Medienprofessor Jarvis

"Es ist an den Ver­lagen, aus dem Pu­bli­kums­ver­kehr endlich Kapital zu schlagen"

12. Mai 2009 12:02

Google News erhöht Wert der Sei­ten - Gastbeitrag des SZ-Magazins

"Wozu Zeitung?" fragt das SZ-Magazin und bringt von "A wie Auflage" bis "Z wie Zwanzigjährige" Beiträge über den Umbruch der Branche. Für den Beitrag "G wie Google" hat das Magazin der Süddeutschen Zeitung Medienprofessor Jeff Jarvis (buzzmachine.com) befragt. "Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt", sagt der Autor des Buches "Was würde Google tun?" im Interview mit Rainer Stadler. "Google News lenkt Leser zu den Seiten der Nachrichtenanbieter. Damit erhöht Google, wie auch jeder Blogger, den Wert dieser Seiten", so Jarvis. Es sei an den Verlagen, "aus dem Publikumsverkehr endlich Kapital zu schlagen." In Kooperation mit dem SZ-Magazin bittet derStandard.at/Etat um Postings zum Thema Zeitungen und Google.

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SZ-Magazin: Was bedeutet Google für den Journalismus?

Jeff Jarvis: Nicht nur Google, das ganze Internet verändert den Journalismus. Druckerpressen zu besitzen ist heute ein Nachteil, weil es viel Geld kostet, Zeitungen zu drucken. In der neuen, digitalen Welt lassen sich Nachrichten billiger verbreiten und auch permanent korrigieren und aktualisieren. Sie können auf verschiedene Art präsentiert werden - als Video, Text oder als Audiodatei. Die Zukunft liegt zweifellos jenseits der Druckerpresse.

SZ-Magazin: Aber in der Gegenwart machen die deutschen Verlage den meisten Umsatz immer noch mit ihren Zeitungen und nicht mit ihren Onlineportalen.

Jarvis: Der deutsche Markt ist wohl nicht so einfach mit dem amerikanischen zu vergleichen. Dennoch sollten die Blätter, die in den USA gerade reihenweise sterben, Warnung genug sein für die deutschen Verleger. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt. Nicht weil ich gegen Printprodukte wäre, sondern weil es die Verantwortlichen zum Nachdenken zwingt: Worin besteht der eigentliche Mehrwert der Arbeit von Journalisten? Wie lässt sich dieser Mehrwert auf das Internet übertragen? Welche Leute brauche ich für diese Arbeit? Wie finde ich Anzeigenkunden, die den nötigen Umsatz generieren? Alles Fragen, die sehr schwer zu beantworten sind. Deshalb sollten die deutschen Zeitungen nicht so lange warten, bis sie sich in einer ähnlich verzweifelten Lage wiederfinden wie etwa das Traditionsblatt Boston Globe. Dann ist es nämlich zu spät.

SZ-Magazin: Sollten Medienhäuser nicht umgekehrt alles versuchen, um ihre Blätter am Leben zu erhalten, schon allein wegen ihrer Bedeutung für die Demokratie?

Jarvis: Nicht die Zeitungen sind wichtig für die Demokratie, der Journalismus ist es. Leider wollen das einige Leute nicht zur Kenntnis nehmen und nur ihre Besitzstände verteidigen. Das sieht man auch an den Versuchen, die Leser im Internet zur Kasse zu bitten. Altes Denken: einen Artikel zu veröffentlichen und dann Geld zu verlangen, wie schon bei der gedruckten Zeitung. Diese Rechnung wird aber im Internet nicht aufgehen.

SZ-Magazin: Welche dann?

Jarvis: Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, zum Beispiel Effizienz: Die meisten Zeitungen produzieren Tag für Tag ein vollwertiges Nachrichtenangebot. Im Internet ist das nicht mehr nötig, weil der Rest der Welt nur einen Link entfernt ist. Eine Regionalzeitung braucht im Internet keinen eigenen Kinokritiker mehr. Wozu Filme rezensieren, die im Internet und auch in den großen Zeitungen schon dutzendfach besprochen wurden? Im Internet gilt die Maxime: Tu nur das, was du am besten kannst. Für alles Übrige gibt es Links.

SZ-Magazin: Damit geht aber Vielfalt verloren.

