Die vierte Live-Diskussion von derStandard.at und Okto drehte sich um die Wahlen zum Europäischen Parlament
Bei der vierten derStand.punkt Live-Diskussion wurde die Frage EU und Österreich: Happy together diskutiert. Zu Gast bei Manuela Honsig-Erlenburg waren der Journalist und Jurist Adrian Hollaender, der Leiter des österreichischen Informationsbüros des Europäischen Parlaments, Wolfgang Hiller, und Heike Hausensteiner, Autorin des Eurobarometer-Länderberichts für Österreich. Auf die erste Frage, warum in Österreich nur jeder Fünfte zu Wahl gehen will, antworteten alle unisono: Wegen des Informationsdefizits.
Hausensteiner: "Viele wissen auch in meinem Bekanntenkreis nicht genau, was sie durch die Stimmabgabe bewirken und wozu man wählen gehen soll. Ich muss oft die Basics erklären." Dazu komme, dass der Wahlkampf das Informatiosdefizit noch schüre. Auch die Medien tragen zu dem Defizit bei, eine besondere Rolle dabei spiele laut Hausensteiner die Krone: Die haben nicht einmal einen Korrespondenten in Brüssel, der mit den dortige Abläufen vertraut ist. Ausserdem wären Kommentar und Bericht in der Krone auch kaum zu unterscheiden.
Hollaender nahm für sich in Anspruch, bei seinen Kommentaren, die in verschieden Medien, darunter auch die Krone, erschienen sind, sich immer nur auf Fakten berufen zu haben. Er sieht in der EU-Verdrossenheit auch eine Schuld der Brüsseler Abgeordneten, denen es an Strahlkraft mangele. Die EU-Politiker müssen Europa besser verkaufen. Hiller bedauerte, dass im EU-Wahlkampf in allen Ländern nationale Themen wichtiger sind als die Europa-Komponente. Dabei ist die EU Innenpolitik. Er vermisst ein Klima, in dem die Arbeit des Parlaments und seiner Abgeordneten wertgeschätzt wird. Die EU ist kein Zirkus. In Brüssel wird viel Arbeit geleistet, die zu wenig beachtet wird. (Christoph Böhmdorfer, derStandard.at, 19.5.2009)
Die crossmediale Co-Produktion derStand.punkt ist zeitgleich auf Okto und
derStandard.at zu verfolgen sein. Meinungen und Kommentare, die während der
Sendung auf derStandard.at gepostet werden, sind live während der Sendung
eingeblendet.
>>> Der Teaser zur Sendung
Okto
Okto kann im Raum Wien über das analoge Kabelnetz der UPC (VHFIII/196,25 Mhz)
sowie in Wien, Teilen Niederösterreichs, Kärntens und der Steiermark über UPC
Digital-TV, Kanal 108 empfangen werden.