Schulterschluss im Weißen Haus

7. Mai 2009, 00:16
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    foto: ap /gerald herbert

    Obama mit Afghanistans Präsident Hamid Karzai

Obama trifft Amtskollegen Zardari und Karzai - Bis zu hundert Tote nach US-Angriff in Afghanistan befüchtet - mit Video

Barack Obama stellt sich demonstrativ hinter die Präsidenten Afghanistans und Pakistans, die durch die Offensive der Taliban zusehends unter Druck geraten. Washington kündigt Untersuchung des Bombardements in der westafghanischen Provinz Farah an

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Krisendiplomatie im Weißen Haus: US-Präsident Barack Obama traf sich gestern mit seinen Amtskollegen aus Pakistan und Afghanistan, Asif Ali Zardari und Hamid Karzai. Überschattet wurden die Gespräche von amerikanischen Luftangriffen in der Provinz Farah im Westen Afghanistans, bei denen nach vorläufigen Schätzungen mehr als einhundert Zivilisten ums Leben kamen.

Während Obama im Oval Office mit den beiden Sorgenkindern aus der Spannungsregion konferierte, versprach seine Außenministerin Hillary Clinton, genau untersuchen zu lassen, wie es zu dem Blutvergießen kommen konnte. „Wir kennen nicht alle Umstände und Ursachen. Aber jeder Verlust unschuldigen Lebens ist schmerzlich", sagte Clinton. Sie bedauere „zutiefst, zutiefst", dass es solche Verluste gab. Später, als der amerikanische Staatschef vor die Presse trat, ging er mit keinem Wort auf das Bombardement ein. Stattdessen zollte Obama seinen Gesprächspartnern, die steif und stumm neben ihm standen, vorsichtiges Lob.

Sowohl Zardari als auch Karzai hätten begriffen, „wie ernst die Gefahr ist, mit der wir es zu tun haben", sagte er unter Anspielung auf die Offensive der Taliban. Der Weg nach vorn werde schwierig, es werde neue Gewalt und Rückschläge geben. „Aber lassen Sie mich eines klarstellen: Die USA haben sich nicht nur dazu verpflichtet, Al-Qaida zu besiegen, sondern auch dazu, die demokratisch gewählten Regierungen Afghanistans und Pakistans zu unterstützen." Amerika werde seine Wirtschaftshilfe ausbauen. Es werde den Menschen der Region zeigen, dass es nicht nur gegen den Terrorismus stehe, sondern auch „auf der Seite ihrer Hoffnungen und Sehnsüchte". Es ist ein Fingerzeig: Während manche in Washington bereits fordern, Zardari und Karzai fallen zu lassen, gedenkt Obama ihnen beizustehen, zumindest fürs Erste.

Sorge um Pakistans Atomwaffen

Für Alarmstimmung sorgen indes offene Fragen nach der Sicherheit des atomaren Arsenals Pakistans. Das Worst-case-Szenario geht ungefähr so. Milizen der Taliban rücken auf Islamabad vor, sie stürzen die schwache Regierung Zardaris, und damit fällt ihnen auch der Nuklearcode der südasiatischen Regionalmacht in die Hände. Insgeheim baut das Pentagon bereits vor, um den Alptraum abzuwenden: Atombomben, zu denen Freunde des Terrornetzwerks Al-Qaida Zugang haben. Glaubt man dem „Boston Globe", wird mit pakistanischen Generälen verhandelt, um Notfallpläne zu skizzieren.

Falls Glaubensfanatiker die Macht in Islamabad an sich reißen, sollen hoch angereichertes Uran und womöglich auch Sprengköpfe in die Vereinigten Staaten ausgelagert werden. Wie ausgereift die Überlegungen sind, kann kein Außenstehender sagen. Offiziell werden sie nicht bestätigt. Die Nuklearstreitmacht Pakistans, heißt es nur, sei mitnichten gefährdet. Bewacht werde sie von einer zehntausend Mann starken, verlässlichen Spezialeinheit, zur Panik bestehe also kein Grund. Zudem geben Kenner der Region zu bedenken, dass Islamabad sein Allerheiligstes, seine im Wettlauf mit dem Rivalen Indien entwickelten Atombomben, niemals von fremden Mächten kontrollieren lässt, auch nicht von den USA.

Aber allein die Tatsache, dass solche Krisenszenarien kursieren, zeigt, wie nervös man in Washington ist. Obama will den wackelnden Partner Zardari drängen, den vormarschierenden Islamisten energischer Paroli zu bieten. Die Armee des schwierigen Alliierten soll ihre Offensive ausweiten, um die zerklüftete, von stolzen Stämmen beherrschte Bergwelt entlang der afghanischen Grenze in den Griff zu bekommen - ein extrem schwieriges Unterfängen¬. In dem wilden Landstrich liegen die Hochburgen der Taliban, dort hält sich vermutlich Osama Bin Laden versteckt. Obama wiederum hat eine Taktik George W. Bushs übernommen und lässt unbemannte Drohnen Attacken gegen Schlupfwinkel der Fanatiker fliegen. Da es fast immer auch Zivilisten trifft, verstärkt es nur den Zorn auf die Amerikaner. Schon deshalb übt das Weiße Haus enormen Druck auf das Militär Pakistans aus. Es soll endlich aktiver werden.

