischen Grünen??

Bleibt die KPÖ und eine ominöse LINKE...

Baer8
15.05.2009 21:22
Man kann etwas nicht Vorhandenes schwer wählen...

Die EU gibt es nur in den Köpfen der machthungrigen Globalisierer. Beim Volk ist sie noch nicht angekommen weil sie für das Volk nur Belastungen bewirkt. Die Rosinen werden von den Bonzen geerntet.

herbert buroleiter
15.05.2009 09:46
91 % wahlbeteiligung

die wahlbeteiligung der belgier ist deshalb so hoch, weil sie verpflichtend sind zur wahl zu gehen. wer nicht geht, zahlt strafe

O'Hara
15.05.2009 11:05
In Ländern mit einer "Wahlpflicht"

existiert diese jedoch nur pro former. Geahndet wird das Nicht-Wählen schon längst nicht mehr, Strafe zahlt keiner. Eine gewisse symbolische Bedeutung kommt der Sache aber ganz bestimmt zu.

Punkcow
14.05.2009 15:55
Österreichische Politik im Dreiklang:

SPÖ: Bitte 3 Versorgungsposten!
ÖVP: Bitte 3 Wurstsemmeln!
FPÖ: Bitte 3 Bier!
GRÜNE: Bitte 3 Brüste!
BZÖ: Bitte 3 Überschläge!

Da macht man schon gerne einmal von seinem Recht Gebrauch, nicht zur Urne zu schreiten!

Löschmich
14.05.2009 15:02
Fehslschlag in der Informationspolitik ?

Gestern abends im Kaffeehaus um die Ecke den Leuten aufs Maul gschaut (1060 Wien).
Ergebnis: Für die meisten ist die EU Wahl scheints eine Gleichung mit x unbekannten:

Was machen die "gewählten" in Brüssel eigentlich wirklich ?
Wofür stehen die "gewählten" eigentlich ?
Welchen Einfluss haben die überhaupt ?
Wie und mit welchen Parteien anderer Länder kooperieren die ?
Schicken unserer Parteien da nicht onehin nur die 3te Garnitur hin ?

Das Ohnmachtsgefühl aus dem Bauch heraus macht dann den Rest, mich wunderts jetzt nicht mehr dass sich das werte Puplikum der Veranstaltung immer öfter entsagt...


Crazy Business
03.06.2009 08:53

Ich will keineswegs schulmeistern, aber:

"Puplikum" tut weh ;-)

01052004
15.05.2009 11:04
sie haben völlig recht!!!

ich würde gern die schwedische piratenpartei wählen...darf ich aber nicht...darf nur irgendwelche abgehalfterten lokal-austriakischen politmaxln ankreuzen, die sich noch einmal wichtig machen und sich ordentlich an den futtertrögen bedienen wollen...

irgendwie haben es die polit-mickeymäuse verabsäumt mir die eu näherzubringen. ich war bei der beitrittsabstimmung dagegen und bin es heute noch...ok, ich bin auch nur ein bürger und kein konzern (wie bayer, mosanto, chrysler) und keine großbank (wie unicredit, hypo real estate)...

van.der.stiege
14.05.2009 21:51
da geb ich dir recht.

bezueglich der zusammenarbeit.... das versteh ich auch nicht ganz.

zb. sind die schwedischen gruenen sehr eu-kritisch (und wuerden wohl am liebsten wieder austreten wollen).... wie soll man dann international mit den zb. österreichischen gruenen zusammenarbeiten können (die ja jetzt wieder sehr deutlich fuer die eu sind)

Alex Blüml
14.05.2009 15:46

(Leider) muss ich ihnen Recht geben. Ich habe in meinem Umfeld ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Parteien brauchen sich über die Verdrossenheit nicht wundern, die sie zu einem großen Teil selbst verursacht haben.

Sebastian Auinger
14.05.2009 13:27
Wen wundert's?

Die Medien sind voll von Schweinegrippe, Julius Meinl, Finanzkrise usw. Aber von der Europawahl nichts, fast garnichts.

Dazu noch die Paneuropäische Dummheit des EU-Bashings, nach dem Motto: "Wenn man national etwas verbockt, gibt man halt der EU die Schuld".

Als Draufgabe noch eine denkbar schlechte Truppe an Kandidaten:

- Swoboda - fähig, aber unsympathisch, volksfern, keine Medienpräsenz
- Strasser - keinerlei EU-Erfahrung, ebenfalls keine Medienpräsenz, ebenfalls unsympathisch
- Lunacek - naiv-sozialromantisch, immer noch im Schatten Voggenhubers
- Mölzer, Stadler - Es erübrigt sich jeder Kommentar.