Jarvis: Nun ja. Hier in den USA verfolgen etwa 15 000 Journalisten das politische Geschehen. Wenn wir nur noch die Hälfte hätten, wären es immer noch zu viele. Außerdem kommen im Internet viele neue Stimmen und Perspektiven hinzu, die bisher kaum an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Das Internet fördert also eine gewisse Kakophonie und damit auch die Demokratie.

SZ-Magazin: Wirtschaftlich hat sich das von Ihnen propagierte Geschäftsmodell, Links statt Inhalten, bisher nur für Google ausgezahlt. Insbesondere die Seite Google News besteht nur aus Links zu Zeitungs- und Magazinbeiträgen. Google liefert also keinerlei originäre Inhalte, schöpft aber trotzdem das Gros der Werbeeinnahmen im Internet ab.

Jarvis: Typisches Argument, das vor allem die Europäer gern wiederkäuen: Google klaut unsere Inhalte. Das Gegenteil ist wahr! Google News lenkt Leser zu den Seiten der Nachrichtenanbieter. Damit erhöht Google, wie auch jeder Blogger, den Wert dieser Seiten. Es ist an den Verlagen, aus dem Publikumsverkehr endlich Kapital zu schlagen.

SZ-Magazin: Sie wollen sagen: Google News erfüllt online eine ähnliche Funktion wie offline der Zeitungskiosk?

Jarvis: So ist es. Und Google leistet noch viel mehr: Aus Untersuchungen wissen wir, dass in Amerika nur etwa 20 Prozent der Leser die Startseite einer Zeitung aufsuchen. Die Mehrheit gelangt über Links oder Suchabfragen, also vor allem über Google, zu einzelnen Artikeln der Zeitung. Ein weiterer Aspekt sind die sogenannten Google Ads, Anzeigen, die Google vermittelt. Selbst auf der Seite der renommierten "New York Times" finden sich Google Ads.

SZ-Magazin: Vorerst bricht den Verlagen allerdings das Stammgeschäft weg, und der Umsatz im Internet vermag diese Verluste nicht annähernd wettzumachen.

Jarvis: Der Fehler liegt im alten Denken: Zeitungen müssen im Internet nicht mehr sämtliche Inhalte selbst produzieren. Im Netz tummeln sich genügend Experten, deren Know-how und Inhalte die Zeitungen für ihre Seiten nutzen sollten. Das sind alles Leute, die eine Zeitung nicht anstellen, sondern einfach nur finden und koordinieren muss.

SZ-Magazin: Wenn Zeitungen ihre Arbeit auslagern, verlieren sie dann nicht einen wesentlichen Teil ihres Kapitals? Etwa das Vertrauen der Leser, dass die Redaktion bestimmte, auch ethische Standards einhält und nicht nur irgendwelche Partikularinteressen verfolgt.

Jarvis: Ich habe meine Zweifel, ob sich Redakteure per se ethischer verhalten als andere Menschen. Zudem behalten die Zeitungen auch im Internet die Kontrolle, indem sie sich ihre Experten und Mitarbeiter genau aussuchen. Wie auch die Seiten, zu denen sie verlinken. Die Zeitungen werden gar nicht umhinkönnen, einen Teil ihrer Arbeit auszulagern, weil die Redaktionen im selben Maß schrumpfen wie die Umsätze der Verleger. Trotzdem behaupte ich, dass dieses Nischengeschäft sehr profitabel sein kann. Wenn die Zeitungen die Gelegenheit nicht nutzen, werden andere es tun.

SZ-Magazin: Sie meinten anfangs, es sei ein Vorteil, wenn Nachrichten permanent korrigiert und aktualisiert würden. Wollen Leser das tatsächlich: zehn Versionen ein und derselben Nachricht?

Jarvis: Das hängt sicher vom einzelnen Leser ab. Aus Radio und Fernsehen sind die Menschen ja schon gewohnt, dass sich Nachrichten im Laufe des Tages mehrmals ändern können. Jede Zeitung ist gespickt mit Fehlern. Was spricht dagegen, diese Fehler künftig umgehend zu korrigieren? Davon profitiert doch der Journalismus.

SZ-Magazin: Profitiert der Journalismus auch davon, dass künftig vielleicht die Suchmaschine Google nach einem weitgehend unbekannten Algorithmus bestimmt, was die Menschen lesen?

