
Volkswirtschaften haben sich abhängig von nichterneuerbaren und sich deshalb rapid erschöpfenden Ressourcen gemacht.
Standard: Kommenden Montag sind Sie in Wien bei den "ERDgesprächen". Worüber werden Sie reden?
Scheer: Über die drei gegenwärtigen Weltkrisen. Es wäre fatal, wenn man die Finanzkrise jetzt angeht ohne Rücksicht darauf, dass wir es gleichzeitig mit der Ressourcenkrise und der Klimakrise zu tun haben, die ja auch wirtschaftliche Krisen sind. Also müssen die realwirtschaftlichen Antworten vorwiegend bei solchen Investitionen liegen, die helfen, die Ressourcenkrise und die Klimakrise zu überwinden. Es macht die Sache leichter, dass sowohl die Ressourcen- als auch die Klimakrise durch die selbe Maßnahme überwunden werden können, nämlich durch den Wechsel von nichterneuerbaren und gleichzeitig umwelt- und klimaschädlichen Ressourcen zu erneuerbaren Ressourcen.
Standard: US-Thinktanks nennen das "Green Recovery", oder?
Scheer: Wer das Konzept unter allen Regierungschefs am besten verstanden hat, ist der neue US-Präsident. Das zeigen seine Reden.
Standard: Mit Obama verknüpfen sich Hoffnungen auf einen Durchbruch bei der Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Teilen Sie die?
Scheer: Weltklimakonferenzen tragen drei Probleme mit sich herum: Erstens gehen sie von der falschen Prämisse aus, dass Initiativen zum Klimaschutz, egal welche, automatisch eine wirtschaftliche Belastung seien. Damit beginnt automatisch das Gefeilsche um die Lastenverteilung. Zweitens kann man sich aufgrund der Konsensbildung zwangsläufig immer nur auf einen Minimalkompromiss verständigen, der unter dem tatsächlich Gebotenen liegt. Mit der Verteilung von Emissionszertifikaten wird die Minimalverpflichtung zur Obergrenze und ein Motiv, nicht mehr zu tun. Ich bin der festen Überzeugung und kann auch belegen, dass der Emissionshandel unter allen Instrumenten das unproduktivste und teuerste ist. Jede ökologisch ausgerichtete Energiebesteuerung ist effektiver, weniger bürokratisch, gerechter. Drittens wecken Klimakonferenzen den Eindruck, als wäre das einzige Problem der Weltenergieversorgung die Kohlendioxidemission. Ist es nicht.
Standard: Weil Öl, Gas, Kohle und Uran zur Neige gehen.
Scheer: Genau. Politik ist für mich die Kunst des Zusammenhangs. Weltwirtschaft und Volkswirtschaften haben sich derartig abhängig von nichterneuerbaren und sich deshalb rapid erschöpfenden Ressourcen gemacht. Wie sich jetzt auch am massiv steigenden Ressourcenbedarf Indiens und Chinas zeigt, ist dies keine sektorale Frage, sondern berührt die Gesamtheit des Wirtschaftens. Darum ist der Wechsel zu erneuerbaren Energien für mich eine Schlüsselfrage des 21.Jahrhunderts.
Standard: Was hatten Sie eigentlich kürzlich bei einem Brüsseler Treffen der Biodiesellobby verloren? Ist diese Branche wegen des Landverbrauchs, der auch Nahrungsmittelanbau verdrängt, nicht zu Recht in der Kritik?
Scheer: Egal, ob Sie Energie-, Rohstoff- oder Nahrungsmittelpflanzen anbauen, können Sie dabei intelligentere und oft viel ökonomischere Wege gehen. Das beginnt mit der Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe und organischer Abfälle. Bei vielen Nahrungsfrüchten verbrauchen sie gerade mal fünf oder zehn Prozent der Pflanze. Im Rest steckt ein enormes energetisches Potenzial. Nach der Biokraftstofferzeugung können Sie anfallenden Reststoffe wieder in die Landwirtschaft zurückführen: als Düngemittel oder als Futtermittel. Zu solchen Produktionskreisläufen zu kommen ist ein wichtiges Ziel. Noch kaum genutzt werden Aquapflanzen. Nehmen Sie den Victoriasee, der durch einen Wildwuchs an Wasserhyazinthen gefährdet ist. Pro Hektar kriegen Sie bis zu vierhundert Tonnen Hyazinthen. Würde das energetisch verwertet, wäre das ein ökonomischer Segen. Länder wie Kenia könnten auf den Import von Erdöl verzichten, der sie in manchen Jahren mehr kostet als die Exporterträge der gesamten kenianischen Wirtschaft.
Standard: Wie wird die Geschichtsschreibung auf das späte 20. und frühe 21. Jahrhundert zurückschauen, als die Entwicklung erneuerbarer Energien mühsam voranging?
Scheer: Im 19. Jahrhundert war die Situation offener für technologische Neuerungen als heute. Der Stirling-Motor, der extrem energiesparend, aber nur dezentral einsetzbar ist, wurde in den 1820ern entwickelt und war praktisch 170 Jahre lang vergessen. Die erste Brennstoffzelle wurde in den 1840ern vorgestellt. Erst seit ungefähr zwanzig Jahren gibt es wieder Anstrengungen in der Brennstoffzellenentwicklung. Das hat mit einem Großteil der Energieexperten zu tun, die aus meiner Sicht mittlerweile selbst einen Teil des Problems darstellen.
