Gesundheit & Arbeit

Lange Arbeitszeiten machen krank

6. Mai 2009, 10:29
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    foto: apa/dpa/roland weihrauch

    Schlafstörungen führen die Liste der Beschwerden an, die eindeutig auf die Länge der Arbeitszeit zurückgeführt werden können

Besonders häufig treten Schlafstörungen und Rückenschmerzen auf

Oldenburg - Je länger die Arbeitswoche dauert, desto größer ist das Risiko für gesundheitliche Beschwerden. Das berichten Wissenschaftler der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Sie überprüften zwei deutsche und zwei europaweite Studien mit insgesamt  50.000 Befragten im Hinblick auf Daten zur Arbeitszeit, zur wahrgenommenen Belastung am Arbeitsplatz und zur gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Mehr Beschwerden bei längerer Arbeitszeit

Bei den Daten wurde ein direkter Zusammenhang zwischen den geleisteten Arbeitsstunden und Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden sichtbar. Je länger die wöchentliche Arbeitszeit, desto eher traten die Beschwerden auf. "Die Diskussion um die Arbeitszeitverlängerung muss deren gesundheitliche und soziale Effekte unbedingt berücksichtigen, da diese wiederum wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen", so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

Schlafstörungen, Rückenschmerz und Herzprobleme

Schlafstörungen führen die Liste der Beschwerden an, die eindeutig auf die Länge der Arbeitszeit zurückgeführt werden können. Beträgt der Anteil der Befragten, die bei einer halben Anstellung oder weniger schlecht schlafen, nur etwa zehn Prozent, verdoppelt er sich bei Arbeiten im Vollzeitbereich. Unter Menschen mit deutlich überlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Wochenstunden ist sogar jeder Vierte von Schlafbeschwerden betroffen. Ähnliche Relationen zeigen sich beim Rückenschmerz und bei Herzproblemen sowie bei Magenbeschwerden, Verletzungen, Muskelschmerzen und psychovegetativen Beeinträchtigungen wie hohe Angespanntheit, Nervosität, Stress und Erschöpfung. Ausnahmen bilden Beschwerden wie Husten, Erkältung oder Allergien, die erwartungsgemäß wenig von der Arbeitsdauer abhängen.

Gesundheitsschädigende Flexibilität

Als weitere Faktoren, die zu häufigeren Beschwerden führen können, nennt die Studie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, schlechte Planbarkeit oder Arbeit an Abenden oder am Wochenende. "Nachdem die wöchentliche Arbeitszeit bis 2004 zurückging, ist nun wieder ein leichter Anstieg zu bemerken", berichtet Studienautorin Anna Wirtz. Die heute zum Schlagwort gewordene Flexibilität am Arbeitsplatz brauche bestimmte Voraussetzungen, um langfristig keine gesundheitliche Gefahr darzustellen. "Beeinträchtigungen sind besonders dann möglich, wenn der Arbeitgeber die Arbeitszeit sehr kurzfristig einfordert und somit im Voraus kaum Planung ermöglicht. Kann der Arbeitnehmer hingegen bis zu einem gewissen Grad selbst gestalten und arbeitet er oder sie in einer bestimmten Regelmäßigkeit, werden dadurch gesundheitliche Risiken eingegrenzt", so die Psychologin. (pte)

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16 Postings
2227
 
00
20.5.2009, 19:01
was für eine weltbewegende erkenntnis

Nachtdenker
00
Wenn ich nichts zu tun habe, poste ich - werde aber ohne etwas zu tun sofort ungenießbar.

Ich weiß, ist privat, doch wird ein Beamter deswegen in der Pause bezahlt, damit er nicht erkranke?

So hat er das Gefühl immer zu arbeiten.

Arbeit ist Definition im Kopf - wie bei höchster körperlicher Arbeit, Sex, nachweisbar ist.

Liam N.
00
machen sie auch rythmische Bewegungen wenn sie am Computer sitzen?

*g* sorry...