Vom eigenen Kongress verlangt es grünes Licht für zusätzliche 400 Millionen Dollar, um die Ausbildung pakistanischer Elitesoldaten zu finanzieren. Amerikanische Berater sollen ihnen beibringen, wie man Rebellen besiegt. Die Idee stammt vom Irak-General David Petraeus, einem Spezialisten für Aufstandsbekämpfung, der inzwischen für den gesamten Krisenbogen von Nahost bis Indien zuständig ist. Obama selbst hatte Zardaris ziviles Kabinett erst vor kurzem als „sehr brüchig" bezeichnet. Dramatischer formulierte es der Abgeordnete Gary Ackerman, ein demokratischer Parteifreund. „Pakistans Hosen stehen in Flammen." (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 7.5.2009)

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manfred maier
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11.5.2009, 18:03
"...Aber jeder Verlust unschuldigen Lebens ist schmerzlich"...wenn diese standardfloskel....

...nach verübten us massakern auch nur die allergeringste bedeutung hätte, wären bereits generationen von us politikern an ihren angeblichen schmerzen gestorben.
über 16 millionen totwe us opfer, heerscharen von verstümmelten, gefolterten udn vertriebenen...und die dame plappert von "schmerz".
eher eine verhöhnugn der opfer des enthemmten möchtegernreichs.

peter schmidt
 
21
offenbar gehen die meisten poster hier von 2 grundprämissen aus

1. die angst der usa vor dem terrorismus sei nur ein vorwand um afghanistan zu besetzten. dem kann man doch entgegenhalten das nunmal die verbindung zu al-kaida eine sehr deutliche war. es wurde ja auch der größte militärische gegner der taliban nur ein paar tage vor 11.9.2001 getötet.

umgekehrt glaubt jemand die usa sind in diesem teuren und unpopulären krieg weil dort sooooo viel zu holen ist. afghanistan hat ja nichts kein öl, keine wohlhabende bevölkerung eigentlich nichts. und das argument mit der einen pipeline kann man sich auch schon sparen das wäre die teuerste der welt so was kann sich die usa mit einem 100stel der kosten woanders holen.

gloria77
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„Der Zwang gutes zu tun ist ein angeborener amerikanischer Wesenszug. Nur Nordamerikaner scheinen zu glauben, dass sie immer jemand bestimmen dürfen mit dem sie ihre Wohltat teilen müssen. Letztendlich führt diese Einstellung zur Bombardierung von Leuten, damit sie die Geschenke annehmen.“

p c2
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„Aber lassen Sie mich eines klarstellen: Die USA haben sich nicht nur dazu verpflichtet, Al-Qaida zu besiegen, sondern auch dazu, die demokratisch gewählten Regierungen Afghanistans und Pakistans zu unterstützen."

gegenüber wem hat sich die usa dazu verpflichtet?

eine antwort wäre eine nette sache, wenn er schon beim klarstellen ist.

JT 1
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Wir feigen

europäer sagen fast nichts zu afgahn und paki. aber dann wenns auf einmal heisst hoppalah die Taliban haben die A- Bomen dann wirds zu spät sein. dann gehts gleich mal nach indien usw. frauen und mädchen feindliche fanatiker die ihre weltanschauung jeden menschen aufs aug drücken werden. viel spaß noch ihr gutmenschen.

Ava Tar
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Mach die Haare schön

oder "Wie marginalisiere ich 800.000 Flüchtlinge?"

Zweitversion (18:14)
http://img5.imageshack.us/img5/7351... 889527.jpg

(in der Erstversion waren die 800.000 auch noch auf der Startseite, wie's ja für neue Artikel üblich ist - doch wie man sieht hier um 18:14 bereits nicht mehr)

Drittversion (21:41)
http://img19.imageshack.us/img19/5641/s2b.jpg

Die 800.000 Flüchtlinge wurden durch "galoppierende Talibanisierung" ersetzt

Ein Fall für die Ethikkommission des Presserats ?

Ich frage mich, wie sich Menschen fühlen, die 800.000 Flüchtlinge "klein machen". Schauen sie sich abends in den Spiegel ?

zimbo
 
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Saubere Arbeit, danke.

sfoglio
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machens aus einer mücke keinen elefanten

nur weil irgendein regierungsvertreter irgendeine spekulative zahl über mögliche flüchtlingszahlen nennt, muss keine zeitung dieser welt dies stundelang auf der hauptseite festpinnen...