Standard: Inwiefern?
Scheer: Weil sie die Versorgungsstrukturen, die im Zuschnitt auf die fossilen Energien und auf Atomenergie entstanden sind, für neutral gegenüber der Energiequelle halten und glauben, dass man nur innerhalb dieser Strukturen auf neue Energien umsteigen kann. Das geht aber nicht. Die Energiequelle bestimmt, wie sie erzeugt wird und zum Konsumenten kommt. Erneuerbare erfordern andere organisatorische, infrastrukturelle und technologische Voraussetzungen. Das ist der eigentliche Energiekonflikt, der ohne Strukturwandel nicht zu lösen ist. (Stefan Löffler, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 8.5.2009)
Zur Person:
Hermann Scheer (65) ist seit 1980 Abgeordneter des Deutschen Bundestags und seit 1993 im Bundesvorstand der SPD. Er ist Vorsitzender von Eurosolar und des Weltrats für Erneuerbare Energien sowie Autor zahlreicher Bücher über alternative Energien. Am 11. Mai ab 19 Uhr im Naturhistorischen Museum Wien nimmt Scheer an den "ERDgesprächen 09" teil.
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Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!Distanz zu dem Machenschaften des Herrn Scheer, nachstehend eine Auflistung seiner gegen Bezahlung, neben seinem Mandat, durchgeführten Tätigkeiten:
Allianz Deutschland AG, Altran Deutschland GmbH, Deiutsche Essent GmbH, ESRI Geoinfomatik. Grahm GmbH, Hapag Lloyd AG, Heizomat GmbH, IHK Emden, Iliotec Solar GmbH, METRO Group Asset Managment GmbH, Mitsubishi Motors Deutschland GmbH, Renergy AG, Robert Bosch Kolleg, SHK GmbH & Co, Solarstromer, Spakasse Ostholstein, Staufen Akademie GmbH, TU München Fakultät ERnährung, Landnutzung und Umwelt, VDI Verlag GmbH, Verein der Zuckerindustrie, Verlang Antja Kunstmann GmbH, VR Bank Mitttelhaardt, WeberHaus GmbH, ZImmerMeisterHaus. Das sind 24 Aktivitäten, wo der Herr Geld kassiert.
Wenn ein Mitglied des Bundestages derart mit bezahlten Jobs beschäftigt ist, ist er tendenziell korrupt, weil er seiner Hauptaufgabe nicht mehr nachkommen kann. Sage noch einer, dass eine so extreme Vermarktung der eigenen Person den Pflichten gemäß Amtseid noch nachkommen kann. Neben den bezahlten Jobs ist der Herr Scheer noch in folgenden Vereinen, Verbändenn und Stiftungen vertreten. Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, Institut für ZUkunfstudien und Technologiebewertung, Ludwig-Bölkow-Stiftung, Stiftung energiewerk, Stiftung NaturFreunde, Word Coucil for Renewable Energy.
Wer ist jetzt noch der Meinung ist, dass er sein Mandat "frei und unabhängig" ausführen kann?. Nein, er ist ein Lobbyist schlimmster Prägung.
Dass Herr Scheer b Verlag Kunstmann "bezahlt" wird, liegt in d Logik d Sache, weil er dort seine Bücher verlegt. Dass er f Vorträge Geld bekommt, ist unter Politikern allgemein d Fall. Im Unterschied zu anderen Politikern nutzt er seine Einnahmen aber, um seine zahlreichen v Parlament unabhängigen Reisen zu finanzieren. D Mitgliedschaft i d aufgezählten Umweltverbänden hat wiederum m Lobbyismus null zu tun, sondern mit klarer politischen Positionierung, d vielen Politikern heute fehlt. F d Tätigkeiten bezieht Hermann Scheer keinen Cent! Interessant ist d Sprunghaftigkeit Ihrer Argumente. Ist eines widerlegt, wird d nächste hervortgekramt. D nährt d Verdacht, d Sie eher selbst Lobbyist (D Energiewirtsch.?) sind. Praktisch so ein Nickname!
Woher wollen Sie denn Ihre passend gemachte Wahrheit haben?. Sie behaupten ungeniert etwas, was den Herrn Scheer entlastet. Und weil es gerade in Kram passt, unterstellen Sie mir Sprunghaftigkeit und verwechseln meine Kriik an dem abhgehalferten Pseudo-Politiker mit Lobbyismus. Ich bin nur ein jemand, der nicht jedem gleich alles glaubt und nach den Hintergründen sucht. Scheer ist nicht besser, als die SPD-MdB's die sich haben bezahlen lassen, von VW zum Beispiel. Die fanden auch so einfältige Begründungen, wie die, die Sie mir zumuten. Wenn das nicht Lobbyismus in eigener Sache ist und der penetrant ein System ausnutzt, dann bin ich gottgläubiger Mensch. Warum hat denn die SPD verhindert, dass Scheer keinen Listenplatz mehr bekommt?