Jarvis: Der Ruf von Google gründet darauf, die besten, relevantesten Links zu finden. Dabei ist das Unternehmen sicher weit weniger geheimnistuerisch, als es die Zeitungen sind. Welcher Journalist legt schon all seine Notizen offen und nennt, mit wem er gesprochen hat und mit wem nicht? Ich finde, Journalisten sollten sich viel mehr öffnen.

SZ-Magazin: Besonders viel scheinen Sie nicht zu halten von Ihrer eigenen Branche.

Jarvis: Ach was. Ich glaube durchaus, dass die Inhalte einer Zeitung einen Wert an sich darstellen. Gleiches gilt für die Fähigkeit von Journalisten, Nachrichten zu produzieren und den Mächtigen auf die Finger zu schauen. Aber in der Vergangenheit wurde ein wesentliches Potenzial der Zeitung sträflich vernachlässigt: die Leser. Die Leser einer Zeitung wissen viel mehr als die Journalisten, die diese Zeitung herstellen. Genau darin sehe ich die große Chance für die Zukunft: dass Journalisten - mithilfe von Unternehmen wie Google - dieses Potenzial nutzen können, um bessere Geschichten zu schreiben. (SZ-Magazin, Mai 2009)

Links
Die Beiträge im SZ-Magazin im Überblick: sz-magazin.de

Zum Thema auf dieStandard.at: X wie (X)X-Chromosom
Weibliches Schreiben und neue Medien: Wie wird die Welt aussehen, wenn Frauen den Journalismus dominieren? Von Else Buschheuer - Ein Gastbeitrag des SZ-Magazins

Zum Thema auf derStandard.at: Wozu Qualitätszeitung? Um nicht zu verblöden
Klassische Orchester und Qualitätszeitungen haben einiges gemeinsam: Sie sind aufwändig, elitär und nicht unbedingt notwendig für das tägliche Überleben. Eine Kolumne von Hans Rauscher

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Posting 1 bis 25 von 61
1 2
Simplicius Simplicissimus
17.05.2009 10:28
1 Wie ...

... wird Journalismus bewertet? Nach Leserzahlen, wie z.B. in der "Krone", oder nach Wahrheitsgehalt, ohne nun die überdimensionalen Gehälter einiger Schreiberlinge zu kritisieren. Es ist natürlich ein Vorteil, via Internet sofort Bilder und Filme über Schweinereien z.B. in Afghanistan und Irak zu sehen. Aber wo findet man die? Das Hauptthema wird immer sein: die Zensur. Wer hat Interesse daran? Waffenhändler und korrupte Journalisten. Die Werkzeuge, Druck oder Onlinemedien, sind und bleiben nebensächlich.

Simplicius Simplicissimus
17.05.2009 10:28
2 Es mag in den USA ...

... vielleicht 15000 Journalisten geben. Irgendwie habe ich das Gefühl, so viele gibt es alleine schon in Wien.:-)) Aber nun im Ernst, - die "Wahrheit" ist im Besonderen innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten ein lebensgefährliches Geschäft. Ob nun im Internet oder "offline" versucht wird, zu veröffentlichen, noch nie gab es so viele getötete Journalisten wie im Irak. Komischerweise scheinen sich Militär und private Sicherheitsdienste um die "Demokratisierung" dieses Landes gleichermaßen zu bemühen. http://www.friedenspaedagogik.de/themen/kr... irak_krieg

Nusserl
14.05.2009 13:46
Zeitung, nicht nur fürs Klo

Ich bin 100%ige Onlinerin (und verdiene auch mein Geld damit) und finde das Medium faszinierend, wunderbar und grandios, aber am Klo und beim Frühstück lies ich immer noch die Printzeitung ... außerdem wird von Leuten wie Herrn Jarvis oft verkannt, dass es nicht um das alleinige Einholen von Informationen geht (selbst da möchte ich jemand Vetrauenswürdigen haben, der mir die relevantesten Nachrichten in der Form präsentiert, in der ich am meisten damit anfangen kann) sondern zu einem großen Teil auch Unterhaltung und ein gewisses Gefühl, dass man halt nur beim Zeitunglesen hat ... warum treffen wir einander sonst noch, wenn es Telefon und Videokonferenzen gibt?

Print stirbt nicht, wird aber besser werden müssen!

Terence Lennox
15.05.2009 10:37
das mit dem klo..

..sagt eh schon alles. und beim frühstück: rührend..

MiNeum71
 
13.05.2009 09:47


Ich weiß nicht, bei welchen Irrtümern, Widersprüchen oder Naivitäten ich beginnen soll.

