Crossover: Slawische Sprachen

Strć prst skrz krk

5. Mai 2009, 17:37
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    "Strć prst skrz krk": Dieser berühmte tschechische Satz, in dem kein Vokal vorkommt, heißt auf Deutsch: Steck den Finger durch den Hals. Was dem STANDARD-Karikaturisten Oliver Schopf dazu eingefallen ist, mag auch die Mühen beim Erlernen slawischer Sprachen illustrieren.

Seit 20 Jahren boomt das Lernangebot - Ost­spra­chen haben aber weiter den Ruf, schwierig zu sein

Slawische Sprachen haben den Ruf, schwierig zu sein. Seit dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren boomt zwar das Lernangebot für Ostsprachen, die Slawisten-Gemeinde hat es aber dennoch nicht leicht.

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Wien - "Lernen, lernen und nochmals lernen" - diese Losung des russischen Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin wurde Generationen von Schülern im Ostblock mit auf den Weg gegeben. Eingetrichtert, würde manch einer wohl rückblickend sagen. Zumindest in puncto Fremdsprachen könnte auch 20 Jahre nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs etwas mehr von dieser "revolutionären" Einstellung auch hierzulande durchaus nicht schaden.

Die Österreicher sind nämlich Fremdsprachenmuffel, fand eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Gallup-Instituts unter heimischen Unternehmen heraus. Die Autoren der vom Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi) in Auftrag gegebenen Studie weisen darauf hin, dass jede fünfte Firma negative Auswirkungen durch mangelnde Fremdsprachenkenntnisse der Mitarbeiter beklagt.

Erwartungsgemäß legen Personalverantwortliche in erster Linie Wert auf gute Englischkenntnisse, aber die Ostsprachen holen rasant auf. In vielen Unternehmen teilt sich Russisch mit Französisch bereits Platz zwei, und die Ostsprachen wurden von einem Viertel der Befragten als wichtig eingestuft.

Fremdsprachen-Interessierte, die aus finanziellen Gründen nicht eine der vielen privaten Sprachschulen inAnspruch nehmen wollen, können etwa das vielfältige Angebot der Wiener Volkshochschulen (VHS) und auch jenes des Wifi nutzen. Nicola Kraml, Leiterin des Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Kommunikation an der VHS Ottakring, erzählt vom ungebrochenen Interesse der Kursteilnehmer an slawischen Sprachen seit dem Mauerfall 1989. Die Osterweiterung der EU 2004 habe einen weiteren Schub gebracht.

In erster Linie würden sich die Menschen aus beruflichen Gründen für eine slawische Sprache interessieren, erklärt Kraml. "Aber auch private Motive können ausschlaggebend sein, etwa zweisprachige Kindererziehung oder ein Ferienhaus in Kroatien." Insbesondere Tschechisch werde aus familiären Gründen gewählt: "Viele Wiener haben tschechische Wurzeln. Irgendwann kommt dann der Wunsch auf, die Sprache der Großeltern zu lernen. Auch sonst ist von Wien aus viel Kontakt mit Tschechien und mit der Slowakei da."

Das kyrillische Alphabet im Russischen (wie im Ukrainischen, Serbischen, Bulgarischen) ist für viele Anfänger eine Barriere. In etwa einem Semester könne man wirklich gut alphabetisiert sein, wissen die Russisch-Kursleiter der VHS zu berichten. "Obwohl die mediale Berichterstattung über Russland auffällig negativ ist, interessieren sich sehr viele Menschen für die Sprache. Es ist lustvoll, aber anstrengend, Russisch zu lernen. Wir haben immer viele enthusiastische Anfänger, aber nur wenige machen wirklich weiter", so Kraml.

Dass die Beschäftigung mit slawischen Sprachen auch auf einem höheren Niveau Spaß macht, dafür will der im Dezember 2008 gegründete multikulturelle Verein für Jungakademiker "Line in" sorgen, und zwar mit dem jüngsten Projekt "Slavistic's not dead/Slawistik ist nicht tot" . Melisa Slipac, stellvertretende Vereinsobfrau, erzählt, warum trotz Ostsprachen-Booms europäische Slawistikinstitute totgesagt wurden und wie eine Initiative junger Slawisten dieser Entwicklung Einhalt gebieten will: "Das Problem der Slawistikinstitute ist, dass viele Slawistik-Studenten ihr Studium nur als eine Nebenbeschäftigung betrachten. In erster Linie sind das Studenten mit einer slawischen Muttersprache, die auf der Uni nur nebenbei ihre Kenntnisse aufbessern wollen."

