UserInnen-Diskussion

Entsetzen über Österreichs Cern-Ausstieg

8. Mai 2009, 12:34

Heftige Kritik an Österreichs Rückzug aus Europäischer Organisation für Kernforschung: "Heute ist ein schwarzer Tag für die österreichische Forschung"

Wien/Genf - "Heute ist ein schwarzer Tag für die österreichische Forschung", sagt der Hochenergiephysiker Christian Fabjan. Der Grund: Das Wissenschaftsministerium hat überraschend beschlossen, dass Österreich mit Ende 2010 aus dem Cern aussteigt, der 1954 gegründeten Europäischen Organisation für Kernforschung. 

Wissenschaftsminister Johannes Hahn begründet diesen Schritt vor allem mit Budgetknappheit: Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 20 Millionen Euro pro Jahr für die Beteiligung seien 70 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel für internationale Mitgliedschaften. Sie sollen in Zukunft in Beteiligungen zahlreicher neuer Projekte auf europäischer Ebene gesteckt werden.

Geringe Sichtbarkeit

Es gehe darum, "das Forschungsprofil zu schärfen", so Johannes Hahn. Die Sichtbarkeit kleiner Staaten bzw. einzelner Wissenschafter bei den riesigen Cern-Experimenten mit rund 2000 Akteuren sei aber "eher gering". Zudem gebe es für die seit 1959, also genau 50 Jahre bestehende, Cern-Mitgliedschaft Österreichs hierzulande "nur einen Brückenkopf", das Institut für Hochenergiephysik (Hephy) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien.

Die Wissenschafter sind von der Entscheidung überrumpelt worden und entsprechend aufgebracht. "Für mich ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar", sagt Felicitas Pauss, aus Österreich stammende ETH-Professorin für Teilchenphysik, die im Vorjahr vom Wissenschaftsminister bei ihrer Kandidatur für die Cern-Leitung unterstützt worden war.

Die international renommierte Physikerin ist seit Jänner 2009 als Koordinatorin für externe Beziehungen tätig. Sie wäre damit nach dem Cern-Generaldirektor bei Problemen von Mitgliedsländern die zweite Ansprechperson. Mit ihr habe aber noch niemand aus Wien Kontakt aufgenommen, um etwaige Probleme bei den Beitragszahlungen zu besprechen.

Für Christian Fabjan, Leiter des Hephy und langjähriger Mitarbeiter am Cern, ist völlig unverständlich, dass man nun kurz vor dem Start der weltgrößten Forschungsmaschine, dem LHC (Large Hadron Collider), den Austritt anstrebe. "Damit fallen wir hinter Albanien zurück. Denn die bemühen sich um einen Beitritt", ergänzt Wolfgang Lucha vom Hephy. Seine Sorge: "Dadurch werden wir beim Teilchenbeschleuniger LHC vielleicht Mitarbeiter zweiter Klasse. Freie Mitarbeiter."

Im Wissenschaftsministerium verweist man auf die Budgetsituation. "Wir können nicht mehr ausgeben als wir haben", sagt Daniel Weselka, Leiter der Abteilung für Naturwissenschaften. Es sei wichtig, andere internationale Partnerschaften nicht durch die eine am Cern zu gefährden.
Felicitas Pauss wiederum sieht nicht nur die heimische Teilchenphysik gefährdet. "Es würde der internationalen Reputation Österreichs in der Wissenschaftswelt insgesamt sehr schaden, wenn Österreich aus dem Cern austritt."

Schäden für die Wirtschaft

Neben der heimischen Wissenschaft wäre aber auch die Wirtschaft betroffen: Michael Scherz, Leiter des Büros für Internationale Technologiekooperation der Außenwirtschaft Österreich, schätzt, dass 30 bis 35 Kooperationen zwischen heimischen Unternehmen und dem Cern eingegangen wurden - dazu zählen Medaustron (ein Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum in Wiener Neustadt) genauso wie das Versicherungsunternehmen Uniqa, wo alle Mitarbeiter am Genfer Zentrum krankenversichert wurden. "Natürlich habe ich keine Freude mit dieser Entscheidung, man muss aber auch sehen, dass wir in Zeiten der leeren Kassen leben", sagte Scherz.

Im Herbst wollte man mit interessierten Firmen nach Genf fahren. Ob das nun Sinn macht, steht wohl in den Sternen. Bei Medaustron hofft man natürlich, dass die Kooperation durch den Austritt nicht gefährdet ist. Martin Schima, Geschäftsführer der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (EBG) Medaustron, zeigt sich jedenfalls kämpferisch: "Wir werden alles tun, damit die Zusammenarbeit fortgeführt werden kann." (Peter Illetschko, Klaus Taschwer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Mai 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2419
helm over
00
16.5.2009, 21:09
Musikprofessor

Lieber Hahn, bitte höre auf deinen auf Kernphysik spezialisierten Musiker und bleibe standhaft !!!Die 20 Mille sind in der Erforschung der Werke Lanners besser angelegt. ...Tritt einfach ab.

nominate Wilson
 
20
17.5.2009, 18:39
Saskia Fabian
 
11
15.5.2009, 08:00
lieber standard vergiß nicht:

es herrscht auch genugtuung.

Tante Luise schneid die Tortn an
 
00
14.5.2009, 18:56
Alle werden´s das Gottesteilchen schauen ...

... nur wir Österreicher nicht!

oder

... die einzigen, die das schwarze Loch wieder ausspucken wird, werden wir sein ...

