Absolutes Gehör: Kein genetischer Glücksfall, sondern sprachabhängig

10. Mai 2009, 17:09

Kalifornische Forscher führten Studie durch: Muttersprachen wie Mandarin oder Vietnamesisch fördern das musikalische Gehör ungemein

San Diego - Etwa einer von 10.000 europäischstämmigen Menschen verfügt über das "absolute Gehör", also die Fähigkeit einen beliebigen Ton exakt zu identifizieren. Dass dies keine angeborene oder zufällige Gabe sein dürfte, zeigt bereits der Umstand, dass die Quote unter blinden Menschen, aber auch unter solchen, die schon vor dem fünften Jahr eine intensive musikalische Erziehung genossen haben, etwas höher ist.

Eher dürfte es sich überwiegend um eine erlernte Fähigkeit handeln - und die Muttersprache kann dabei eine entscheidende Rolle spielen, wie der "New Scientist" berichtet. Die Psychologin Diana Deutsch von der University of California in San Diego befasst sich mit dem Phänomen, dass Menschen mit einer tonalen Muttersprache - etwa Hochchinesisch bzw. Mandarin, Kantonesisch oder Vietnamesisch - diesbezüglich einen Vorteil zu haben scheinen. "Meiner Erfahrung nach betrachten Musiker in China absolutes Gehör nicht als etwas Bemerkenswertes, weil es so verbreitet ist", so Deutsch. In tonalen Sprachen kann eine Änderung der Tonhöhe oder des Tonverlaufs eine Bedeutungsveränderung anzeigen - was in indoeuropäischen Sprachen nur in vergleichsweise rudimentärer Form der Fall ist, zum Beispiel im Schwedischen.

Mit einem Experiment ging Deutsch an die Klärung, ob es sich wirlich um einen sprachbasierten Effekt handelt, oder ob ethnische und damit genetische Faktoren die entscheidende Rolle spielen. Dafür testete sie mit ihrem Team 203 Musikstudenten - einige davon chinesischer oder vietnamesischer Herkunft, die die Sprache ihrer Eltern unterschiedlich gut beherrschten. Es galt, alle 36 Noten aus drei Oktaven, die in Zufallsanordnung vorgespielt wurden, zu identifizieren. Und das Ergebnis war eindeutig: Asiatische Studenten, die ihre Muttersprache nicht flüssig beherrschten, schnitten nicht besser ab als europäischstämmige - während diejenigen, die ihre Muttersprache perfekt beherrschten, eine Trefferquote von etwa 90 Prozent erzielten. (red)

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ma stelle sich nur eine rubrik "thema alkohol" vor

in der die forenteilnehmer stolz herausposauenen, wie oft und gerne sie sich zuschütten und wie gut ihnen ein vollrausch tut...

wissenschaftliche methoden?

"die quote bei blinden menschen ist höher --> es ist erlernt"

kann es nicht aus sein, dass die blindheit erblich ist, und sich jene blinden in der evolution durchgesetzt haben, die ein überdurchschnittliches gutes gehör haben?

die quote bei früh musikalisch erzogenen ist höher --> es ist erlernt"

werden nicht eher jene kinder musikalisch früh gefördert, bei denen man talent (= angeborene fähigkeit) entdeckt, während musikalisch untalentierte sich woanders versuchen.

chinesen könnens, europäer nicht.
wo gibt es im genetischen material mehr gemeinsamkeiten: zwische einem europäer und einem chinesen oder zwischen zwei chinesen.

seltsamer "wissenschaftlicher" artikel

hää...

es muss nciht sein dass sich zwei chinesen/chinesinnen ähnlicher sind als zwei europäerInnen (genetishc betrachtet) kann ein österreicher einer schwarzen ähnlicher sein als einer österreicherin....
wie auch immer....

hier hängts mitd er sprache zusammen udn das scheint wohl auch logisch (haben sie noch nie chinesisch gehört??)

Hihi. "Asiatische Studenten, die ihre Muttersprache nicht beherrschten" - klingt witzig, wenn man es stur so verstehen will, wie es dasteht.

ist eine nicht ganz richtige formulierung.

Jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit von jemand formuliert, der mit der Nichtbeherrschung seiner Muttersprache bestens vertraut ist.

Irgendwie seltsam, dass Mozart, Bach, Beethoven, Verdi, Chopin, ............ alles keine Mandarin Sprechenden waren.

Und jetzt prügelt mich :-)

Aua...

wenn jemand texte nicht versteht, wird er nicht gleich gepruegelt. keine angst.

Obwohl mir es im Prinzip eigentlich widerstrebt, ist das Einbläuen von Lesekompetenz im Hinblick auf mögliche wohltätige Effekte doch ein faszinierender Gedanke, der nicht so leicht von der Hand zu weisen ist. Eine auf bizarre Weise grausame Variante davon hat sich einst Kafka ausgedacht - aber soweit in Richtung quälerischer Raffinesse sollte man schon deshalb nicht gehen, weil die letale Folge den Effekt wieder neutralisert. Einfache, hausbackene Prügel sollten ausreichen.

Warum?

"Dass dies keine angeborene oder zufällige Gabe sein dürfte, zeigt bereits der Umstand, dass die Quote unter blinden Menschen, aber auch unter solchen, die schon vor dem fünften Jahr eine intensive musikalische Erziehung genossen haben, etwas höher ist."