Wenig motivierte Studenten, gar nicht innovative Professoren, mangelnde Forschung und ein fehlendes Gesamtkonzept hätten die Slawistik in Europa an den Rand der Belanglosigkeit geführt, erzählt Slipac. "Die Anglisten sind sehr gut vernetzt. Die Slawisten so gut wie gar nicht." Das soll sich nun ändern, und zwar mit einem dreitägigen Veranstaltungsprogramm in Wien ab 22. Mai. Teilnehmende Slawistikstudenten und -absolventen sollen ihre wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten vorstellen und Kollegen aus ganz Europa kennenlernen. (Information: Tel.: 0676/ 520 83 12; melisaslipac@hotmail.com) Den Abschluss bildet eine Party im "Klub Ost" . Devise: Vernetzen, vernetzen und nochmals vernetzen. (Mascha Dabić/DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2009)

Beliebteste Ostsprachen unter Wiener Volkshochschülern: 


1. Tschechisch
2. Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
3. Russisch
4. Polnisch
5. Ukrainisch, Bulgarisch 

Links

vhs.at

wifi.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 100
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thebigpimp
20
21.5.2009, 11:36
omg

was ist bosnisch für eine sprache?!?!?!

Libertin
41
20.5.2009, 13:48

Tschechisch ist glaube ich jene slawische Sprache, die für uns Germanisch Sprechende am leichtesten zu erlernen ist.

Der letzte Jugoslawe
00
10.9.2009, 18:56

von den noch lebenden slawischen sprachen wäre obersorbisch wohl am leichtesten zu lernen. die sprache wird im osten von sachsen von etwa 70.000 menschen gesprochen. ministerpräsident stanislaw tillich ist z.b sorbe und hat seinen amtseid neben deutsch auch auf sorbisch abgelegt. soviel zur zweisprachigkeit (gruß nach kärnten ;-) ) der vorteil des obersorbischen ist, dass die sprache ihren eigenen slawischen klang über die jahrhunderte durch den übermächtigen sprachkontakt mit dem deutschen verloren hat. heute klingt es so als würde nicht sonderlich sprachbegabter deutscher versuchen tschechisch zu sprechen. auch die grammatik und das vokabular ist voll von germanismen, die im tschechischen im 19. jhd. fast alle wieder entfernt wurden.

debian1
00
17.5.2009, 00:58

Mir persönlich haben meine zwei Russischkurse auf der Uni recht gut gefallen, leider bin ich bis heute noch nicht in der Lage das bI richtig auszusprechen und bin bei [ü] als best match stehengeblieben :-)

Die Kirilliza sehe ich eigentlich noch als kleinstes Problem. Schwierig wird's erst mit den Fällen wenn man noch keine stark flektierende Sprache kann.

le-chien-andalou
03
13.5.2009, 09:00
hatschek & co

da fängt ja das dilemma schon an, wenn der standard die hatscheks verbietet (-: wie soll man dann slavische sprachen lernen schreiben

Stefan Fadinger
01

Strc prst skrz krk
ich glaub es gehört ein hatschek und nicht ein tscharka auf das c von strc

pipi pipifax
00

poštovana gospodo dabic,
ein wenig muss ich klugscheissen: im tschechischen gibt es den buchstaben c nicht, sondern nur ein c, es muss also "strc" heissen.
cao

pipi pipifax
00
11.5.2009, 19:39

???
sonderzeichen-sperre???

Felix Meritis
00

Der Satz ist auch Slowakisch (weiß ich von meiner Frau, die aus der Slowakei kammt).

pipi pipifax
01
11.5.2009, 19:40

den satz gibt's auch im tschechischen. im slowakischen gibt es ebenfalls nur ein c mit hatschek und keins mit "akzent". dieses graphem gibt's nur im ex-serbokroatischen, im polnischen und im sorbischen.

ottos_mops
00

weiß nicht, was sie meinen... die sonderzeichen werden hier wahrscheinlich nicht angezeigt.
richtig ist "strc" (mit einem häkchen über c) ausgesprochen "strtsch".
ich nehme an, die redaktion hat das häkchen nicht hinbekommen...

pipi pipifax
00
11.5.2009, 19:42

genau das meinte ich. c mit "akzent" gibt's als graphem im tschechischen nicht.
wundert mich, dass unicode beim posten nicht angenommen wird. im artikel funktioniert's und frau dabic hat sich auch mit c + akzent unterschreiben.