Snieff ... ;-(

Fritz234
01
14.5.2009, 12:00

Auf mein E-Mail vom Freitag hab ich heute eine Antwort bekommen.
Es war ein 11MB-2Seiten-Pdf....
Inhalt war das übliche NLP Politikergeschwafel, auch auf die "nationalen Profilbildung" und "Exzellenz" wurde nicht vergessen zu Erwähnen.

Man kann nur hoffen dass der Hahn im Parlament einen auf den Deckel bekommt.

siliconvalley
00
14.5.2009, 23:31

11 MB fuer 2 Seiten? Da sollte das Dokument schon inhaltsschwer sein ;-)
Allerdings, wenn's aus einem Ministerium kommt, naja.

NewAtair
00
14.5.2009, 12:55

11MB für 2 Steiten? Da ist ja jedes Winword-Dokument kleiner.

Gerhard Ingolf
00
15.5.2009, 07:42

Frage an Euch:
Ich hab gerade nachgeschaut. Mein Posteingang zeigt für das Antwortschreiben 20MB an? Was hat's da? Sind da irgendwelche Viren drinnen?

Oz 1980
00
15.5.2009, 13:45
Vielleicht

der Bundestrojaner ;)

NewAtair
01
15.5.2009, 10:01

Wahrscheinlich ist im PDF die heiße Luft und die Unfähigkeit vom Hahn drinnen.

Werner Lischka
06
13.5.2009, 16:42
dieser wissenschaftsminister ...

... ist eine beleidigung für den begriff wissenschaft.
leider ist in meiner heimat eine immer deutlicher werdende rückständigkeit zu bemerken. der wille, initiative zu ergreiffen und zu forschen ist seit auerbach tot.
österreich ist nett zum erholen, man kann bequem seinen hobbies frönen - für erfolgreiche arbeit und zukunftsträchtige entwicklungen kann man dieses land vergessen - leider.
dieses land hat eine regierung, deren durchschnittlicher iq so niedrig ist, dass hilfsschüler besser sind - und es verdient diese regierung.
auf wiedersehen zukunft - österreich kannst du ignorieren.

Wyle E. Koyote
02
13.5.2009, 15:17
was kommt als nächstes?

diese ketzerischen naturwissenschaften brauch ma net in der schule wird ab sofort in physik "intelligent falling" unterrichtet. die dinge fallen nach unten weil es GOTT so will.

Ms. Roadrunner
00
14.5.2009, 06:56

Man sollte Schulbildung sowieso auf Lesen, Schreiben und rudimentäres Rechnen limitieren. Wer braucht denn das ganze andere Zeug? Nur Flausen in den Kopf kriegen die Kinder.

Wyle E. Koyote
00
15.5.2009, 17:32
ich krieg dich ;)

..............................irgendwann

Ms. Roadrunner
00
15.5.2009, 19:54

Glaubst du....meep meep!.....

http://www.youtube.com/watch?v=K... re=related

Aber wir weichen hier vom Thema ab...

Ne Vim
00
14.5.2009, 14:20

Stricken und kochen nicht vergessen für die Mädchen ...

Akai Wu
00
15.5.2009, 11:42

mehr Religionsunterricht!!!

Ich B. Sisyphos
 
00
15.5.2009, 20:35

Mit genügend Religionsunterricht hätten wir dieses CERN-Problem heute gar nicht erst.

Ms. Roadrunner
00
15.5.2009, 19:55

Aber bitte nur katholischen.

her wig
61
13.5.2009, 09:08

Totes Pferd. Immer esoterischere Ergebnisse zu immer höheren Kosten.

HisSickness
04
13.5.2009, 15:44

is net alles esoterisch was sie net verstehn..

her wig
20
13.5.2009, 18:24

Stimmt, vom Kaffesud lesen verstehe ich nichts. Obwohl, vom Bier brauen verstehe ich auch nichts. Ihre Theorie ist also falsch.

Die Esoterik liegt aber sowieso nie in den Dingen sondern darin wie man sie benutzt. Z.B. um den Leuten Geld herauszulocken indem man ihnen erzählt was sie hören wollen, auf eine Weise die ihre Skepsis so weit verwirrt dass sie es glauben können.

Ich meine damit natürlich das Kaffeesud lesen. Ähnlichkeiten mit wissenschaftlichen Experimenten am CERN sind völlig zufällig und nicht beabsichtigt. Wir verstehen uns.

Mucosaprolaps
00
15.5.2009, 12:30

Anders gesagt: Was du nicht verstehen kannst oder willst, ist für dich Humbug.
Bitte informier dich über das Cern und den aktuellen Stand der Teilchenforschung, bevor du solchen Unsinn schreibst.

RobertHarm
12
12.5.2009, 23:02
Bitte mitmachen - Online-Demo gestartet

Die Entscheidung, die CERN-Mitgliedschaft aus finanziellen Gründen zu kündigen, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, v.a. weil es sich im Vergleich zu anderen Budgetposten um eine lächerliche Summe handelt. Deshalb habe ich eine Online-Demo gestartet und hoffe auf eure aktive Mithilfe:

http://bitly.com/X0Zib

Im dortigen Wiki gibts Grafiken zum Einbauen in Weblogs, Websites, Wikis... die auf http://sos.teilchen.at/petition verlinken.

Falls du ein Webmaster bist, bitte auf deinen Websites einbauen, falls nicht, bitte drüber twittern, bloggen, posten etc, damit die Petition möglichst viele Unterstützer erhält.

Danke
Robert

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