Noch Fragen?

Es ist genau umgekehrt!

Das absolute Gehör wird nicht erlernt, sondern - durch eine schwierige Sprache oder durch Musikerziehung - NICHT VERLERNT.

Im Prinzip haben alle Babys ein absolutes Gehör - oder zumindest etwas, was dem sehr nahe kommt.
Das ist auch notwendig, schließlich muss jedes Baby in der Lage sein jede beliebige Sprache zu erlernen.

Ist aber die Sprache erst mal erlernt, dann verliert der Mensch mit der Zeit dieses perfekte Gehör. Es ist nicht mehr notwendig!
Das ist auch der Grund, warum die meisten Menschen eine Fremdsprache akzentfrei nur ungefähr bis zur Pubertät erlernen können. Danach ist man einfach nicht mehr in der Lage die Feinheiten einer fremden Sprache genau zu hören - und damit zu sprechen.

absolutes Gehör

und Sprachtalent sind zwei völlig verschiedene Dinge. ES wäre mir neu, daß jemand mit absolutem Gehör jede Sprache akzentfrei lernen könne. Ebenso umgekehrt, daß jemand, der auch nach er Pubertät nohc eine fremde Sprache ohne Akzent aussprechen kann gleich ein absolutes Gehör hätte.

Absolutes Gehör bezieht sich NUR auf die Tonhöhe, bzw die exakte Bestimmung derselben.

ich habe selbst in meinem freundeskreis beobachtet

dass die leute, die musikalisch sind, also töne leicht einordnen und wiedergeben können, auch ein sprachliches talent haben. sprache ist eine tonfolge und keine grammatische konstruktion und der schlüsel dazu ist das gehör. um zeichnen zu lernen, muss man sehen lernen, mit tönen verhält es sich nicht anders...

nocheinmal

Tonhöhe und Phoneme. Ich kenne sehr musikalische Leute, die sprachlich ned besonders geschickt sind (was beim Singen in anderen Sprachen durchaus Schwierigkeiten verursacht).

Ich habe nicht gesagt, dass jeder mit absolutem Gehör eine Sprache akzentfrei lernen kann.
Ich habe gesagt, dass jedes Baby das kann und eine Voraussetzung dafür ist ein absolutes Gehör (oder etwas "was dem sehr nahe kommt.")
Mag durchaus sein, dass es noch andere Voraussetzungen gibt.

Sprachtalent ist was anderes. Es hat damit zu tun, die Grammatik einer fremden Sprache zu begreifen, ein "Gefühl" für die Sprache zu haben, etc.

Scharzenegger kann Englisch, macht kaum Grammatikfehler - und wird trotzdem seinen Akzent nie los werden.
Und das liegt nicht an seiner Zunge, sondern an seinen Ohren!

Inzwischen habe ich auch einen Beleg für mein Posting gefunden: http://science.orf.at/science/news/6341

wie sollte man testen, ob babys absolut hören? sie können ja wohl schlecht sagen, welche note sie gerade hören, weil sie ja das notensystem noch nicht gelernt haben. mit besonders musikalisch hat übrigens ein absolutes gehör nichts zu tun! es ist wirklich nur die fähigkeit einen tonhöhe ohne referenz zu erkennen!!

Damit S'

auch was zu lesen haben...http://de.wikipedia.org/wiki/Abso... Geh%C3%B6r

Ihre Schlußfolgerung ist falsch. Akzentfrei hat nichts mit dem absoluten Gehör zu tun.

Sie koppeln

absolutes Gehör mit Sprachtalent. Da ist unzulässig. Noch einmal, absolutes Gehör erlaubt die TONHÖHE genau zu bestimmen. Es hilft NICHT, zwischen Phonemen zu unterscheiden. zB einem stimmlosen oder stimmhaften s oder sch oder ein ti-eitsch zu hören.

Da Sie anscheinend nicht willens sind, den Artikel auf den ich verlinkt habe zu lesen und trotzdem antworten, hier die Kurzfassung:

"Nach Meinung von Psychologen an der University of Wisconsin-Madison ist das absolute Gehör ... dafür verantwortlich, dass Babys sprechen lernen können ..."

"Die Fähigkeit, einen Ton genau zu erkennen, helfe Babys beim Sprechen lernen ..."

Sie wiederholen Unterstellungen, die ich bereits zurück gewiesen haben (dass ich Gehör und Sprachtalent nicht unterscheiden würde).
Das lässt auf Argumentationsnotstand schließen und da ich keine Lust habe mit tagelang mit jemandem zu streiten, der nicht fähig ist einen Irrtum einzugestehen, beende ich die Diskussion.

noch einmal: eine tonhöhe nachzusingen, oder nachzusprechen, hat nichts mit einem absoluten gehör zu tun!!!!

Sie irren :-)

ich habe die Artikel gelesen. Ihre Untergriffe zurückzuschieben erspare ich mir allerdings.

Interessanter Schlagabtausch mit deutlich ausgeprägter "Nein!-Doch!"-Struktur.

Geh, Bledsinn! Wissen Sie überhaupt, worum es geht?

Habe gerade in der Wikipedia nachgesehen: "Bledsinn" gilt lt. internationaler Übereinkunft der Standard Association for Posting Conventions (SAPC) nicht als Argument.

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