Leopold Klein
11
20.5.2009, 12:48
ein "ex-" ist genug

ich finde ihre sprachbezeichnung "standardisch".
ein "ex-jugoslawien" reicht doch. jetzt auch noch
"ex-serbokroatisch" einzuführen... das ist ja fast schlimmer als "jugoslawisch"! versuchen sie es einmal mit B/K/S - bosnisch, kroatisch, serbisch.
es sind quasi die nachfolgesprachen (einer) der ehemaligen amtssprachen jugoslawiens. übrigens: das c mit akut-akzent kommt ursprünglich aus dem polnischen, existiert auch im sorbischen und in den latein-varianten des mazedonischen und weißrussichen

pipi pipifax
00
24.5.2009, 19:38

?? warum sollte das schlimmer sein.

wegen des graphems: das habe ich oben geschrieben. in der transliteration des makedonischen kommt es allerdings *nicht* vor (ist ein k mit "akzent"). in der transliteration des weissrussischen standards ebenfalls nicht. allerdings kommt es in der lacinka vor (ist ein lateinisches alphabet fuer das weissrussische, das aber derzeit nicht offiziell ist [ist aber keine transliteration des kyrillischen]).

Keyser
01
Ich arbeitete einmal längere Zeit in einer großen Fleischhauerei

Da waren 90% der Mitarbeiter aus den Ländern Ungarn, Polen, Russland usw usw. Ein schöner bunter Mix aus Sprachen, wo der Vorarbeiter einen nicht mit reinem steirisch, sondern mit halbdeutsch russischem Mischmasch angeschnautzt hat. Wäre ich nur lang genug dort geblieben, ich hätte recht schnell alle diese Sprachen gelernt. - Es war langweilig zum Quadrat beim Mittagessen zu sitzen, und nicht ein Wort deutsch zu hören. - Kann auch eine Motivation sein, eine Sprache zu lernen.

Aus persönlicher Erfahrung mit dem erlenen von Sprachen kann ich nur sagen - Es ist genauso wie in fast allen Bereichen des Lebens: Wenn man sich ständig sagt - das ist zu schwer, das kann ich nicht, wirds auch nix werden. Und Sprachen sind etwas wunderbares. =)

Libertin
10
20.5.2009, 13:51

Dem Ungarn dürfte es aber ähnlich ergegangen sein.

Jefferson H. Gummi - Troll aus Leidenschaft
71

Echte Gläubige sprechen arabisch. Deutsch, Englisch, Serbisch, Tschechisch und was weiß der Kuckuck sind erstens häßliche Sprachen und haben für den Glauben keine Bedeutung.

Bonair
01
21.5.2009, 22:49
Fragen über Fragen...

Wieso sprechen Sie dann Deutsch?
Was hat Ihre Arabophilie mit dem Thema zu tun??
Wie kommen Sie auf das Thema "Glaube"???
Und was haben Sie überhaupt hier verloren????

Mormoloc
00
Uj, dann sind Türken also keine Muslime?

bata srba pomoravski
 
01
..na möcht wissen..

...was an der arabischen Sprache so schön sein soll...
..ausserdem..auch Taubstumme habe einen Glauben..somit hat Glaube nichts mit Sprache zu tun...

Jefferson H. Gummi - Troll aus Leidenschaft
60

Arabisch ist das gesprochene Wort Gottes! Ich hoffe damit erübrigt sich jede Diskussion um die Wichtigkeit dieser Sprache!!!!!!

bata srba pomoravski
 
03
...ähemm..

wessen Gottes??sicher nicht des meinen...tschüsss

Jefferson H. Gummi - Troll aus Leidenschaft
50

Da es ja bekanntlich nur einen Gott gibt dürfte sich Ihre Frage erübrigt haben. Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie diese ja gerne hier stellen. Ich helfe gerne wenn eine unsichere Seele Rat sucht.

Auch ich poste jetzt anonym
01
gauben ist fuer sprachen nicht wichtig.

dem selbstaendigen denken ist der glaube sogar abtraeglich...

divis
 
01
Tschechisch...

...ist äußerst lohnenswert zu lernen, und meinem Empfinden nach dem österreichischen Ohr nicht sehr fremd, im Gegenteil. Dazu kommt, dass viele tschechischen Vokabeln einem Österreicher als Familiennamen geläufig sein sollten und es zahlreiche hübsche Entlehnungen aus dem Deutschen zu entdecken gibt. Und schlussendlich sind die semantischen Ähnlichkeiten des Tschechischen der des Deutschen sehr ausgeprägt.

Und polnisch? Ähnliche Vokabeln, gleiche Grammatik, aber: dschsch-nasal-schdschsch-nasal-sch...
Ich hab's aufgegeben.

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