Bei den 21% werden die Meinungsforscher wohl schon recht haben.

Schneider Schneider Meck Meck Meck
14.05.2009 13:12
Wir bedauern!

Ich bedeuere, nur deshalb nicht zur EU - Wahl gehen zu können, weil in Österreich niemand kandidiert, der von Europa etwas versteht, und ich ja leider nur Österreicher wählen kann, obwohl möglicherweise eine Däne meine Anliegen viel besser vertreten könnte.

wilko0070  
22.05.2009 21:43
Das waren noch demokratische Zeiten...

In der Weimarer Republik wurden die Parlamentssitze entsprechend der Wahlbeteiligung besetzt – oder eben nicht besetzt. Bei geschrumpfter Wahlbeteiligung schmolz auch die Zahl der Parlamentssitze dahin. Stieg die Wahlbeteiligung, stieg die Zahl der Mandatsträger proportional.

SiSe
14.05.2009 13:41

Ich sehe das selbe Problem, werde aber sicher zur Wahl gehen - und wahrscheinlich weiß wählen.

Das Argument, dass niemand vernünftiger zur Wahl steht, kann ich nicht gelten lassen. Wenn man unzufrieden ist, sollte man aus meiner Sicht zumindest ungültig wählen. Denn nur so kann man seine Unzufriedenheit Ausdruck verleihen. Geht man jedoch nicht zur Wahl ist es für mich gleichbedeutend wie "is mir wurscht was da passiert"...

Crazy Business
03.06.2009 08:55

Stell Dir vor, es ist EU-Wahl - und keiner geht hin!

Michael Jack Dundee 
14.05.2009 14:49
Die Sitze werden jedoch von den gültig abgegebenen Stimmen ermittelt

Was eben dann erst recht der Krampf ist.

Alex Blüml
14.05.2009 14:20

...Wenn man unzufrieden ist, sollte man aus meiner Sicht zumindest ungültig wählen. Denn nur so kann man seine Unzufriedenheit Ausdruck verleihen...

Sorry, aber wie verleihsst du deiner Unzufriedenheit Ausdruck, wenn du ungültig wählst? Das interessiert doch niemanden.

SiSe
14.05.2009 15:27

Aber du scheinst in der Wahlbeteiligung auf...

Was meinst würde passieren, wenn auf einmal die Wahlbeteiligung nicht nur 40% ist sondern 100% und davon 60% ungültig sind?
Nicht zur Wahl gehen ist für mich einfach keine Option, um seinen Wählerwillen darzustellen.

Dass sie für die Sitzverteilung nicht ausschlaggebend sind, ist mir klar.

Alex Blüml
14.05.2009 15:44

Das ist doch nur Kosmetik. Nicht zur Wahl zu gehen ist doch genauso keine Option, wie ungültig zu wählen. Wenn du gar keine Partei willst, hast du keinen Wählerwillen.

SiSe
14.05.2009 15:56

Wenn sie das so sehen ist es ok, ich sehe das anders - Vor allem da ich einen Zettel und ein Schreibgerät in der Wahlkabine habe. Damit bin ich in der Lage meinen Willen auch auszudrücken - auch wenn ich dadurch ungültig wähle ;-)

Alex Blüml
14.05.2009 20:37

Einbildung ist das ... leider nicht mehr.

SiSe
14.05.2009 23:19

Meiner Meinung trotzdem besser, als gar nicht zur Wahl gehen.

Glod
14.05.2009 16:55
Bringt aber auch nicht viel mehr.

Leider werden die Politiker nicht gezwungen die Kommentare auf den ungültigen Wahlzetteln zu lesen.

Glod
14.05.2009 14:02
Ich stimme auch zu.

Aber das Wahlprogramm von JuLis schaut halbwegs vernünftig aus, also werde ich die wählen, falls sie es tatsächlich auf den Wahlzettel schaffen.
Ich bin mir zwar nicht sicher wie ernst man die nehmen kann, aber bei dem Kasperltheater das die Konkurrenz aufführt ist das eigentlich eh wurscht.

Weißwähler werden leider von den Politikern genau so sehr ignoriert wie Nichtwähler.
Man sollte vielleicht einen Feld "Keiner von denen" am Wahlzettel einführen, ensprechend viele Sitze im Parlament freilassen und dort "Hier könnten ihre Abgeordneten sitzen"-Schilder aufstellen.
Vielleicht tauchen dann endlich wählbare Parteien auf.

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