Tarnung ist der halbe Nahkampf
01

Zardari hat das Kunststück fertig gebracht, noch unbeliebter als sein Vorgänger zu sein und Karzai ist nur noch eine lahme Ente. Die beiden können von den Maßnahmen, die zur Terrorbekämpfung notwendig wären, daher wenig bis nichts durchsetzen. Die Zahl der Opfer durch Kämpfe wird in beiden Staaten weiter steigen, vor allem wenn man bedenkt, daß die von Obama vorgesehenen über 20000 zusätzlichen amerikanischen Soldaten noch gar nicht in Afghanistan eingetroffen sind und in die Kämpfe eingreifen.

Robart
 
01

Team America lässt grüßen!

die US-Armee bringt anscheinend mindestens genausoviele um wie die vermeintlichen terroristen, aber sie stoppten ja die terroristen....auch wenn die anzahl der toten gleich ist...

tom krishan1
 
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wie es in den wald schreit, so kommt es wieder raus. &
vom regen in die traufe.

für die usa ist ihre OBL strategie bisher nicht aufgegangen. eher gegenteilig brachte sie nur wachsenden widerstand ein. diese region wird die usa - wie alle anderen vorher - nicht unter kontrolle bringen können.

Ed L. Bitter
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MARIONETTENTHEATER


Die Wahl der Verbündeten der USA erstaunt immer auf´s neue. Hamid-Armani-Karzai und Asif Ali-ich-brauche-Geld-Zardari sollen sich jetzt plötzlich in mächtige Taliban-Bekämpfer gewandelt haben? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, die beiden Marionetten spielen eher die Rolle der Belagerten in eigenem Land.

Wahl 09
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na wartet alle miteinander, ich habe ja den obligatorischen satz vergessen - er ist ja erst 3 monate im amt, also DARF man ihn noch nicht kritisieren.
vor seiner wahl war er nicht im amt, deswegen durfte man ihn auch nicht kritisieren. wahrscheinlich heißt es in einem jahr, man darf ihn erst in der 2. amtszeit und dann überhaupt erst danach beurteilen. dann wiederum wird der abstand zur amtszeit zu gering sein um "jetzt schon" ein urteil treffen zu können usw. usw.

aber es tut mir leid, ich halte mich nicht an die selbstaufgestellten regeln irgendwelcher groupies. hundert tote ist absolute sche***, mr. president, ob sie nun neu sind oder nicht - das recht dies zu sagen nehme ich mir heraus!

Wahl 09
38

na da verdaut man colleteral damage gleich viel lieber, wenn ein angenehmer strahlemann uns angrinst. bei einem pösen cowboy wäre das nicht so gut hinuntengerutscht...odr?

zimbo
 
01
Kriegsverbrecher und Marionetten sind sich wiedermal einig.

1116er
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dankbar

sollten al kaida bzw taliban nachwuchsprobleme haben, werden sie garantiert für die afghanischen oder pakistanischen 'elitesoldaten' dankbar sein!
die sind doch innerhalb kürzester zeit in großer zahl auf der anderen seite...

1116er
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werden es die amis nie begreifen?

al kaida ist eine idee, eine ideologie.
die geschichte beweist, dass diese mit waffengewalt zu bekämpfen nur in die hose gehen kann!

Andreas S.
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auch der n@tion@lsozi@limus war eine ideotologie und sie wurde mit waffengewalt besiegt.

und das ist gut so.

johann steiner
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dem Untergang entgegen

Der Besuch von Bush in Indien muss zu diesem Zeitpunkt für die damalige pakistanische Regierung das endgültige Aus gewesen sein.
Das alles ist nicht mehr aufzuhalten, und dass das Treffen in Washington kein Erfolg wurde, dafür sorgte die Bombardierung der 100 Zivilisten

Erwin Wolfram
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da beide konfliktparteien voellig unfaehig sind sollte man fuer alle betroffenen die moeglichkeit auszuwandern bieten, denn es ist unzumutbar unter der herrschaft von vollkommen durchgeknallten dilletanten zu leben. in diesem zusammenhang sollten die konflikparteien zusammen beten.

RichardRoe
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Na klar doch, 30 Mio afghanische Auswanderer, sympathische Leutchen mit glasklaren Ansichten, die bringen wir doch glatt im 20. Bezirk unter .. gibts schon ein Gerangel um 100 Guantanamo-Häftlinge, die keiner haben will ..

bla_bla
91
.

Und wieder geht das Obama-Gebashe obligatorisch los ...

Wahl 09
00

komisch - in diesem forum wird so ziemlich alles und jeder verrissen. nur komischerweise bei obama heißt es immer wieder das sei "gebashe". ist obama sakrosankt? wenn ja, warum?

zimbo
 
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Und das dem Bombenheiland.

dr.no3
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he da is ja noch einer

ders noch immer nicht begriffen hat

obama ist vielleicht doch nicht der ehrlichste mensch auf diesem planeten
das gegenteil ist wohl eher der fall

ist das überraschend
nein

hat man das vorher wissen können
ja

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