Hubraum als Entscheidungskriterium

  • Für welchen Roller man sich letztendlich entscheidet, hängt von mehreren Faktoren ab.
    foto: pixelio.de/designritter

    Für welchen Roller man sich letztendlich entscheidet, hängt von mehreren Faktoren ab.

Motorroller gibt es von 50 bis 800 Kubikzentimeter. Wer braucht was und welchen Führerschein?

Vor dem Rollerkauf sollte man sich zumindest entscheiden, ob man einen Scooter mit 50 Kubikzentimeter, 125 oder mehr Hubraum haben möchte. Mit dem Hubraum steigt nämlich nicht nur der Preis für den Roller, sondern davon hängt auch die Lenkerberechtigung ab, die man zum Lenken des Fahrzeuges braucht.

Reicht für einen Roller mit einem Hubraum von 50 Kubikzentimetern und einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h für über 24-jährige bis heute das Mitführen eines amtlichen Lichtbildausweises, dürfte nach in Kraft treten der 12. Novelle des Führerscheingesetzes mit 1. Juli 2009 vermutlich ein Mopedausweis für alle verpflichtend sein. Um einen Roller mit 125 Kubikzentimetern mit einer Leistung von maximal 11 kW lenken zu dürfen, braucht man zu seinem gültigen B-Schein den Code111, eine weiterführende Fahrausbildung von sechs Stunden. Dieser Führerschein ist nur in Österreich, Italien und Luxemburg gültig. Wer keinen B-Schein hat, braucht auch zum Lenken eines 125er-Rollers einen A-Schein, den man auch für hubraumstärkere Roller braucht.

Wieviel Hubraum der eigene Roller braucht, hängt vom Einsatzgebiet ab. Dient ein Roller nur dazu, kurze Wege in der Stadt zurückzulegen, soll er günstig und einfach zu fahren sein, dann reicht ein Roller mit 50 Kubikzentimeter sicher. Ihn bieten namhafte Hersteller genauso an, wie man auch sehr günstige No-Name Roller aus Fernost bald beim Kaffee-Tandler bekommen wird. Benutzt man am Weg zur Arbeit mit dem Roller aber die Stadtautobahn, kommt man um zumindest einen 125er nicht herum. Er ist komfortabler, bietet zumeist mehr Stauraum unter der Sitzbank und geht schon ganz schön flott zur Sache, so dass man im Verkehr nicht mehr nur mitschwimmt.

Wer einen A-Schein hat und gerne Roller fahren möchte, wird über einen Scooter mit 250 bis 500 Kubikzentimeter nachdenken. Damit ist man beim Ampelstart immer vorne dabei und kann sogar den einen oder anderen Wochenendausflug auf zwei Rädern machen. Diese Scooter haben meist ordentlich Stauraum oder, wie die aktuellen Hondas, ein Topcase serienmäßig. Wer böse ist, versagelt damit auch noch Motorradfahrer. Wem mediterranes Styling wichtig ist, wird hingegen wohl zu einer Vespa greifen.

Wer gerne auch noch das eigene Image unterstreicht, kann ja einen 800 Kubikzentimeter V2 fahren, wie den GP 800 von Gilera. Für die Kurvenhatz oder den täglichen Weg durch die Großstadt ist ein so starker Roller aber kaum noch geeignet, da er so groß und dick ist, dass man sich nicht mehr an Autos vorbeischlängeln kann. Dafür ist man damit auf der Autobahn auch in der Führerscheinfreien-Zone der Roller-King. (Guido Gluschitsch)

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