Hermann Scheer ist bei der Spitze der SPD auch vor zwanzig Jahren von vielen nicht geliebt worden. (mit Ausnahmen wie Willi Brandt und Erhard Eppler) Dennoch wird er von Parteitag zu Parteitag von der Basis wieder in den Vorstand gewählt. Scheer war schon in den achtziger Jahren kein angepaßter Parteisoldat und hat wenn nötig der Parteilinie widersprochen. Mit seinem Engagement für erneuerbare Energien hat er auf eine vielversprechende Karriere als Außenpolitiker verzichtet und wurde als Spinner verlacht. Jetzt wo er erfolgreich ist, schreien Leute wie Sie: "Der macht das doch im Eigeninteresse." Tschuldigung, aber Sie sind ein Würschtel.
...auf den Wahrheitsgehalt, die Schlaumeieren für bare Münze nehmen, wenn sie nur von der eigenen Klientel in die Welt gesetzt werden. Warum wohl, ist der feine Herr Scheer bei allen politischen Talkshows zur personna non grate erklärt worden. Er ist beim deutschen Fernsehen sogar überhaupt nicht mehr zu sehen. Der Grund ist einfach: Scheer ist höchst unglaubwürdig, weil er penetrant und ohne Bereitschaft auch andere Meinungen zu akzeptieren, seine einseitigen Ansichten vertritt. Hören Sie mir mit Scheer auf, ich habe keine Lust mich über politische Leichen zu unterhalten. Sie dagegen benehmen sich wie ein tykpischer Nekromant.
ich werde mir (wie immer) lieber selbst mal ein bild machen, bevor ich ein urteil abgebe:
http://www.neongruen.net
...eigenen Sache und zum eigenen Vorteil von deutschen Medien überhaupt nicht mehr errwähnt. Er spielt sich auf als Opionleader auf und merkt dabei überhaupt nicht, dass er sich durch sein Verhalten längst desavouiert hat. Scheer ist eine Witznummer!
Sie verfahren nach der Methode; "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich". Ausserdem haben Sie eine fragwürdiges Diskussionsniveau. Auf die Sache gehen Sie nicht ein, sondern antworten mit einer polemischen Gegenfrage. Damit kommen Sie dem Verhalten des Herrn Scheer sehr nahe.
...der als Minister für eine nie vollzogenes Kabinett sich Ypsilanti angedient hat. Sozusagen als letzte Chance für einen politischen Toten. So wie Ypsilanti nicht als voll zu nehmen ist, gilt das auch uneingeschränkt für den Herrn Scheer, der nur noch als Egomane auffällig wird..
Er ist nicht nur ein Spinner, sondern einer mit einer pathalogischen Profilierungssucht.
Sie haben ein Problem damit, dass Scheer Andrea Ypsilanti unterstützt hat, ohne dass Sie sich auch nur ansatzweise m d Inhalten auseinander gesetzt hätten. Andrea Ypsilanti hat aus eigenem Entschluss Hermann Scheer in ihr Team geholt. D Umstand dass Scheer als Politiker noch in keinem Ministeramt gesessen ist, bedeutet nicht, dass er politisch bedeutungslos ist. Er wird weltweit als Kenner der ern. Energien geschätzt, hat politische Initiativen auf allen Kontinenten angestossen u ist zentraler Initiator der im Jänner gegründeten International Renewalbe Energy Agency (IRENA). Sein Bücher sind Bestseller in zahlreichen Übersetzungen. Er hat mehr bewirkt als Heerscharen von Ministern. Im Unterschied zu Ihnen kann er mit Sachargumenten punkten.
Ich habe Ihnen eine Reihe internationaler Erfolge von Hermann Scheer aufgezählt, dazu kommen zahlreiche Auszeichnungen, Einladungen zu Gesprächen und Konferenzen und entgegen Ihren Behauptungen wird er gerade in letzter Zeit häufig zu Interviews in deutschen Medien geladen, Filmemacher laden ihn zur Mitarbeit ein. Ihre Behauptung Scheer würde sich von monetären Interessen leiten lassen ist ohnehin an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Sein Einsatz für Erneuerbare Energien begann zu einer Zeit als alle ihn als Spinner verlacht haben, weil er dafür eine sichere außenpolitische Karriere geopfert hat. Jetzt schreien Leute wie Sie "Der macht das doch des Geldes wegen!". Kabarettreif!
Der in einer sich zurechtgelegten Scheinwelt lebt.
Scheer hat als Politiker längst überlebt. Was Sie noch zur Kenntnis nehmen, ist eine politische Leiche. Seine Liaison mit Ypsilanti war seine letzte Chance als Politiker noch zu reüssieren. Und er benutzt seine politische Auffassung, die jedoch keine ist, zum Geld verdienen. Warum wohl ist er in seiner eigenen Partei praktisch Luft? Weil er seine angebliche Überzeugung auf plumpe Art vermarktet. Er ist letztendlich bestechbar, weil ihm seine monetären Interessen die politischen Ambitionen überlagern.
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