Jedenfalls kann ich festhalten: Die großen US-Zeitungen machen Verluste, weil 1) sie ob der Berichterstattungen seit 2003 unter einem massiven Glaubwürdigkeitsproblem leiden, 2) sie sich nicht erfolgreich gegen die Regionalzeitungen behaupten können, die ein wesentlich höheres Involvement bei viel geringeren Kosten bieten (die europäischen Qualitätszeitungen sind imgrunde auch Regionalzeitungen), 3) der durchschnittliche US-Amerikaner weniger zu einer Zeitung greift (auch aufgrund der geringeren Bildung gegenüber den Europäern).

Google nützt die Arbeit der Redaktionen aus. Die Zeitungen wären gut beraten, selbst ähnliche Modelle zu entwickeln.

SebastianR
13.05.2009 12:20
Sorry, aber es sind gerade die Regionalzeitungen

die eingehen weil sie immer mehr zum reinen AP-Feed mutieren.

The Rocky Mountain News in Denver, Baltimore Examiner, The Cincinnati Post, The Albuquerque Tribune und The Kentucky Post sind in den letzten zwei Jahren eingegangen, der Chicago Tribune hat gerade Bankrott angekuendigt und der Boston Globe ist in den naechsten Wochen dran.

Das sind alles Regionalzeitungen. NYT, WaPo und USA Today sind eigentlich die einzigen nationalen Zeitungen.

Und ja, die gschissene Berichterstattung ist ein Grund fuer den Niedergang, allerdings sollte man die Rolle von craigslist.org nicht vergessen und das damit verbundene Einbrechen des Anoncenmarktes.

Waxolunist
13.05.2009 13:44

Der Anoncenmarkt ist nicht eingebracht. Er hat sich nur verlagert.

SebastianR
14.05.2009 13:37
fuer die zeitungen ist er eingebrochen

war das so schwer zu verstehen?

Terence Lennox
14.05.2009 13:20
aber er verdient..

..kaum geld..

MiNeum71
 
13.05.2009 13:13
Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet


Den Berichten nach kämpfen derzeit die WaPost and die LAT stark, die NYT sehr stark ums Überleben, USA Today dürfte gut aufgestellt sein (unerheblich, da keine Qualitätszeitung).

Im Vergleich zu den unzähligen regionalen Qualitätszeitungen (198, wenn die Zahl stimmt) sind einige Schließungen kein strukturelles Problem.

Und wie auch Sie schrieben, die Qualität der Berichterstattung (AP Feed UND White House Feed) war einfach nicht überzeugend.

Umgekehrt schafft es "The Guardian", mit der tollen Webpräsenz guardian.co.uk (http://www.guardian.co.uk/america wird von vielen US-Amerikanern konsumiert) auch analog bestens zu wirtschaften: Profit before tax: £ 306,4 Mio., digital revenues: £ 85,1 Mio.

Warum sollen gute Zeitungen aussterben?

Terence Lennox
14.05.2009 01:43
woher haben..

..sie diese guardian zahlen? denn sie stimmen nicht...

Terence Lennox
13.05.2009 10:44
falsch..

..auch die amerikanischen regionalzeitungen leiden, ihr leid begann eben etwas später. den us-amerikanern andauernd dummheit zu attestieren ist dumm..

MiNeum71
 
13.05.2009 14:07


Aus dem Satzteil "... aufgrund der geringeren Bildung gegenüber den Europäern ..." ein "... andauernd dummheit zu attestieren ..." ist in der Tat Folge mangelnder Intelligenz.

Terence Lennox
13.05.2009 15:06
wenn ich alle gering gebildeten europäer..

..antreten lasse, steht da die gleiche masse an menschen herum..

Austronaut
13.05.2009 09:01
Hab kein Zeitungs Abo,

weil ich dazu keinen Verlängerten krieg.
Steht dann auf jeden Cafehaus Tisch ein Lap Top?

Zeit zu haben, Cafe trinken, lesen, quatschen, mit dem nächsten Cafe einen längeren Artiklel auswählen - das ist Qualität für mich.

Der Druck wird so schnell nicht verschwinden, in ferner Zukunft vielleicht. :~(

squier
13.05.2009 10:28

Ich bin absolut Ihrer Meinung und ebenfalls, dass die Zeitung noch lange gibt.