Der Ätzer
00
11.5.2009, 10:00
Ist er Beamter?

Läßt der rytmisch mit Schnarchtönen den Brustkorb heben und senken?

roterbruder
00

so, und damit ich nicht krank werd, geh ich jetzt heim.
servus

Mann40
01

"Lange Arbeitszeiten machen krank"

nein, wirklich?

Ich bin jetzt aber so etwas von erstaunt.

Ian McTire
04
Wasser predigen und Wein trinken...

Und dann steht man im Spital einem Turnusarzt gegenüber der 24h (und mehr) Dienst hat. Sehr gut.
Aber natürlich fordert die Ärztekammer hier keine Änderungen - geht ja um die Pfründe der eigenen Klientel. Und ohne die exorbitanten Überstunden und Nachtzulagen sähe das Gehalt eines Turnusarztes jämmerlich aus.

Alex Blüml
20

Vollstes Mitleid mit einem Menschen der eine fixe Arbeit und Aussichten auf ein überdurchschnittliches Gehalt nach seiner Turnuszeit hat.

infra-red
00
17.5.2009, 10:57

Einen fixen Arbeitsplatz hat man nach dem Turnus nicht, ganz im Gegenteil. Die Stellensuche geht dann erst richtig los.
Das überdurchschnittliche Gehalt ist auch nur dann korrekt, wenn man die Arbeitszeit dazu nicht sieht.
Wenn Sie seriöserweise das Grundgehalt (also für die normale 40h-Woche) vergleichen, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

Naschgul
01
12.5.2009, 12:39

Wie so vieles hat auch diese Medaille zwei Seiten; seh ich beim Bruder meines Lebensgefährten. Der verdient zwar eine Menge Kohle, hackelt dafür aber 80-90 Stunden pro Woche. Frau hat ihn verlassen, Familie ist zerbrochen, vor lauter Stress fallen ihm die Haare aus. Ich würd nie im Leben mit ihm tauschen wollen. Nicht für alles Geld der Welt.

Æsj
01
...

warst auch schon lange nicht mehr zu gast in der realitæt, hm? und dass man dafür, dass man mindestens 5 jahre studiert hat (ergo auch 5 jahre am/unterm existenzminumum gelebt hat), sollte einem schon einen fixen arbeitsplatz bescheren - was leider auch nicht mehr die regel ist. hættest ja selber studieren gehen kønnen, wenn nachher alles so super is.

presonic
00

völlig richtig. und wohin fließt das geld? in überteuerte medikamente, die keine bessere wirkung haben als billigere.

seppl absmui
04
so ist es!

her mit den anständigen grundgehältern und der 40-wochen-stunde!
sollten sie - sir mctire - annehmen daß diese arbeitszeiten spaß machen, so irren sie gewaltig. schlafstörungen sind ein hilfsausdruck für diesen permanenten jet-lag bei rezidivierenden 30-stunden-diensten ohne ausgleichs-/erholungstage (wie in der pflege üblich)!

her wig
01

Wenn die Krankenversicherung auf die Idee käme, Beiträge selektiv einzuheben, so wie das jede private Versicherung auch tut, würden sich Überstunden weniger rechnen. Das wäre eine vernünftige Steuermethode.

Jonny vom Regenbogen
42
Viel Freizeit macht noch mehr krank.

Erwin Wolfram
10

Zeit endlich neue Kundengruppen zu erschliessen. "Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit, dass wir neue Kundengruppen erschliessen!", denn obzwar Arbeitslose viel kränker als unsere Politiker, die allesamt mehr als 80h (!) arbeiten, sind, können diese für unsere erlesenen Leistungen nicht mehr bezahlen. Daher ist es vital für uns, daß wir die Arbeit neu gestalten, dabei vergessen wir auf alle Arbeitnehmer, die weniger als 1200 EUR verdienen, weil dafür haben wir uns keine Vorschriften ausgedacht, ausser daß diese die Gesamtschuld an der "unsicheren Situation" tragen.

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