Allerdings wird die Diskussion meist so geführt, dass es entweder das eine (Zeitung), oder das andere (Internet) geben wird. Ich denke, dass es in der "Verlinkung" der beiden noch eine Menge Potential gibt, sowie der Konsument wesentlich mehr "integriert" werden muss.

squier
13.05.2009 10:34

Sollte heißen: Ich bin absolut Ihrer Meinung und hoffe ebenfalls, dass es die Zeitung noch lange geben wird.

Mucius Valerius Scapula
13.05.2009 08:15

Das Problem an der Sache ist: Jeder 'kann' am besten, was in der Umgebung vorgeht. Andere Inhalte sind vielleicht nur einen Link weit weg, aber in der Fülle geht die Übersicht verloren. Man müsste genau analysieren, was die Leute lesen. Meine eigene Erfahrung sagt mir - es interessiert, was in der nächsten Umgebung vorgeht. Im Sinne der Demokratie ist es aber SEHR wichtig, dass die breite Masse auch über die Gemeindegrenzen hinwegblickt. Tageszeitungen zwingen mehr oder weniger dazu. Im Internet kann ich mich trotz unendlicher Weiten den ganzen Tag in einem engen Horizont suhlen.

Das sage ich übrigens als Journalist. Um Print wäre sehr schade, auch wenn das Netz und seine Unfokussiertheit der Traum jedes Politikers sein muss.

Terence Lennox
13.05.2009 10:47
es wird eben auch im netz..

..ordnende medien geben. ein solche lesen sie gerade. die journalisten werden leider weniger geld verdienen. so what?..

Mucius Valerius Scapula
13.05.2009 12:16

Na eben genau das nicht. Der Standard würde nach diesem Modell zB seine Außenpolitik schließen und nur mehr auf irgend welche anderen Seite verweisen (New York Times, realclearpolitics.com oder was auch immer). Er würde sich wohl hauptsächlich auf Inneres konzentrieren - und für jeden Wiener Bezirk ein eigenes Buch (Zeitungsteil) bringen. Das Medium würde regionalisiert - man kann auch 'provinzialisiert' dazu sagen. Ein Traum für Politiker, da dem Leser der Überblick verloren geht.

Terence Lennox
13.05.2009 15:08
das meinte ich..

..mit ordnend. verwesien. aber richtig verweisen. und sicher kommenteirend, denn den kommentar lässt sich keiner nehmen, zudem kostet er kein geld..

Peter Falber
12.05.2009 23:42
"bittet [..] im postings zum thema ..."

ist ja eh schon so, dass der inhalt zum grossteil von den usern erzeugt wird ...

Kapitalismus Luege
13.05.2009 09:45
... postings zu oft nur zugekauften APA-Berichten

oder Kammern-Bilanzartikel.

seed
12.05.2009 23:33
Spezialisierung und Communitybildung heißt die Devise!

Ein erfolgreiches beispiel ist heise.de, die produzieren am tag 20-30 „Meldungen“ und haben eine große community die großteils vom fach ist und sich rege in den foren austauscht.

Meldungen auf derstandard.at sind für mich oft nur ausgangspunkt für weiter recherchen bei anderen medien.
Ich zb schau für internationale nachrichten gern auf bbc.com (sind einfach schneller), für gesellschaftpolitische themen gern auf zeit.de (sind liberaler) für it-news auf heise.de (ua. wegen den foren). alles spezialisten auf ihrem gebiet.
Vielleicht sollte sich der standard langfristig auf innenpolitik und kultur spezialisieren ;)

Communitybildung sollte eigentlich ein hauptanliegen von jeder webseite sein. ein gescheites forum ein paar admins...

GAT
 
13.05.2009 09:09
Community building

Haben wir im Web nicht schon genügend virtuelle Communities? ;-) Ich weiß nicht... Ich hab´ nur bedingt Lust, mich auf jeder News-Site in einem anderen Forum an Diskussionen zu beteiligen (Zeitaufwand). Vielleicht würde die Etablierung eines Twitter-Hashtags reichen, um sich "der" Community schlechthin zu bedienen.

Ich glaube, in der momentanen Euphorie wird vieles überschätzt - darunter auch der Wert von Communities. Das "soziale" Angebot im Web wird immer unüberschaubarer. Damit geht für jedes einzelne der essenzielle Mehrwert verloren.

Weniger ist mehr (ad heise.de). ;-)

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